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Rosenpersönlichkeiten

Wer war …? Unsere Rosenfreundin Eilike Vemmer aus Vechelde-Wedtlenstedt hat recherchiert und aufgeschrieben, nach welchen Persönlichkeiten bekannte und auch weniger bekannte Rosensorten benannt sind.

Wir zeigen hier aus ihrer großen Auswahl jeweils drei Sorten und ihre Namensgeber.


Marie van Houtte

Fanny Essler

Eulalia Lebrun

 

'Marie van Houtte'
Foto: Rosenzeitung

'Marie van Houtte' (Ducher, Frankreich, 1871). Zu den besten Teerosen mit kräftigem Duft und immer wieder blühend gehört diese schöne Rose. Marie van Houtte war die Tochter eines berühmten belgischen Baumschulers und Botanikers Louis van Houtte. Er brachte in seiner großen Baumschule auch die Rosen des belgischen Züchters Louis Parmentier wie z.B. 'Belle Isis' oder 'Cardinal Richelieu' in den Handel. Louis van Houtte wurde 1810 in Ypern geboren, das zu napoleonischer Zeit zu Frankreich gehörte. Als junger Pflanzensammler ging er 4 Jahre nach Brasilien, später an die Westküste Afrikas. Er wurde Direktor des Bot. Gartens in Brüssel. Dann ließ er sich in Gent nieder und baute seine große Baumschule auf. Er veröffentlichte ein Buch: „Flora der Glashäuser und Gärten Europas“ mit über 2 000 Farbbildern. 1876 starb er in Gent.

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'Fanny Essler', Gallica von Vibert 1835. Dünne Zweige, einige Stacheln und Borsten. Wenig Laub, dunkel, klein. Blüten einzeln oder 3, mittel bis klein, gefüllt, schüsselförmig, Petalen rinnenartig, kleines Auge; purpurrosa oder violett, weißgepunktet, Ränder heller, schwacher Duft. Berühmteste Tänzerin ihrer Zeit (1810-1884), debütierte am 15.9.1834 in Paris mit einer purpurroten Rose im Haar.

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'Eulalia Lebrun'
Foto: Sangerhausen

'Eulalie Lebrun', Gallica von Vibert, 1844, Frankreich. Starkwüchsig, aufrecht; wenige Hakenstacheln. Laub hell, reichlich, klein, gezähnt. Blüten bis zu 12 zusammen, klein, gefüllt, schüsselförmig, geviertelt, winziges Auge; leuchtend karminrosa und rosa gefleckt, wird rosalila. Mittlerer Duft. Kreuzung aus einer Gallica und einer Zentifolie. Vielleicht nach der Malerin Elisabeth Louise Lebrun, geb. Vigée (1755-1842), bekannt durch ihre Selbstbildnisse "Souvenirs", benannt. Oder Vibert, der große Napoleonfreund, ehrte jemand aus der Familie Lebrun, Herzog von Piacenza, der Napoleon große Dienste leistete und 1824 starb.

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Gesamtübersicht

Abraham Darby Agatha incarnata Alain Blanchard
Albertine Alister Stella Gray Amadis
Assemblage de Beauté Aviateur Blériot Baron Girod de l'Ain
Baronne Prévost Belle Biblis Belle de Crécy
Belle sans Flatterie Bernard Bizarre Triomphant
Blush Noisette Bobbie James Brigitte de Villenfagne
Bukavu Camaieux Cardinal de Richelieu
Celsiana Chevy Chase Chloris
Constance Spry Crown Princess Margareta D'Arcet
Daphne Delambre Dentelle de Malines
Dinky Duc de Fitzjames Duchesse de Montebello
Dupontii Eulalia Lebrun Fanny Essler
Fantin Latour Feeling Georges Vibert
Ghislaine de Féligonde Grace Darling Graham Thomas
Gravin Michel d'Ursel Henri Martin Hippolyte
Jacques Cartier James Veitch Just Joey
K. of K. Königin von Dänemark Lamarque
Leda Long John Silver Maria Lisa
Marie Curie Marie van Houtte Michèle Meilland
Mme Alfred Carrière Mme Boll Mme Caroline Testout
Mme Edouard Herriot Mme Grégoire Staechelin Mme Hardy
Mme Isaak Pereire Mrs. F. W. Flight Mrs. John Laing
Mrs. Lovell Swisher Nuits de Young Paul Noël
Pélisson Pergolèse Prinz Hirzeprinzchen
Rosa filipes Rosalita Rosengräfin Marie Henriette
Salet Schengen Rose Schoone Gezelle Blomme
Stanwell Perpetual Sutters Gold Tour de Malakoff
William Allen Richardson William Lobb Yolande d'Aragon
Zephirine Drouhin Zoe

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'Abraham Darby'
Foto: Dr. Peter Uter

'Abraham Darby', Strauchrose von David Austin, 1985, GB. Blüten rosa bis apricot, gefüllt, mit starkem Duft, aufrechter Strauch. „Benannt für den „Ironbridge Museum Trust“ nach einem der Begründer der Industrie-Revolution.“ (David Austin). Es gab drei Generationen Abraham Darby, der Großvater Abraham Darby (1678-1717), der billiges Gusseisen herstellte, der Vater Abraham Darby (1717-1763), der für die ersten Dampfmaschinen gusseiserne Boiler herstellte, und dessen Sohn Abraham Darby (1750-1791), der die elegante gusseiserne Brücke über den Severn baute, nach der der Ironbridge Museum Trust seinen Namen hat.

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'Agathe Incarnata'
Foto: Hella Brumme

'Agatha incarnata', Gallica vor 1811 aus Frankreich. Die fleischfarbene Agatha-Rose ist vielleicht eine Kreuzung mit einer Damaszenerrose mit langen, gefiederten Kelchblättern, hellrosa Blüten und starkem Duft. Agate ist die französische Bezeichnung für den Halbedelstein Achat. Die Blüten der Agathe-Rosen sind wie Achat marmoriert und gesprenkelt, am Rand der Blüten heller.

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'Alain Blanchard'
Foto: Hella Brumme

'Alain Blanchard', Gallica von Vibert, 1839, Frankreich. Sie ist möglicherweise eine Kreuzung mit einer Zentifolie. Weniger aufrecht als typische Gallicas, zahlreiche Hakenstacheln, Borsten, kleines Laub. Blüten zu 2-3, halb gefüllt, schüsselförmig, Staubgefäße goldgelb, gut sichtbar, karminrot-purpur, samtig, rosa gepunktet, als ob Tautropfen auf den Blütenblättern liegen. Duft schwach. Alain Blanchard war ein Schiffskapitän, der 1418 bei der Verteidigung von Rouen gegen die Engländer eine Rolle spielte und getötet wurde. Er soll gesagt haben: "Ich habe kein Gold, um mein Leben zu retten; aber wenn ich welches hätte, würde ich es nicht geben, um mich von den Engländern zu ihrer Schande loszukaufen." Der Züchter Vibert war ein glühender Verehrer von Napoléon und hasste die Engländer.

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'Albertine'
Foto: Carsten Raufuß

'Albertine', Wichurana-Kletterrose von Barbier, 1922, Frankreich. Diese kräftige Kletterrose mit starken Stacheln besticht immer wieder durch ihre bezaubernden, gefüllten Blüten in einem weichen, kupfriglachs-rosa Farbton mit rosa Knospen und schönem Duft im Frühsommer. Der französische Züchter Barbier war ein großer Verehrer von Marcel Proust (1871-1922). Deshalb nannte er seine schöne Rose nach Albertine Simonet, der schönen Heldin in Proust's „À la recherche du temps perdu“ (Auf der Suche nach der verlorenen Zeit). Nach ihr hatte Barbier auch seine Tochter Albertine genannt, so dass mit dieser Rose die literarische Gestalt und seine eigene Tochter geehrt wurden.

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'Alister Stella Gray'
Foto: Anita Krutzinna

'Alister Stella Gray', die hellgelbe Noisetterose wurde von Alexander Hill Gray, GB, 1894 herausgebracht. Alexander Gray (1837-1929) nannte 1877 seinen Sohn Alister Stella nach seiner im Kindbett gestorbenen Frau Stella. Es war ihr letzter Wunsch, dass das Baby nach ihr heissen sollte. In der National Rose Society wurde Gray "the King of teas" genannt, weil der Schotte Gray Teerosen so liebte und ihretwegen aus Schottland in die Nähe von Bath zog wegen des milderen Klimas.

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'Amadis'
Foto: Thomas Lolling

'Amadis', die dunkelrote Boursaultrose stammt von Jean Laffay, 1829, Frankreich. Sie wurde auch 'Crimson Boursault' genannt. Die stachellose Kletterrose ist winterhart. In den locker gefüllten purpurviolettroten Blüten sind kleine, weiße Streifchen. Sie heißt nach dem Helden eines Ritterromanes, der seit dem Mittelalter bis Ende des 19. Jhdts. immer wieder in den meisten europäischen Ländern gedruckt wurde und offensichtlich sehr beliebt war.

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'Assemblage des Beauté'
Foto: Hella Brumme

'Assemblage de Beauté' Gallica von Delaage, Frankreich, 1823. Syn. 'Rouge Éblouissante' (die blendend Rote). Aufrechter Wuchs, 1,40 m. Wenige Stacheln, Blättchen dick und gefältelt. Blüte gefüllt, mit Auge, leuchtend purpurrot, lebhaft nuanciert. Duft. „Vereinigung von Schönheit“.

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'Aviateur Blériot'
Foto: Hella Brumme

'Aviateur Blériot', der „Flieger Blériot“, Wichurana-Hybride von Fauque, 1909, Frankreich. Blüte aprikotgelb bis cremeweiß, mittelgroß, gefüllt, stark duftend. Louis Blériot (1872-1936) war ein französischer Ingenieur, der 1909 als erster den Ärmelkanal überflog in 27 Minuten mit einem selbstgebauten Flugzeug.

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'Baron Girod de l'Ain'
Foto: Carsten Raufuß

'Baron Girod de l'Ain', Remontanthybride von Reverchon, 1897, Frankreich. Die Rose fällt auf durch die leicht weißen Ränder an den kräftig roten Blüten mit starkem Damaszenerduft. Es gab verschiedene, durch Napoleon geadelte Barone Girod de l'Ain. Wahrscheinlich nannte Reverchon seine Rose nach dem Gartenliebhaber Baron André Marie Edouard Girod de l'Ain (1819-1906). Baron Louis Gaspard Aimédée Girod de l'Ain (1781-1847) war durch Napoleon in den Staatsrat berufen worden. Sein Bruder, Félix Jean (1789-1874) war ein General Napoleons und züchtete später Merinoschafe. Es gab auch einen Militärhistoriker Baron Maurice Girod de l'Ain (1854-?).

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'Baronne Prévost'
Foto: Sangerhausen

'Baronne Prévost' ist eine dunkelrosa Remontantrose von Jean Desprez, 1842, Frankreich. Sie soll ein Elternteil der bekannten Portlandrose 'Mme Boll' sein. Baronne Prévost war die Schwester eines Freundes von Desprez, dem Dahlienzüchter Eugène Guenaux. Sie heiratete den Baron Prévost.

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'Belle Biblis'
Foto: Dr. Peter Uter

'Belle Biblis' - oder 'Biblis'. Gallica von Descemet, Frankreich, vor 1815. Reiche Blüte, mittelgroß, abgeflacht; purpur, leicht gefleckt. Biblis war die Tochter der Nymphe Cyanea und verliebte sich in ihren Bruder Caunus. Caunus floh vor ihr und Biblis wurde durch ihre eigenen Tränen in eine Fontäne verwandelt (nach Ovid, Metamorphosen).

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'Belle de Crécy'
Foto: Hella Brumme

'Belle de Crécy', die violettrote Gallica mit weißen Streifen stammt von Roeser, Frankreich, vor 1828. Die Schöne von Crécy soll entweder nach dem Schloss Crécy , wo sie angeblich entstand, oder nach der Marquise de Pompadour, Jeanne-Antoinette Poisson (1721-1764) benannt worden sein. Sie war die Mätresse des Königs Louis XV. Château de Crécy-Couvé bei Dreux war ein Landsitz des Königs und die Marquise wurde auch „Belle de Crécy“ genannt.

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'Belle sans Flatterie'
Foto: Hella Brumme

'Belle sans Flatterie', Gallica vor 1806, Niederlande. Blüte mittelgroß, gefüllt, geviertelt, oft Auge innen dunkelrosa-violett, nach außen hellrosa. In Sangerhausen steht sie als Einführung von Godefroy um 1820; aber Pinhas malte sie schon 1806 in Napoleonshöhe. Von dort kam sie auch nach Malmaison (zwischen 1810 und 14). „Die ohne Komplimente Schöne.“

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'Bernard'
Foto: Hella Brumme

'Bernard', Portlandrose, vielleicht von Vibert, Frankreich, vor 1836 mit hellrosa, stark duftenden Blüten. Bernard war der Künstlername eines französischen Schauspielers um 1830.

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'Charles de Mills'
Foto: Hella Brumme

'Bizarre Triomphant' = 'Charles de Mills' - Gallica vor 1790, Niederlande. Große gefüllte Blüte, geviertelt, grüngelbes Auge. Erst rot, dann violett; leichter Duft. Eine der besten Gallicas. Graham Murphy schreibt in „Die schönsten Alten Rosen“, 2004: „Eine solche Rose wäre im Holland des 18. Jahrhunderts, das man früher als Ursprungsland der Pflanze vermutet hatte, zweifellos hoch geschätzt worden. In Frankreich nannte man sie 'Bizarre Triomphant', und nach ihrer Einführung durch François im Jahre 1790 tauchte sie 13 Jahre später auch im Katalog von J. L. Descemet auf, der einen Teil der Rosensammlung von Kaiserin Joséphine lieferte. So überrascht es nicht, dass die Rose auch in Viberts Katalogen der 20 er Jahre des 19. Jahrhunderts vertreten ist. Ihren gegenwärtigen Namen erhielt die Rose in den 30 er Jahren des 19. Jahrhunderts, als es in Blyth in der englischen Grafschaft Nottinghamshire tatsächlich einen Gärtner namens Charles de Mills gab. Einen romantischeren Ursprung des Namens unterstellt ein Monsieur Loiseleur Deslongchamps, der sich 1844 an einen Engländer mit Namen Mills in Rom erinnert, der berühmt gewesen sei für seine „pergola Italiénne, tapisée des roses Bengale“ - eine farbenprächtige Ausstellung chinesischer, aus Indien importierter Rosen.“

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'Bobbie James'
Foto: Dr.Peter Uter

'Bobbie James' (Sunningdale Nurseries 1961) ist eine bekannte und weit verbreitete Ramblerrose mit gut duftenden, rahmweißen Blüten in großer Fülle und sehr hoch kletternd. Sie wurde von Graham Stuart Thomas zu Ehren des 1960 verstorbenen Robert James getauft. Honorable Robert James war ein reicher Kaufmann, der 1910 das Landgut St. Nicholas in Yorkshire gekauft hatte. Dies war seit dem Mittelalter ein Stift für alte, adlige Damen gewesen. Nach dem ersten Weltkrieg begann Bobbie James seinen etwa einen Hektar großen Garten anzulegen nach dem Vorbild von Hidcote Manor, einem berühmten englischen Garten. Er unterteilte ihn durch Taxushecken als Windschutz. Bobbie und seine Frau, Lady Serena, suchten und sammelten in Bauerngärten Yorkshires Rosen, ähnlich wie dies Gerda Nissen dann in den 70er, 80er Jahren in Schleswig-Holstein tat und Steffie Soldan, Freundeskreisleiterin in Rostock, es seit Jahren in Mecklenburg tut. Bei Bobbie James sorgten ein Obergärtner und vier Gärtner für diese Rosen. Die Sammelleidenschaft des Ehepaars James wurde bald in der Umgegend bekannt. Da sie für bisher noch nicht vorhandene Rosen gut bezahlten, bekamen sie bald viele alte Rosen. Gepflanzt wurde in den Gartenräumen ohne besonderes System, wichtig war, dass es wurzelechte Pflanzen waren und historische Rosen oder Wildrosen. Bobbie James und Lady Serena versuchten, sie zu bestimmen und doppelte auszusortieren. Nach dem zweiten Weltkrieg war es mit dem Reichtum vorbei. Zu Bobbie James Lebzeiten gab es noch einen Gärtner, der ihnen bei der Pflege ihrer vielen Rosen half. Nach seinem Tod 1960 hatte Lady Serena nur noch ab und zu eine Hilfe für die schwersten Arbeiten. Als meine Eltern vor 30 Jahren auf einer Reise in englische Gärten auch diesen Garten besuchten, war es eine Rosenwildnis mit inzwischen riesigen Rosen. Die 87 jährige Lady Serena war bei jedem Wetter mit einer dreizinkigen Rosengabel und Schere in ihrem großen Garten und versuchte, Unkraut und Rosen zu bändigen.

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'Blush Noisette'
Foto: Sangerhausen

'Blush Noisette', die Noisette-Rose entstand bei Philipe Noisette, USA, vor 1814. Philippe Stanislaus Noisette hatte ein bewegtes Leben. Sein Vater war in Frankreich Obergärtner bei König Louis XVI. Als die französische Revolution 1789 ausbrach, emigrierte Philippe nach Haiti. Als die Revolution auch nach Haiti überschwabbte, floh Philippe Noisette mit seiner Frau Célestine und den 6 Kindern nach Charleston, South Carolina / USA. Dort gründete er die erste reine Rosengärtnerei in Amerika. (Nach anderen Quellen wurde er dort Leiter des Botanischen Gartens.) Seine Frau war Afro-Amerikanerin und die Gesetze der amerikanischen Südstaaten erlaubten keine Heirat zwischen verschiedenen Rassen. In jahrelangen Prozessen gelang Noisette schließlich die Anerkennung seiner Ehe und seiner Kinder. Sein jüngster Bruder Louis Noisette war in Frankreich geblieben und hatte in Paris eine große Rosenschule aufgebaut. Philippe schickte ihm 1814 eine Kletterrose mit dem Namen 'Blush'. Louis brachte sie als 'Blush Noisette' in den Handel und Redouté malte sie als 'Rosier de Philippe Noisette'.

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'Brigitte de Villenfagne'
Foto: Velle-Buch 2011

'Brigitte de Villenfagne', Strauchrose von Louis Lens, Belgien, 1993, reiche Blüte in pyramidalen Büscheln, zartrosa bis weiß. Genannt wurde die Rose nach einer Gartenarchitektin, die für ihre schönen Blütenborder bekannt war.

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'Bukavu'
Foto: Velle-Buch 2011

'Bukavu', Strauchrose von Louis Lens, Belgien, 1998, mit auffallenden, roten Blütenschalen mit weißer Mitte. Die Rose sollte ein soziales Projekt unterstützen für eine Klinik in Bukavu, Kongo, eine Aktion von dem belgischen Professor Stanislaus Haumont.

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'Camaieux'
Foto: Sangerhausen 2015

'Camaieu' - (auch Camaieux und ähnliches), Gallica von Gendron, Frankreich, 1826. Die gefüllte Blüte bildet eine Rosette mit kleinem Auge. Rosa, lila gefleckt, weiße Streifen, im Verblühen violett. Sehr dekorativ gestreift. Im Klassizismus bemalten französische Künstler Tapeten, Porzellan, Möbel „en camaieu“, Ton in Ton.

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'Cardinal de Richelieu'
Foto: Carsten Raufuß

'Cardinal de Richelieu'. Diese bekannte dunkle Gallicarose hieß angeblich erst Rose van Sian, weil sie von einem Niederländer van Sian stammen sollte. Sian kommt von Zyanblau, einen Züchter Sian gab es nie. Die Rose stammt aus Belgien von Louis Parmentier, der einen Rosengarten mit 12 000 Rosen in 3 000 Sorten hatte, davon 855 eigene Züchtungen. In Frankreich kam 'Cardinal Richelieu' dann 1840 durch den Franzosen Laffay in den Handel. Armand Jean du Plessis, Herzog von Richelieu, lebte von 1585 bis 1642 und war ein berühmter französischer Staatsmann unter König Ludwig XIII. Seit 1622 war er Kardinal, seit 1624 leitender Minister und setzte den königlichen Absolutismus gegen den Adel durch. Er besiegte in La Rochelle 1628 die Hugenotten, also die französischen Protestanten, und griff in den 30jährigen Krieg gegen Habsburg ein. Er war der Begründer der französischen Vormachtsstellung in Europa und vertrat die rationalistische Politik der Staatsräson. Außerdem gründete er 1635 die berühmte Académie Francaise und den Jardin des Plantes, den Pariser Botanischen Garten.

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'Celsiana'
Foto: Carsten Raufuß

'Celsiana', historische Strauchrose, Damaszenerrose, in den Niederlanden um 1750 entstanden. Die sehr reichblütige Rose strahlt ihren kräftigen, süßen Duft in die Umgebung aus. 'Celsiana' ist eine typische Damaszenerrose mit hellgrünem und später graugrünem Laub. Die Blüten sind groß, halbgefüllt und öffnen sich weit, zunächst etwas knittrig. Das weiche Rosa verblasst mit der Zeit. Die Kronblätter sind vor allem am Rand gewellt. Die Blütenstände haben 3-15 Blüten. Die Blüten öffnen sich nacheinander, so dass die Sorte über eine längere Zeit blüht. Doch die zarten Blütenstiele hängen oft herab. Der Strauch ist schön geformt. Der Name erinnert an den französischen Gärtner Jacques Martin Cels (1743-1806). Der Botaniker Thory (1757-1827) benannte die wesentlich ältere Sorte nach ihm. Thory schrieb die botanischen Kommentare zu den berühmten Rosenbildern von Redouté, die von 1817-1824 in drei Bänden erschienen und in denen auch 'Celsiana' abgebildet ist.

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'Chevy Chase'
Foto: Ulrike Eckart

'Chevy Chase', Soulieana-Kletterrose von Hansen, USA, 1939, mit dichten Büscheln kleiner, gefüllter, dunkelroter Blüten. Der Name kommt aus einer schottischen Ballade.

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'Chloris'
Foto: Hella Brumme - Italien

'Chloris', Albarose von Descemet, Frankreich, vor 1814. Die fast stachellose Rose hat dunkelgrünes Laub und mittelgroße, zartrosa Blüten mit dunklerer Mitte. Chloris war die Frau des griechischen Windgottes Zephir, des sanften, feuchten Westwindes, und Göttin des Vorfrühlings.

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'Constance Spry'
Foto: Carsten Raufuß

'Constance Spry' (Austin, Großbritannien, 1961), Strauch- oder Kletterrose. Es war die erste der sogenannten Englischen Rosen, die den Charme der historischen Rosen mit den Eigenschaften der modernen Rosen verbinden sollen. 'Constance Spry' wächst etwas steif, die großen, etwas kugeligen, gefüllten, rosa Blüten duften nach Myrrhe und erscheinen im Juni. Constance Spry war eine bekannte englische Floristin (1886-1960).

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'Crown Princess Margareta'
Foto: Vera Remane

'Crown Princess Margareta', Strauchrose (“Englische Rose”) von David Austin, 1999, GB, mit großen, gefüllten, apricot-creme-farbenen, nostalgischen Blüten und Teerosenduft. Die Kronprinzessin Margaret of Connaught (1882-1920) war eine Enkelin der Queen Victoria und wurde in der Familie Daisy genannt. Sie heiratete 1905 den Prinzen Gustav Adolph von Schweden, eine Liebesheirat. König Oscar schenkte ihnen zur Hochzeit das Schloss Sofiero bei Hel0ingborg. Dort schufen Prinz und Prinzessin einen wunderschönen Garten. Der Prinz liebte Rhododendren, die Prinzessin alle Blumen und sie entwarf die Gartenanlage. Nicht umsonst wurde sie Blumenprinzessin genannt. Es heißt, selbst königliche Besucher forderte sie zum Unkrautjäten auf.

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'D'Arcet' (Robert 1851)
Foto: Hella Brumme

'D'Arcet', Moosrose von Robert 1851, Frankreich. „Blumen scharlachrot, geträufelt, schön flachförmig; Habitus ästig, Wuchs kräftig; die Belaubung merkwürdig.“ (Adolph Otto, 1858) „Jean Pierre Joseph D‘Arcet, französischer Chemiker, geb. 31. Aug. 1777 zu Paris, Sohn des ebenfalls als Chemiker bekannten Jean D’Arcet (geb. 7.Sept. 1725, gest. 13. Febr. 1801 als Direktor der Porzellanmanufaktur zu Sèvres) wurde 1801 Münzwardein und starb am 2. Aug. 1844. Man verdankt ihm namentlich Verbesserungen in der Pulverfabrikation, in Zusammensetzung von Bronzen und ähnlichen Legierungen, in der Fabrikation von Stahlwaren, Arbeiten über Darstellung der Knochengallerte, über Verwendung der Knochen als Dünger, über Seidenwürmerzucht und einer Reihe hygienischer Einrichtungen für Hospitäler und Waschanstalten, Blechhütten u.s.w., besonders aber die 1802 eingeführte Scheidung des Goldes vom Silber durch kochende Schwefelbrühe.“ (Brockhaus 1908)

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'Daphne'
Foto: Hella Brumme

'Daphne', Gallica von Vibert, Frankreich, 1819. Reiche Blüte, mittelgroß, gefüllt, einige Staubgefäße sichtbar. Karminrosa mit mauve gefleckt, bis lila, violett marmoriert. Starker Duft. Daphne war eine griechische Nymphe, wurde von Apollo aus Liebe verfolgt und durch Verwandlung in einen Lorbeerbaum vor ihm gerettet.

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'Delambre'
Foto: Hella Brumme - Italien

'Delambre', Portlandrose von Robert et Moreau, Frankreich, 1863, mit duftenden, karminroten bis karminrosa Blüten. Jean Joseph Delambre (1749-1822) war ein französischer Astronom.

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'Dentelle de Malines'
Foto: Eilike Vemmer

'Dentelle de Malines', Strauch- oder Kletterrose von Louis Lens, Belgien, 1986 mit kleinen, gefüllten, zartrosa Blüten in großen Büscheln. Die „Spitzen von Mechelen“ erinnern an die flämische Spitzenklöppelei, echte Brüsseler Spitze war in ganz Europa sehr beliebt.

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'Dinky'
Foto: Velle 2011

'Dinky', Moschatahybride von Ann Velle-Boudolf, Belgien, 2002, mit johannisbeerroten, dichten Blütenbüscheln. Die Rose wurde auf Schloß Hex zum 75. Geburtstag von Dinky Descamps getauft, einer Garten- und Rosenfreundin.

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'Duc de Fitzjames'
Foto: 'Duc de Fitzjames' - Hella Brumme - Italien

'Duc de Fitzjames', Gallica vor 1837, Frankreich. Blüte gefüllt, schüsselförmig; purpur-violett, schiefer schattiert, Petalen heller Rand. Édouard de Fitzjames (1776-1838) war ultraroyalistischer Führer während der Restauration und nach 1830 in der Opposition.

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'Duchesse de Montebello'
Foto: Dr. Peter Uter

'Duchesse de Montebello', Gallica von Laffay, Frankreich, 1825. Reichblühend, klein bis mittelgroß, gefüllte Rosette, kleines Auge, kurze Sepalen. Blassrosa, nach außen heller, verblassend. Starker Duft. Diese Rose wird als Bengalrose, als Alba, als Zentifolie und als Gallica eingeordnet. Duchesse de Montebello war die 2. Frau des Maréchal Lannes, der 1808 zum Duc de Montebello ernannt wurde. Er schlug 1800 in Italien die Österreicher.

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'Dupontii'
Foto: Carsten Raufuß

'Dupontii', historische Strauchrose, Frankreich vor 1817. Die Rose soll angeblich von dem Rosengärtner André Du Pont 1817 in einer Hecke bei Angers gefunden worden sein, ist aber wahrscheinlich wesentlich älter. Auch ihre Abstammung ist bisher unklar, nach einigen Autoren Rosa moschata x eine Gallica, nach anderen Rosa moschata x Alba oder eine Gallica und eine Damaszener. 'Dupontii', manchmal auch Rosa x dupontii genannt, ist eine wirkliche Schönheit mit großen, weißen Blüten mit einem rosa Hauch im Juni zu mattem, hellgraugrünem Laub, gesund und winterhart und ein dichtbuschiger, bis unten belaubter Strauch bis 2 m. André Du Pont (1756-1817) war ein nach Frankreich ausgewanderter Pfälzer, der Postbeamter war, gleichzeitig ein begeisterter Rosengärtner mit einer großen Rosensammlung. Er lieferte sehr viele Rosen nach Malmaison, züchtete auch selbst Rosen, von denen einige bis heute im Handel sind, und soll Kaiserin Joséphine beraten haben. 1813 war er aus Geldmangel gezwungen, seine Rosensammlung an den Jardin de Luxembourg gegen eine jährliche Rente zu verkaufen. Nach dem Tode der Kaiserin (1814) und dem endgültigen Sturz Napoléons 1815 wurde ihm in der Restauration 1817 diese Rente gestrichen, so dass er verarmt starb.

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'Eulalia Lebrun'
Foto: Sangerhausen

'Eulalie Lebrun', Gallica von Vibert, 1844, Frankreich. Starkwüchsig, aufrecht; wenige Hakenstacheln. Laub hell, reichlich, klein, gezähnt. Blüten bis zu 12 zusammen, klein, gefüllt, schüsselförmig, geviertelt, winziges Auge; leuchtend karminrosa und rosa gefleckt, wird rosalila. Mittlerer Duft. Kreuzung aus einer Gallica und einer Zentifolie. Vielleicht nach der Malerin Elisabeth Louise Lebrun, geb. Vigée (1755-1842), bekannt durch ihre Selbstbildnisse "Souvenirs", benannt. Oder Vibert, der große Napoleonfreund, ehrte jemand aus der Familie Lebrun, Herzog von Piacenza, der Napoleon große Dienste leistete und 1824 starb.

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'Fanny Essler', Gallica von Vibert 1835. Dünne Zweige, einige Stacheln und Borsten. Wenig Laub, dunkel, klein. Blüten einzeln oder 3, mittel bis klein, gefüllt, schüsselförmig, Petalen rinnenartig, kleines Auge; purpurrosa oder violett, weißgepunktet, Ränder heller, schwacher Duft. Berühmteste Tänzerin ihrer Zeit (1810-1884), debütierte am 15.9.1834 in Paris mit einer purpurroten Rose im Haar.

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'Fantin Latour'
Foto: Sangerhausen

'Fantin Latour', Züchter und Entstehungszeit unbekannt. Der englische Experte für historische Rosen, Graham Thomas, fand diese Rose und nannte sie nach dem französischen Maler Fantin Latour (1836 – 1904), der ähnliche Rosen malte. Sie wird zu den Zentifolien gerechnet, obwohl das Laub eher an eine Bourbonrose denken lässt.

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'Feeling'
Foto: Velle-Buch 2011

'Feeling', Moschatahybride von Louis Lens, Belgien, 1992, mit gefüllten, buttergelben Blüten, die sich weiß färben. Benannt nach einer belgischen Monatszeitschrift. Getauft wurde sie von der belgischen Sängerin Elsje Helewaut.

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'Georges Vibert'
Foto: Dr.Peter Uter

'Georges Vibert' ist eine gestreifte Gallica von Robert, 1853, Frankreich. Für eine Gallica wächst sie sehr hoch. Die Blüte ist eine zartrosa und karmin gestreifte Rosette mit starkem Duft. Georges Vibert war ein Enkel des berühmten französischen Rosenzüchters Jean-Pierre Vibert. Er war Maler und Schauspieler, wurde in Malmaison im Krieg 1870/71 schwer verletzt und starb 1902.

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'Ghislaine de Féligonde'
Foto: Gerd Hartung

'Ghislaine de Féligonde' (E. Turbat, Frankreich, 1916) gehört zu den besten Multiflora-Kletterrosen. Ihre Blüten haben ein hübsches Farbspiel von apricot über gelb bis zu weiß, bei kühlem Wetter ist auch rosa dabei. Die Rose kann bis 3 m hoch wachsen und blüht bis zum Frost, wenn sie nicht zu trocken steht, was keine Multiflora mag. In den meisten Büchern steht über den Namen eine falsche, romantische Geschichte: Comtesse Ghislaine de Féligonde sei die Frau eines französischen Kavallerieoffiziers im ersten Weltkrieg gewesen, die ihren verwundeten Mann nachts aus dem Niemandsland zwischen den Schützengräben rettete. In Wirklichkeit war Ghislaine de Féligonde 1916 ein kleines Mädchen, das Patenkind des Direktors von Bagatelle in Paris. Im Rosengarten des Parks Bagatelle finden seit Beginn des 20. Jahrhunderts Rosenprüfungen statt. Der Züchter Turbat hatte diese noch namenlose Züchtung dorthin geliefert und sie fiel durch ihre Schönheit auf. Der Direktor schlug Turbat den Namen seines Patenkindes vor.

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'Grace Darling'
Foto: Hella Brumme

'Grace Darling' ist eine frühe Teehybride von Henry Bennett, 1884, GB, die nicht nur wegen ihrer großen, hübschen, duftenden, zartrosa Blüten sondern wohl auch wegen des Namens und der anrührenden Geschichte beliebt wurde. Grace Darling war die Tochter eines Leuchtturmwärters und rettete 1838 neun Schiffbrüchige aus einem Sturm.

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'Graham Thomas'
Foto: Hella Brumme

'Graham Thomas', Strauchrose von David Austin, 1983. Diese bekannte gelbe Strauchrose soll an den großen englischen Experten für historische Rosen Graham Stuart Thomas erinnern. 1909 geboren machte Graham Thomas eine Gärtnerausbildung am Botanischen Garten Cambridge, war dann technischer Leiter verschiedener Gärtnereien und wurde Gartenberater des National Trust. Er schuf den historischen Rosengarten in Mottisfound Abbey und schrieb mehrere bedeutende Rosenbücher. Graham Thomas fand auch z.B. die verlorene Rosa moschata in einem englischen Garten wieder und brachte Rosen wie 'Bobbie James' in den Handel. Graham Thomas hat sich diese Rose selbst bei David Austin ausgesucht. Er starb 2003.

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'Gravin Michel d'Ursel'
Foto: Velle-Buch 2011

'Gravin Michel d'Ursel', Moschatahybride von Louis Lens, Belgien, 1994, mit großen, halbgefüllten, pfirsichrosa bis gelblichen Blüten. Die Gräfin Nanda d'Ursel war eine große Rosenliebhaberin und Kennerin, die den historischen Rosengarten von Schloß Hex wieder erneuerte. Es gibt dort zwei unbekannte, chinesische Gartenrosen, die aus China Mitte des 19. Jahrhunderts nach Hex eingeführt wurden. Viele Lens-Rosen, besonders Wildrosenhybriden, stehen im Park von Schloß Hex in einmaliger Schönheit.

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'Henri Martin'
Foto: Sangerhausen 2015

'Henri Martin', Moosrose von Jean Laffay, Frankreich, 1863, mit mittelgroßen, leicht gefüllten Blüten. Im Herbst kleine, runde, rote Früchte. Henri Martin war ein französischer Historiker (1810-1883), der auch historische Romane schrieb.

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'Hippolyte'
Foto: Sangerhausen 2015

'Hippolyte', Gallica-Chinensishybride von Parmentier, Belgien, vor 1842. Die duftenden Blüten sind stark gefüllt und purpurviolett. Hippolyte war die Königin der Amazonen in der griechischen Sage. Besiegt wurde sie von dem Athener König Theseus, der sie mit nach Athen nahm, wo sie ihren Sohn Hippolytos gebar.

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'Jacques Cartier'
Foto: Hella Brumme 2012

'Jacques Cartier'. Portlandrose von Moreau-Robert, Frankreich, 1868, mit tiefrosa Blüten mit hellerer Rückseite und süßem Duft. Wahrscheinlich wurde die Rose nach dem Hobbyzüchter Dr. Jacques Cartier benannt, vielleicht aber auch nach dem Entdecker Kanadas 1534.

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'James Veitch'
Foto: Hella Brumme

'James Veitch', Moosrose von Eugène Verdier, Frankreich, 1864. Die Blüten sind samtig purpurn und färben sich schiefrig violett. Sie duftet würzig und blüht gut nach. James Veitch (1792-1863) war ein bedeutender englischer Baumschuler in Exeter. Die Familie Veitch in Exeter und Chelsea hatte die größte Baumschule in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis in die 20 er Jahre des 20. Jahrhunderts. Sie schickte viele Pflanzensammler in alle Welt wie z.B. E. H. Wilson oder die Brüder Lobb. Auch ein Veitch war Pflanzensammler in Ostasien.

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'Just Joey'
Foto: Gerd Hartung

'Just Joey' (Cant, GB, 1972) ist eine Edelrose mit einer besonderen Farbe und vollkommenen großen Blüten. Sie ist apricot cremeorange, verfärbt sich bis zu cremeweiß und duftet süß. Joey ist die Frau des Züchters Roger Pawsey bei Cant. Als der Züchter nach einem passenden Namen gefragt worden war, hatte er geantwortet: Just Joey!

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'K. of K.'
Foto: Sangerhausen

'K. of K.' brachte Dickson, GB, 1917 während des I. Weltkrieges heraus, eine leicht gefüllte, scharlachrote, stark duftende Edelrose. Die merkwürdige Abkürzung bedeutet "Kitchener of Khartum". Lord Kitchener (1850-1916) machte zunächst bei der englischen Besatzung Ägyptens Karriere, bei der Eroberung des Sudans (Khartum), war dann General im Burenkrieg, danach in Indien Generalkonsul und wurde 1914 englischer Kriegsminister.

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'Königin von Dänemark'
Foto: Carsten Raufuß

'Königin von Dänemark', Albarose von Booth 1816. Die stark gefüllten, duftenden, dunkelrosa Blüten sind schön geviertelt und verkleben nicht bei Regen. Wahrscheinlich ist die Rose eine Kreuzung zwischen einer Alba und einer Damaszenerrose. Sie blüht länger als andere Albarosen. Die Königin von Dänemark, Marie Sofie Frederike von Hessen-Kassel, war sehr beliebt und verdiente deshalb diese wunderschöne, problemlose Rose. Both, ein Schotte, hatte in Flottbeck bei Hamburg seine Baumschule. Ein Hamburger Botaniker behauptete, Booth habe nur eine schon bestehende Rose neu getauft. Es kam zu einem Prozess, den Booth gewann. Die Königin von Dänemark erlaubte ausdrücklich, dass die Rose nach ihr benannt wurde.

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'Lamarque'
Foto: Sangerhausen

'Lamarque', Noisette von Maréchal, 1830, Frankreich. Ein Schuhmacher und begeisterter Hobbygärtner züchtete diese Rose auf seiner Fensterbank. Die großen, in Büscheln wachsenden, gefüllten Blüten sind cremeweiß mit leichtem Gelb und duften zitronig. Um gut zu wachsen, braucht die Rose warmes Klima. Jean Maximilien Lamarque (1770-1832) war ein General Napoleons und wurde von ihm 1810 zum Baron geadelt. Nach Napoleons Rückkehr von Elba kämpfte er an Napoleons Seite. Nach der Schlacht von Waterloo 1815 wurde er durch König Charles X. verbannt. 1818 durfte er zurückkehren. Er wurde Parlamentsmitglied und 1828 zum Grafen ernannt. Seine scharfe Opposition zu der antidemokratischen Politik des Bürgerkönigs Louis-Philippe (seit 1830) machte Lamarque zu einer populären Figur. Bei einer Cholera-Epidemie starb er 1832. Die antikönigliche Partei nutze sein Staatsbegräbnis zu einem Aufstand, der nach zwei blutigen Tagen brutal niedergeschlagen wurde. Einige ängstliche Rosenschulen nannten deshalb die Rose nicht 'Lamarque' sondern 'Thé Maréchal'.

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'Leda'
Foto: Hella Brumme - Italien

'Leda', Damaszenerrose unbekannter Herkunft, vor 1827, Frankreich. Bis heute ist die niedrige Damaszener beliebt wegen ihrer duftenden, weißen Blüten mit rotfleckigem Rand. Christine Meile schreibt in ihrem Buch „Alte Rosen - Alte Zeiten“: „Es erinnert mich an eine weiße Wäsche, zu der in der Waschmaschine ein rotes Teil geraten war und nun - jedes Mal anders - interessante Effekte hervorruft.“ Leda war Königin von Sparta und wurde von dem recht menschlichen griechischen Göttervater Zeus in Gestalt eines Schwanes verführt. Das Motiv, Leda mit dem Schwan, wurde seit der Antike in der Kunst immer wieder dargestellt.

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'Long John Silver'
Foto: Hella Brumme - Italien

'Long John Silver', Setigera-Kletterrose von Horvath, USA, 1934, mit stark gefüllten, silberweißen, duftenden Blüten aus dickkugeligen Knospen. Michael Horvath brachte 1934 mehrere Setigera-Kletterrosen heraus, die er alle nach Figuren aus dem Roman „Schatzinsel“ von Robert Louis Stevenson benannte.

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'Maria Lisa'
Foto: Dr.Reinhard Witt

'Maria Liesa' oder 'Maria Lisa' (Bruder Alfons 1936). Der Augustinermönch Bruder Alfons (1874-1936) züchtete viele Kletterrosen, die fast nur noch im Europa-Rosarium Sangerhausen stehen. Nur 'Maria Liesa' ist noch häufig im Handel zu finden wegen ihrer Schönheit und langen Blütezeit im Juni/Juli. Bienen lieben ihre vielen, kleinen Blüten. Im Herbst hat sie zahlreiche, kleine Hagebutten. Zwei Frauen, Maria und Liesa, arbeiteten gelegentlich im Kloster Germershausen. wo auch Bruder Alfons einige Jahre war.

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'Marie Curie'
Foto: Gerd Hartung

'Marie Curie' (Meilland, Frankreich, 1997). Diese kupfergelbe bis goldbraune, duftende Beetrose wurde zu Ehren der Physikerin Marie Sklodowska Curie (1867-1934) benannt. Ursprünglich Polin arbeitete sie in Paris und entdeckte dort 1898 die Radioaktivität. Ihre Untersuchungen über die radioaktiven Substanzen erschienen ins Deutsche übersetzt 1904 in Braunschweig. 1903 erhielt sie zusammen mit ihrem Mann Pierre Curie gemeinsam mit Henri Becquerel (ebenfalls Physiker in Paris) den Nobelpreis für Chemie.

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'Marie van Houtte'
Foto: Rosenzeitung

'Marie van Houtte' (Ducher, Frankreich, 1871). Zu den besten Teerosen mit kräftigem Duft und immer wieder blühend gehört diese schöne Rose. Marie van Houtte war die Tochter eines berühmten belgischen Baumschulers und Botanikers Louis van Houtte. Er brachte in seiner großen Baumschule auch die Rosen des belgischen Züchters Louis Parmentier wie z.B. 'Belle Isis' oder 'Cardinal Richelieu' in den Handel. Louis van Houtte wurde 1810 in Ypern geboren, das zu napoleonischer Zeit zu Frankreich gehörte. Als junger Pflanzensammler ging er 4 Jahre nach Brasilien, später an die Westküste Afrikas. Er wurde Direktor des Bot. Gartens in Brüssel. Dann ließ er sich in Gent nieder und baute seine große Baumschule auf. Er veröffentlichte ein Buch: „Flora der Glashäuser und Gärten Europas“ mit über 2 000 Farbbildern. 1876 starb er in Gent.

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'Michèle Meilland'
Foto: Sangerhausen

'Michèle Meilland' (Meilland, Frankreich, 1945). Seit sechs Generationen züchtet die Familie Meilland Rosen. Die berühmteste ihrer Züchtungen ist die Edelrose 'Gloria Dei'. Aus ihr schuf Francis Meilland eine weitere Schönheit, die zwar ebenfalls sehr beliebt wurde, aber an den Ruhm ihrer Vatersorte nicht heranreicht, die "Mädchenrose": 'Michèle Meilland'. Meilland nannte sie nach seiner Tochter Michèle. Die schlanken, eleganten Knospen öffnen sich langsam zu einer ebenso eleganten, süß duftenden, rosa Blüte mit etwas lachs und beige gefärbtem Zentrum. Oskar Scheerer schrieb 1959/60: "... soll in jedem Garten stehen, eine reichblühende, liebenswerte Rose von edler Form und mit feinem Duft."

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'Mme Alfred Carrière'
Foto: Hella Brumme

'Mme Alfred Carrière', Noisette-Rose von Schwartz, Frankreich, 1879, mit großen, kräftig duftenden, blassrosa Blüten, die sich schnell weiß färben. Madame Alfred Carrière war eine Hobby-Rosenzüchterin.

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'Mme Boll'
Foto: Hella Brumme

'Mme Boll' (Boll, USA, 1843, durch Boyau, Frankreich, 1859 in den Handel gebracht), Portlandrose. Der Schweizer Daniel Boll war nach Amerika ausgewandert und nannte die Rose nach seiner Frau. Sie wurde lange zu den schönsten Rosen gerechnet. Die erst kugeligen Knospen öffnen sich langsam zu großen, gefüllten, stark duftenden, rosa Blüten. Wenn die verblühten oder bei Dauerregen verklebten Blumen regelmäßig ausgeputzt werden, blüht 'Mme Boll' sicher bis zum Frost. Leider wurde durch einen Irrtum des englischen Experten für historische Rosen, Graham Stuart Thomas, ihr Name mit 'Comte de Chambord' angegeben, eine Verwechslung mit einer anderen Portlandrose. Seitdem erscheinen in fast allen Katalogen beide Namen als zwei verschiedene Rosen, sind aber immer 'Mme Boll'.

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'Mme Caroline Testout'
Foto: Sangerhausen

'Mme Caroline Testout' (Pernet-Ducher, Frankreich, 1890) ist eine frühe und bis heute beliebte Teehybride. Eine Modistin aus Grenoble kaufte 1890 diese Rose, gab ihr ihren eigenen Namen und warb damit für ihr Geschäft. François Joyaux schreibt in seiner "Enzyklopädie der Alten Rosen" (Ulmer 2008), dass die Stadt Portland in Oregon/USA 50 000 Rosen dieser Sorte entlang der Straßen pflanzte. 'Mme Caroline Testout' wurde deshalb auch 'City of Portland' genannt. Bis heute stehen in Portland noch einige der ursprünglichen Exemplare seit über 100 Jahren!

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'Mme Edouard Herriot'
Foto: Sangerhausen>/span>

'Mme Edouard Herriot' (Pernet-Ducher, Frankreich, 1913). Diese Teehybride schickte Pernet-Ducher 1912 auf eine internationale Gartenschau in London und gewann dafür eine Goldmedaille und den Preis der Zeitung "Daily Mail". Die "korallenrote mit gelben und carthaminroten Lichtern, in Garnelenrot übergehende" Rose sollte deshalb 'Daily Mail Rose' heißen. Pernet-Ducher hatte sie aber bereits nach der Frau des Lyoner Bürgermeisters benannt und mit diesem Namen kam sie 1913 in den Handel. Schon mit ihrem Mädchennamen wurde eine Polyantha-Rose zu Ehren von Madame Edouard Herriot (1877-1962) benannt: 'Blanche Rebatel' (Bernaix, Frankreich, 1889). Sie war die erste Frau in Lyon, die mit einem Flugzeug mitflog.

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'Mme Grégoire Staechelin'
Foto: Hella Brumme

'Mme Grégoire Staechelin', kletternde Teehybride von Pedro Dot, 1927, Spanien. Die großen, etwas flattrigen, leicht gefüllten Blüten sind zartrosa und duften gut damaszenerartig. Auffallend sind im Herbst die großen, birnenförmigen Hagebutten. Pedro Dot soll diese Rose Madame Grégoire Staechelin zur Hochzeit geschenkt haben. Ihr Mann war Professor in Basel und soll ziemlich langweilige Vorlesungen gehalten haben. Aber die Studenten gingen hin in der Hoffnung, eine Einladung in sein Haus zu erhalten, um seine schöne spanische Frau zu sehen. So ist der amerikanische Name der Rose berechtigt 'Spanish Beauty'.

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'Mme Hardy'
Foto: Sangerhausen

'Félicité Hardy' oder 'Mme Hardy' (Hardy, Frankreich, 1831) ist eine der schönsten Damaszenerrosen mit ausgezeichnetem Duft. In der Mitte der reinweißen, dicht gefüllten Blüte sehen wir immer ein kleines, grünes Auge. Félicité Hardy war die Frau des Züchters Alexandre Hardy, der von 1817-1859 Obergärtner des Pariser Jardin du Luxembourg war und von dem einige besondere Rosen stammen.

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'Mme Isaak Pereire'
Foto: Sangerhausen

'Mme Isaak Pereire'. Jules Margottin brachte diese Bourbonrose 1881 in Frankreich heraus. Es war eine Züchtung eines Gartenarbeiters aus Rouen, Armand Garçon, der die Rose zu Ehren einer christlichen Kongregation 'Le Bienheureux de la Salle' benannte. Margottin nannte sie aber nach einer wahrscheinlich guten Kundin. 'Mme Isaac Pereire' ist ein großer Strauch mit karminroten, stark duftenden Blüten. Sie braucht sehr guten Boden, um gesund zu bleiben und zu remontieren. Emile und Isaac Pereire waren zwei Brüder aus Bordeaux, die aus einer portugiesischen, jüdischen Familie stammten. 1800 bzw. 1806 geboren, begannen sie in Paris als kleine Makler, waren auch in der Presse tätig und wurden zu berühmten Bankiers, gründeten die Compagnie transatlantic, eine bedeutende französische Schiffahrtsgesellschaft, finanzierten den Eisenbahnbau von Paris nach St. Germain, erfanden den Crédit mobilier, d.h. eine Kreditbank, die dann in ganz Europa nachgeahmt wurde, machten natürlich auch irgendwann Pleite, d.h. dann übernahm der Sohn von Isaac Pereire die Geschäfte. Sie starben 1875 und 1880. Isaac Pereire schrieb verschiedene Finanzbücher. Fanny Pereire war die älteste Tochter von Emile und wurde die zweite Frau ihres Onkels Isaak, hatte mit ihm drei Kinder und leitete nach dem Tode der Brüder Emile und Isaak beide Familien. Bis ins hohe Alter soll Madame Pereire eine schöne und bedeutende Frau gewesen sein.

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'Mrs. F. W. Flight'
Foto: Gerd Hartung

'Mrs. F. W. Flight' (F.W. Flight, GB, 1905). Diese schöne Kletterrose wurde von Frederick William Flight gezüchtet und nach seiner Frau benannt, aber in den Handel gebracht von Cutbush, USA 1906. Flight lebte von etwa 1834 bis 1910. Es ist die einzige von ihm bekannt gewordene Rose. Aus ihr entstand eine rein weiße Mutation 'White Flight' (Rochford, England, 1916 und später nochmals bei Koster, 1923.

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'Mrs. John Laing'
Foto: Hella Brumme

'Mrs. John Laing', Remontanthybride von Bennett 1887. Blüte rosa, silbrige Reflexe, groß, gefüllt, gut duftend. Mrs. John Laing war eine Gärtnerfrau aus London.

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'Mrs. Lovell Swisher'
Foto: Hella Brumme

'Mrs. Lovell Swisher', eine Teehybride von Howard & Smith, USA, 1926 mit duftenden, großen Blüten, hellrosa, kupfrigrosa schattiert. Über sie gibt es eine amüsante, falsche Geschichte: Mr. Swisher war ein kalifornischer Geschäftsmann und er mit seiner Ehefrau Lucy führende Mitglieder des „Garden Club of America“. Deshalb wurde diese Teehybride auf ihren Namen getauft. Aber direkt nach der Taufe sei Lucy mit dem Chauffeur durchgebrannt. Der wütende Ehemann forderte, den Rosennamen zu löschen, aber die Rose war schon registriert und der Name konnte nicht mehr geändert werden. Deshalb kaufte er für 20 000 $ jede erreichbare dieser Rosen auf. Nichts davon ist wahr! Lucy und Lovell Swisher waren Zeit ihres Lebens ein einiges Ehepaar nach Aussage der Familie. Für den Verkauf war diese Story sicher hilfreich.

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'Nuits de Young'
Foto: Carsten Raufuß 2012

'Nuits de Young', Moosrose von Laffay, Frankreich, 1845. Die dunkelste aller Moosrosen mit dunklem Purpurrot bis Purpurviolett und kastanienfarbenen Nuancen. Der ungewöhnliche Name geht auf den englischen Dichter Edward Young (1683-1765) zurück, dessen „Klagen oder Nachtgedanken über Leben, Tod und Unsterblichkeit“ in Europa populär waren. „The complaint or night thoughts“ erschienen 1742-1745 und wurden in viele Sprachen übersetzt.

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'Paul Noël'
Foto: Dr.Peter Uter

'Paul Noël' ist eine Wichurana-Kletterrose von Rémy Tanne, 1913, Frankreich. Die gefüllten Blüten sind rosa mit aprikotgelber Mitte. Sie ist eine beliebte Kaskadenrose und remontiert etwas. Paul Noël war ein Freund des Züchters und Direktor des Jardin des Plantes (des Botanischen Gartens) in Rouen, Normandie.

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'Pélisson'
Foto: Hella Brumme - Italien

'Pélisson', Moosrose von Vibert, Frankreich, 1848, mit großen, rosa Blüten aus dunkelrosa Knospen. Pélisson heißt im Französischen der Pelzrock, die Pelzjacke, vielleicht eine Lustspielfigur?

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'Pergolèse'
Foto: Hella Brumme

'Pergolèse', Portlandrose von Robert et Moreau, Frankreich, 1860 mit karminvioletten zu dunkelkirschrot sich färbenden Blüten. Giovanni Battista Pergolèse (1710-1736) war ein Opern- und Kirchenmusik-Komponist in Neapel.

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'Prinz Hirzeprinzchen'
Foto: Sangerhausen

'Prinz Hirzeprinzchen' (Rudolf Geschwind, eingeführt von Peter Lambert 1912) ist eine Multiflora-Kletterrose mit karmin bis purpurroten, gefüllten Blüten von etwa 5 cm ? mit weißen Reflexen, was auf eine rote Chinarose hindeutet. Langsam wachsend. Peter Lambert bot sie als Nordlandrose in seinem Katalog an. Der nette, auffallende Name stammt aus einem gereimten Märchen von Marie von Ebner-Eschenbach.

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Rosa filipes
Foto: Eberhard Hentschke

Rosa filipes Rehd. et Wils., Rose mit fadenartigem (= filipes) Blütenstiel, ist eine hoch kletternde Wildrose aus Westchina, die 1908 durch den Pflanzensammler Ernest H. Wilson (1876-1930) nach Großbritannien kam. Wilson wurde wegen seiner Reisen nach China "China-Wilson" genannt. Kein anderer hat so viele neue Pflanzen zu Anfang des 20. Jahrhunderts aus Asien in unsere Gärten gebracht wie Ernest H. Wilson, darunter zahlreiche Rosen. Er schrieb in einem Reisebericht: "Sie klettern oft auch in sehr hohe Bäume, und ein Baum, dessen Äste von Rosen übersponnen sind, bietet eine unvergeßliche Erinnerung. Ein Gang durch so eine Schlucht zu früher Morgenstunde oder nach einem leichten Schauerregen, wenn die Luft erfüllt ist mit dem süßen Duft von Myriaden von Rosenblüten, ist wirklich ein Wandeln durch ein Paradies auf Erden." Bei seiner dritten Chinareise, von der auch Rosa filipes stammt, geriet Wilson bei der Suche nach Lilien in einen Steinschlag, ein Felsbrocken brach ihm das rechte Bein. Als er hilflos auf dem Weg lag, kam ein Zug Maultiere. "Damals erkannte ich die Größe eines Maultierhufes", aber nicht ein Maultier berührte ihn. Drei Tage wurde er von seinen Chinesen nach Chengdu getragen, die Wunde entzündete sich und Wilson fürchtete eine Amputation seines Beines. Aber in einer Missionsstation wurde er mit viel Mühe operiert und konnte sein Bein behalten. Nach seiner Rückkehr nach Großbritannien im März 1911 wurde sein Bein nochmals operiert, ein Hinken blieb. "Mein Lilien-Hinkebein"(lily-limp). In vielen unserer Gärten stehen heute Pflanzen, die Wilson aus Asien mitbrachte. Unsere hohen Rambler sind ohne Wilsons Arbeit kaum vorstellbar. Aber wer denkt noch an diesen tapferen und tüchtigen Menschen, diesen großen Botaniker?

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'Rosalita'
Foto: Velle-Buch 2011

'Rosalita', Moschatahybride von Louis Lens, Belgien, 1997, mit einfachen, relativ großen, gelblich-weißen Blütenschalen. Königin Paola von Belgien suchte sich diese Rose aus. Rosalita war ihr Kosename als Kind.

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Marie Henriette Chotek
Foto: Ute Kordes

'Rosengräfin Marie Henriette' (W. Kordes' Söhne 2013) ist eine stark duftende, gesunde Beetrose mit nostalgischen rosa Blüten mit guter Haltbarkeit auch bei Regen. Sie wurde am 8. Juni 2013 in Dolna Krupá (Slowakei) getauft zu Ehren der Rosengräfin Marie Henriette Chotek zu ihrem 150. Geburtstag. Die "Rosengräfin" war eine leidenschaftliche Rosenliebhaberin, besaß eines der größten Rosarien in Europa, hatte eine Verkaufs-baumschule und engen Kontakt zu dem Rosarium in Sangerhausen (heute Europa-Rosarium Sangerhausen und weltweit größte und bedeutendste Rosensammlung), ebenso zu dem Rosenzüchter Wilhelm Kordes und zu den deutschen Rosenfreunden. Marie Henriette Gräfin Chotek war eine Cousine der österreichischen Erzherzogin Sophie, die 1914 zusammen mit dem Thronfolger in Sarajewo erschossen wurde. Dies Attentat löste den ersten Weltkrieg aus. Die "Rosengräfin" steckte ihr ganzes Vermögen in ihre Rosensammlung und ihre Rosenleidenschaft. Leider ging durch den zweiten Weltkrieg ihr berühmtes Rosarium zugrunde und Gräfin Marie Henriette verhungerte buchstäblich und starb am 13. Februar 1946 völlig verarmt. Es ist sehr erfreulich, dass die Rosenschule W. Kordes' Söhne nun diese schöne Rose nach der "Rosengräfin" nannte.

'Rosengraefin_Marie_Henriette'
Foto: Ute Kordes

'Rosengraefin_Marie_Henriette'
Foto: Ute Kordes

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'Rosengraefin_Marie_Henriette'
Foto: Ute Kordes

   

'Salet'
Foto: Hella Brumme

'Salet' (Lacharme, Frankreich, 1854) ist eine sehr gut immer wieder bis zum Frost blühende Moosrose oder bemooste Portlandrose, eine der empfehlenswertesten historischen Rosen. Sie duftet kräftig und süß mit gefüllten, rosa Blüten und bildet einen bis 1,5 m hohen, kugeligen Strauch mit hellem Laub. Melchior Salet war angeblich ein Anwalt in der Nähe Lyons, möglicherweise heißt die Rose nach ihm. Nach neueren Erkenntnissen war Melchior Salet ein Gartenplaner (compositeur de jardin). Vielleicht war der Vater der Anwalt

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'Schengen Rose'
Foto: Velle-Vortrag 2011

'Schengen Rose', Moschatahybride von Ann Velle-Boudolf, Belgien, 2010, mit einfachen Blüten von dunkelrosa bis blassrosa, gestreift, gefleckt, gepunktet und weißer Mitte. Jede Blüte ist anders. Die Rose wurde in Luxembourg zum 25 jährigen Bestehen des Schengen-Abkommens getauft.

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'Schoone Gezelle Blomme'
Foto: Velle-Buch 2011

'Schoone Gezelle Blomme', Moschatahybride von Louis Lens, Belgien, 1999. An der sehr gesunden Pflanze erscheinen von Juni bis zum Frost viele halbgefüllte, duftende, reinweiße Blüten. Der flämische Dichter Guido Gezelle (1830-1899) schrieb viele Blumengedichte. Zu seinem 100. Todestag wurde die Rose getauft.

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'Stanwell Perpetual'
Foto: Jos Rogiers 2014

'Stanwell Perpetual', Strauchrose von der Gärtnerei Lee in GB 1838 herausgebracht. Die Spinosissima-Hybride mit ihrer zartrosa gefüllten, süß duftenden Damaszenerblüte ist ein Dauerblüher von Mai bis November. Sie soll in dem Garten Stanwell gefunden worden sein. Mary Lawrence malte in ihrem Rosenbuch (1793-1796) bereits diese Rose mit dem Namen 'Stanwell'. Eigentlich müsste außer Rosa spinosissima und der Herbstdamaszener auch eine frühe Chinarose an ihr beteiligt sein, weil es bei den Herbstdamaszenern keine solche Dauerblüte gibt. Aber das wird erst eine spätere Genuntersuchung klären.

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'Sutter's Gold'
Foto: Rosen-Union-Katalog 2012

'Sutter's Gold' (Swim, 1950, USA) Wer erinnert sich nicht an den süßen, fruchtigen Duft dieser goldgelben Teehybride? Jack Harkness meinte: "One of the most charming roses I know." Der Name feierte den Goldfund durch den Schweizer Johann August Sutter in Sutter's Creek, Kalifornien 100 Jahre vorher, der den Goldrausch auslöste. Sutter fand auf seinem Grundstück 1848 Gold, hatte aber selbst nichts davon, weil Goldsucher und Räuber ihm alles wegnahmen und durch die Suche sein Grundstück zerstörten.

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'Tour de Malakoff'
Foto: Hella Brumme

'Tour de Malakoff', Zentifolie von Pastoret, von Soupert & Notting 1857 in den Handel gebracht. Die dunkelpurpur-violetten Blüten duften stark. Der Name „Turm von Malakoff“ erinnert an den Krimkrieg zwischen den Russen und Engländern und Franzosen. Ein Jahr wurde die russische Festung Sewastopol von Engländern und Franzosen belagert, bis im September 1855 die Franzosen den wichtigsten Zugang, den Tour de Malakoff, erstürmten und damit die Russen zur Kapitulation zwangen. Der Sieger war Maréchal Niel, nach dem auch eine Rose benannt wurde.

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'William Allen Richardson'
Foto: Hella Brumme - Italien

'William Allen Richardson', Noisette von Ducher, Frankreich, 1878, mit Blüten von apricot-orange bis zu cremeweißer Farbe. Die Rose war eine beliebte Knopflochrose. William Allen Richardson war ein reicher Rosenfreund aus Kentucky, der nach Lyon reiste, um sich dort eine Rose auszusuchen, die seinen Namen tragen sollte.

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'William Lobb'
Foto: Carsten Raufuß

'William Lobb', Moosrose von Laffay 1855 mit violetten Blüten, die sich bis zu mauve-grau färben. Die Rose kann als kleine Kletterrose bis 2,5 m hochgezogen werden. William Lobb (1809-1863) war ein englischer Pflanzensammler der Baumschule Veitch, der in Nord- und Südamerika Pflanzen sammelte, während sein Bruder Thomas ebenfalls für Veitch in Südostasien unterwegs war.

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'Yolande d' Aragon'
Foto: Hella Brumme - Italien

'Yolande d'Aragon', Portlandrose oder Remontantrose von Vibert, Frankreich, 1843, mit tiefrosa Blüten. Jolanthe von Aragon (1379-1442) war Königin von Sizilien, Neapel, Jerusalem und Aragon, Herzogin von Anjou und Gräfin der Provence und galt als weiseste und schönste Fürstin der Christenheit.

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'Zéphirine Drouhin'
Foto: Carsten Raufuß

'Zephirine Drouhin', Bourbon-Kletterrose von Bizot, Frankreich, 1868. Die stachellose Rose mit großen, locker gefüllten, duftenden, rosa Blüten spielt sogar in einem Krimi von Agatha Christie eine wichtige Rolle („Morphium“). Sie soll nach einer schönen Frau aus Dijon oder der Frau eines Gartenfreundes aus Semur benannt worden sein.

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'Zoe'
Foto: Hella Brumme - Italien

'Zoe', Moosrose vor 1829, Frankreich, vielleicht von einem Rosenfreund H. Barbet aus Rouen. Die angenehm duftenden, rosa Blüten sind stark gefüllt und nicht sehr groß. Auffallend ist das Moos, das sich sogar auf das Laub ausdehnen kann. Prévost schrieb 1829, er habe sie von Barbet bekommen, der sie nach einer Tochter benannt habe.

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'Kompass' - eine neue Rose zum 40. Geburtstag
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Rosenpersönlichkeiten

Wer war …? Unsere Rosenfreundin Eilike Vemmer aus Vechelde-Wedtlenstedt hat recherchiert und aufgeschrieben, nach welchen Persönlichkeiten bekannte und auch weniger bekannte Rosensorten benannt sind.

Wir zeigen hier aus ihrer großen Auswahl jeweils drei Sorten und ihre Namensgeber.


Marie van Houtte

Fanny Essler

Eulalia Lebrun

 

'Marie van Houtte'
Foto: Rosenzeitung

'Marie van Houtte' (Ducher, Frankreich, 1871). Zu den besten Teerosen mit kräftigem Duft und immer wieder blühend gehört diese schöne Rose. Marie van Houtte war die Tochter eines berühmten belgischen Baumschulers und Botanikers Louis van Houtte. Er brachte in seiner großen Baumschule auch die Rosen des belgischen Züchters Louis Parmentier wie z.B. 'Belle Isis' oder 'Cardinal Richelieu' in den Handel. Louis van Houtte wurde 1810 in Ypern geboren, das zu napoleonischer Zeit zu Frankreich gehörte. Als junger Pflanzensammler ging er 4 Jahre nach Brasilien, später an die Westküste Afrikas. Er wurde Direktor des Bot. Gartens in Brüssel. Dann ließ er sich in Gent nieder und baute seine große Baumschule auf. Er veröffentlichte ein Buch: „Flora der Glashäuser und Gärten Europas“ mit über 2 000 Farbbildern. 1876 starb er in Gent.

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ohne Bild

'Fanny Essler', Gallica von Vibert 1835. Dünne Zweige, einige Stacheln und Borsten. Wenig Laub, dunkel, klein. Blüten einzeln oder 3, mittel bis klein, gefüllt, schüsselförmig, Petalen rinnenartig, kleines Auge; purpurrosa oder violett, weißgepunktet, Ränder heller, schwacher Duft. Berühmteste Tänzerin ihrer Zeit (1810-1884), debütierte am 15.9.1834 in Paris mit einer purpurroten Rose im Haar.

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'Eulalia Lebrun'
Foto: Sangerhausen

'Eulalie Lebrun', Gallica von Vibert, 1844, Frankreich. Starkwüchsig, aufrecht; wenige Hakenstacheln. Laub hell, reichlich, klein, gezähnt. Blüten bis zu 12 zusammen, klein, gefüllt, schüsselförmig, geviertelt, winziges Auge; leuchtend karminrosa und rosa gefleckt, wird rosalila. Mittlerer Duft. Kreuzung aus einer Gallica und einer Zentifolie. Vielleicht nach der Malerin Elisabeth Louise Lebrun, geb. Vigée (1755-1842), bekannt durch ihre Selbstbildnisse "Souvenirs", benannt. Oder Vibert, der große Napoleonfreund, ehrte jemand aus der Familie Lebrun, Herzog von Piacenza, der Napoleon große Dienste leistete und 1824 starb.

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Gesamtübersicht

Abraham Darby Agatha incarnata Alain Blanchard
Albertine Alister Stella Gray Amadis
Assemblage de Beauté Aviateur Blériot Baron Girod de l'Ain
Baronne Prévost Belle Biblis Belle de Crécy
Belle sans Flatterie Bernard Bizarre Triomphant
Blush Noisette Bobbie James Brigitte de Villenfagne
Bukavu Camaieux Cardinal de Richelieu
Celsiana Chevy Chase Chloris
Constance Spry Crown Princess Margareta D'Arcet
Daphne Delambre Dentelle de Malines
Dinky Duc de Fitzjames Duchesse de Montebello
Dupontii Eulalia Lebrun Fanny Essler
Fantin Latour Feeling Georges Vibert
Ghislaine de Féligonde Grace Darling Graham Thomas
Gravin Michel d'Ursel Henri Martin Hippolyte
Jacques Cartier James Veitch Just Joey
K. of K. Königin von Dänemark Lamarque
Leda Long John Silver Maria Lisa
Marie Curie Marie van Houtte Michèle Meilland
Mme Alfred Carrière Mme Boll Mme Caroline Testout
Mme Edouard Herriot Mme Grégoire Staechelin Mme Hardy
Mme Isaak Pereire Mrs. F. W. Flight Mrs. John Laing
Mrs. Lovell Swisher Nuits de Young Paul Noël
Pélisson Pergolèse Prinz Hirzeprinzchen
Rosa filipes Rosalita Rosengräfin Marie Henriette
Salet Schengen Rose Schoone Gezelle Blomme
Stanwell Perpetual Sutters Gold Tour de Malakoff
William Allen Richardson William Lobb Yolande d'Aragon
Zephirine Drouhin Zoe

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'Abraham Darby'
Foto: Dr. Peter Uter

'Abraham Darby', Strauchrose von David Austin, 1985, GB. Blüten rosa bis apricot, gefüllt, mit starkem Duft, aufrechter Strauch. „Benannt für den „Ironbridge Museum Trust“ nach einem der Begründer der Industrie-Revolution.“ (David Austin). Es gab drei Generationen Abraham Darby, der Großvater Abraham Darby (1678-1717), der billiges Gusseisen herstellte, der Vater Abraham Darby (1717-1763), der für die ersten Dampfmaschinen gusseiserne Boiler herstellte, und dessen Sohn Abraham Darby (1750-1791), der die elegante gusseiserne Brücke über den Severn baute, nach der der Ironbridge Museum Trust seinen Namen hat.

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'Agathe Incarnata'
Foto: Hella Brumme

'Agatha incarnata', Gallica vor 1811 aus Frankreich. Die fleischfarbene Agatha-Rose ist vielleicht eine Kreuzung mit einer Damaszenerrose mit langen, gefiederten Kelchblättern, hellrosa Blüten und starkem Duft. Agate ist die französische Bezeichnung für den Halbedelstein Achat. Die Blüten der Agathe-Rosen sind wie Achat marmoriert und gesprenkelt, am Rand der Blüten heller.

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'Alain Blanchard'
Foto: Hella Brumme

'Alain Blanchard', Gallica von Vibert, 1839, Frankreich. Sie ist möglicherweise eine Kreuzung mit einer Zentifolie. Weniger aufrecht als typische Gallicas, zahlreiche Hakenstacheln, Borsten, kleines Laub. Blüten zu 2-3, halb gefüllt, schüsselförmig, Staubgefäße goldgelb, gut sichtbar, karminrot-purpur, samtig, rosa gepunktet, als ob Tautropfen auf den Blütenblättern liegen. Duft schwach. Alain Blanchard war ein Schiffskapitän, der 1418 bei der Verteidigung von Rouen gegen die Engländer eine Rolle spielte und getötet wurde. Er soll gesagt haben: "Ich habe kein Gold, um mein Leben zu retten; aber wenn ich welches hätte, würde ich es nicht geben, um mich von den Engländern zu ihrer Schande loszukaufen." Der Züchter Vibert war ein glühender Verehrer von Napoléon und hasste die Engländer.

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'Albertine'
Foto: Carsten Raufuß

'Albertine', Wichurana-Kletterrose von Barbier, 1922, Frankreich. Diese kräftige Kletterrose mit starken Stacheln besticht immer wieder durch ihre bezaubernden, gefüllten Blüten in einem weichen, kupfriglachs-rosa Farbton mit rosa Knospen und schönem Duft im Frühsommer. Der französische Züchter Barbier war ein großer Verehrer von Marcel Proust (1871-1922). Deshalb nannte er seine schöne Rose nach Albertine Simonet, der schönen Heldin in Proust's „À la recherche du temps perdu“ (Auf der Suche nach der verlorenen Zeit). Nach ihr hatte Barbier auch seine Tochter Albertine genannt, so dass mit dieser Rose die literarische Gestalt und seine eigene Tochter geehrt wurden.

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'Alister Stella Gray'
Foto: Anita Krutzinna

'Alister Stella Gray', die hellgelbe Noisetterose wurde von Alexander Hill Gray, GB, 1894 herausgebracht. Alexander Gray (1837-1929) nannte 1877 seinen Sohn Alister Stella nach seiner im Kindbett gestorbenen Frau Stella. Es war ihr letzter Wunsch, dass das Baby nach ihr heissen sollte. In der National Rose Society wurde Gray "the King of teas" genannt, weil der Schotte Gray Teerosen so liebte und ihretwegen aus Schottland in die Nähe von Bath zog wegen des milderen Klimas.

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'Amadis'
Foto: Thomas Lolling

'Amadis', die dunkelrote Boursaultrose stammt von Jean Laffay, 1829, Frankreich. Sie wurde auch 'Crimson Boursault' genannt. Die stachellose Kletterrose ist winterhart. In den locker gefüllten purpurviolettroten Blüten sind kleine, weiße Streifchen. Sie heißt nach dem Helden eines Ritterromanes, der seit dem Mittelalter bis Ende des 19. Jhdts. immer wieder in den meisten europäischen Ländern gedruckt wurde und offensichtlich sehr beliebt war.

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'Assemblage des Beauté'
Foto: Hella Brumme

'Assemblage de Beauté' Gallica von Delaage, Frankreich, 1823. Syn. 'Rouge Éblouissante' (die blendend Rote). Aufrechter Wuchs, 1,40 m. Wenige Stacheln, Blättchen dick und gefältelt. Blüte gefüllt, mit Auge, leuchtend purpurrot, lebhaft nuanciert. Duft. „Vereinigung von Schönheit“.

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'Aviateur Blériot'
Foto: Hella Brumme

'Aviateur Blériot', der „Flieger Blériot“, Wichurana-Hybride von Fauque, 1909, Frankreich. Blüte aprikotgelb bis cremeweiß, mittelgroß, gefüllt, stark duftend. Louis Blériot (1872-1936) war ein französischer Ingenieur, der 1909 als erster den Ärmelkanal überflog in 27 Minuten mit einem selbstgebauten Flugzeug.

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'Baron Girod de l'Ain'
Foto: Carsten Raufuß

'Baron Girod de l'Ain', Remontanthybride von Reverchon, 1897, Frankreich. Die Rose fällt auf durch die leicht weißen Ränder an den kräftig roten Blüten mit starkem Damaszenerduft. Es gab verschiedene, durch Napoleon geadelte Barone Girod de l'Ain. Wahrscheinlich nannte Reverchon seine Rose nach dem Gartenliebhaber Baron André Marie Edouard Girod de l'Ain (1819-1906). Baron Louis Gaspard Aimédée Girod de l'Ain (1781-1847) war durch Napoleon in den Staatsrat berufen worden. Sein Bruder, Félix Jean (1789-1874) war ein General Napoleons und züchtete später Merinoschafe. Es gab auch einen Militärhistoriker Baron Maurice Girod de l'Ain (1854-?).

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'Baronne Prévost'
Foto: Sangerhausen

'Baronne Prévost' ist eine dunkelrosa Remontantrose von Jean Desprez, 1842, Frankreich. Sie soll ein Elternteil der bekannten Portlandrose 'Mme Boll' sein. Baronne Prévost war die Schwester eines Freundes von Desprez, dem Dahlienzüchter Eugène Guenaux. Sie heiratete den Baron Prévost.

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'Belle Biblis'
Foto: Dr. Peter Uter

'Belle Biblis' - oder 'Biblis'. Gallica von Descemet, Frankreich, vor 1815. Reiche Blüte, mittelgroß, abgeflacht; purpur, leicht gefleckt. Biblis war die Tochter der Nymphe Cyanea und verliebte sich in ihren Bruder Caunus. Caunus floh vor ihr und Biblis wurde durch ihre eigenen Tränen in eine Fontäne verwandelt (nach Ovid, Metamorphosen).

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'Belle de Crécy'
Foto: Hella Brumme

'Belle de Crécy', die violettrote Gallica mit weißen Streifen stammt von Roeser, Frankreich, vor 1828. Die Schöne von Crécy soll entweder nach dem Schloss Crécy , wo sie angeblich entstand, oder nach der Marquise de Pompadour, Jeanne-Antoinette Poisson (1721-1764) benannt worden sein. Sie war die Mätresse des Königs Louis XV. Château de Crécy-Couvé bei Dreux war ein Landsitz des Königs und die Marquise wurde auch „Belle de Crécy“ genannt.

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'Belle sans Flatterie'
Foto: Hella Brumme

'Belle sans Flatterie', Gallica vor 1806, Niederlande. Blüte mittelgroß, gefüllt, geviertelt, oft Auge innen dunkelrosa-violett, nach außen hellrosa. In Sangerhausen steht sie als Einführung von Godefroy um 1820; aber Pinhas malte sie schon 1806 in Napoleonshöhe. Von dort kam sie auch nach Malmaison (zwischen 1810 und 14). „Die ohne Komplimente Schöne.“

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'Bernard'
Foto: Hella Brumme

'Bernard', Portlandrose, vielleicht von Vibert, Frankreich, vor 1836 mit hellrosa, stark duftenden Blüten. Bernard war der Künstlername eines französischen Schauspielers um 1830.

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'Charles de Mills'
Foto: Hella Brumme

'Bizarre Triomphant' = 'Charles de Mills' - Gallica vor 1790, Niederlande. Große gefüllte Blüte, geviertelt, grüngelbes Auge. Erst rot, dann violett; leichter Duft. Eine der besten Gallicas. Graham Murphy schreibt in „Die schönsten Alten Rosen“, 2004: „Eine solche Rose wäre im Holland des 18. Jahrhunderts, das man früher als Ursprungsland der Pflanze vermutet hatte, zweifellos hoch geschätzt worden. In Frankreich nannte man sie 'Bizarre Triomphant', und nach ihrer Einführung durch François im Jahre 1790 tauchte sie 13 Jahre später auch im Katalog von J. L. Descemet auf, der einen Teil der Rosensammlung von Kaiserin Joséphine lieferte. So überrascht es nicht, dass die Rose auch in Viberts Katalogen der 20 er Jahre des 19. Jahrhunderts vertreten ist. Ihren gegenwärtigen Namen erhielt die Rose in den 30 er Jahren des 19. Jahrhunderts, als es in Blyth in der englischen Grafschaft Nottinghamshire tatsächlich einen Gärtner namens Charles de Mills gab. Einen romantischeren Ursprung des Namens unterstellt ein Monsieur Loiseleur Deslongchamps, der sich 1844 an einen Engländer mit Namen Mills in Rom erinnert, der berühmt gewesen sei für seine „pergola Italiénne, tapisée des roses Bengale“ - eine farbenprächtige Ausstellung chinesischer, aus Indien importierter Rosen.“

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'Bobbie James'
Foto: Dr.Peter Uter

'Bobbie James' (Sunningdale Nurseries 1961) ist eine bekannte und weit verbreitete Ramblerrose mit gut duftenden, rahmweißen Blüten in großer Fülle und sehr hoch kletternd. Sie wurde von Graham Stuart Thomas zu Ehren des 1960 verstorbenen Robert James getauft. Honorable Robert James war ein reicher Kaufmann, der 1910 das Landgut St. Nicholas in Yorkshire gekauft hatte. Dies war seit dem Mittelalter ein Stift für alte, adlige Damen gewesen. Nach dem ersten Weltkrieg begann Bobbie James seinen etwa einen Hektar großen Garten anzulegen nach dem Vorbild von Hidcote Manor, einem berühmten englischen Garten. Er unterteilte ihn durch Taxushecken als Windschutz. Bobbie und seine Frau, Lady Serena, suchten und sammelten in Bauerngärten Yorkshires Rosen, ähnlich wie dies Gerda Nissen dann in den 70er, 80er Jahren in Schleswig-Holstein tat und Steffie Soldan, Freundeskreisleiterin in Rostock, es seit Jahren in Mecklenburg tut. Bei Bobbie James sorgten ein Obergärtner und vier Gärtner für diese Rosen. Die Sammelleidenschaft des Ehepaars James wurde bald in der Umgegend bekannt. Da sie für bisher noch nicht vorhandene Rosen gut bezahlten, bekamen sie bald viele alte Rosen. Gepflanzt wurde in den Gartenräumen ohne besonderes System, wichtig war, dass es wurzelechte Pflanzen waren und historische Rosen oder Wildrosen. Bobbie James und Lady Serena versuchten, sie zu bestimmen und doppelte auszusortieren. Nach dem zweiten Weltkrieg war es mit dem Reichtum vorbei. Zu Bobbie James Lebzeiten gab es noch einen Gärtner, der ihnen bei der Pflege ihrer vielen Rosen half. Nach seinem Tod 1960 hatte Lady Serena nur noch ab und zu eine Hilfe für die schwersten Arbeiten. Als meine Eltern vor 30 Jahren auf einer Reise in englische Gärten auch diesen Garten besuchten, war es eine Rosenwildnis mit inzwischen riesigen Rosen. Die 87 jährige Lady Serena war bei jedem Wetter mit einer dreizinkigen Rosengabel und Schere in ihrem großen Garten und versuchte, Unkraut und Rosen zu bändigen.

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'Blush Noisette'
Foto: Sangerhausen

'Blush Noisette', die Noisette-Rose entstand bei Philipe Noisette, USA, vor 1814. Philippe Stanislaus Noisette hatte ein bewegtes Leben. Sein Vater war in Frankreich Obergärtner bei König Louis XVI. Als die französische Revolution 1789 ausbrach, emigrierte Philippe nach Haiti. Als die Revolution auch nach Haiti überschwabbte, floh Philippe Noisette mit seiner Frau Célestine und den 6 Kindern nach Charleston, South Carolina / USA. Dort gründete er die erste reine Rosengärtnerei in Amerika. (Nach anderen Quellen wurde er dort Leiter des Botanischen Gartens.) Seine Frau war Afro-Amerikanerin und die Gesetze der amerikanischen Südstaaten erlaubten keine Heirat zwischen verschiedenen Rassen. In jahrelangen Prozessen gelang Noisette schließlich die Anerkennung seiner Ehe und seiner Kinder. Sein jüngster Bruder Louis Noisette war in Frankreich geblieben und hatte in Paris eine große Rosenschule aufgebaut. Philippe schickte ihm 1814 eine Kletterrose mit dem Namen 'Blush'. Louis brachte sie als 'Blush Noisette' in den Handel und Redouté malte sie als 'Rosier de Philippe Noisette'.

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'Brigitte de Villenfagne'
Foto: Velle-Buch 2011

'Brigitte de Villenfagne', Strauchrose von Louis Lens, Belgien, 1993, reiche Blüte in pyramidalen Büscheln, zartrosa bis weiß. Genannt wurde die Rose nach einer Gartenarchitektin, die für ihre schönen Blütenborder bekannt war.

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'Bukavu'
Foto: Velle-Buch 2011

'Bukavu', Strauchrose von Louis Lens, Belgien, 1998, mit auffallenden, roten Blütenschalen mit weißer Mitte. Die Rose sollte ein soziales Projekt unterstützen für eine Klinik in Bukavu, Kongo, eine Aktion von dem belgischen Professor Stanislaus Haumont.

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'Camaieux'
Foto: Sangerhausen 2015

'Camaieu' - (auch Camaieux und ähnliches), Gallica von Gendron, Frankreich, 1826. Die gefüllte Blüte bildet eine Rosette mit kleinem Auge. Rosa, lila gefleckt, weiße Streifen, im Verblühen violett. Sehr dekorativ gestreift. Im Klassizismus bemalten französische Künstler Tapeten, Porzellan, Möbel „en camaieu“, Ton in Ton.

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'Cardinal de Richelieu'
Foto: Carsten Raufuß

'Cardinal de Richelieu'. Diese bekannte dunkle Gallicarose hieß angeblich erst Rose van Sian, weil sie von einem Niederländer van Sian stammen sollte. Sian kommt von Zyanblau, einen Züchter Sian gab es nie. Die Rose stammt aus Belgien von Louis Parmentier, der einen Rosengarten mit 12 000 Rosen in 3 000 Sorten hatte, davon 855 eigene Züchtungen. In Frankreich kam 'Cardinal Richelieu' dann 1840 durch den Franzosen Laffay in den Handel. Armand Jean du Plessis, Herzog von Richelieu, lebte von 1585 bis 1642 und war ein berühmter französischer Staatsmann unter König Ludwig XIII. Seit 1622 war er Kardinal, seit 1624 leitender Minister und setzte den königlichen Absolutismus gegen den Adel durch. Er besiegte in La Rochelle 1628 die Hugenotten, also die französischen Protestanten, und griff in den 30jährigen Krieg gegen Habsburg ein. Er war der Begründer der französischen Vormachtsstellung in Europa und vertrat die rationalistische Politik der Staatsräson. Außerdem gründete er 1635 die berühmte Académie Francaise und den Jardin des Plantes, den Pariser Botanischen Garten.

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'Celsiana'
Foto: Carsten Raufuß

'Celsiana', historische Strauchrose, Damaszenerrose, in den Niederlanden um 1750 entstanden. Die sehr reichblütige Rose strahlt ihren kräftigen, süßen Duft in die Umgebung aus. 'Celsiana' ist eine typische Damaszenerrose mit hellgrünem und später graugrünem Laub. Die Blüten sind groß, halbgefüllt und öffnen sich weit, zunächst etwas knittrig. Das weiche Rosa verblasst mit der Zeit. Die Kronblätter sind vor allem am Rand gewellt. Die Blütenstände haben 3-15 Blüten. Die Blüten öffnen sich nacheinander, so dass die Sorte über eine längere Zeit blüht. Doch die zarten Blütenstiele hängen oft herab. Der Strauch ist schön geformt. Der Name erinnert an den französischen Gärtner Jacques Martin Cels (1743-1806). Der Botaniker Thory (1757-1827) benannte die wesentlich ältere Sorte nach ihm. Thory schrieb die botanischen Kommentare zu den berühmten Rosenbildern von Redouté, die von 1817-1824 in drei Bänden erschienen und in denen auch 'Celsiana' abgebildet ist.

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'Chevy Chase'
Foto: Ulrike Eckart

'Chevy Chase', Soulieana-Kletterrose von Hansen, USA, 1939, mit dichten Büscheln kleiner, gefüllter, dunkelroter Blüten. Der Name kommt aus einer schottischen Ballade.

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'Chloris'
Foto: Hella Brumme - Italien

'Chloris', Albarose von Descemet, Frankreich, vor 1814. Die fast stachellose Rose hat dunkelgrünes Laub und mittelgroße, zartrosa Blüten mit dunklerer Mitte. Chloris war die Frau des griechischen Windgottes Zephir, des sanften, feuchten Westwindes, und Göttin des Vorfrühlings.

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'Constance Spry'
Foto: Carsten Raufuß

'Constance Spry' (Austin, Großbritannien, 1961), Strauch- oder Kletterrose. Es war die erste der sogenannten Englischen Rosen, die den Charme der historischen Rosen mit den Eigenschaften der modernen Rosen verbinden sollen. 'Constance Spry' wächst etwas steif, die großen, etwas kugeligen, gefüllten, rosa Blüten duften nach Myrrhe und erscheinen im Juni. Constance Spry war eine bekannte englische Floristin (1886-1960).

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'Crown Princess Margareta'
Foto: Vera Remane

'Crown Princess Margareta', Strauchrose (“Englische Rose”) von David Austin, 1999, GB, mit großen, gefüllten, apricot-creme-farbenen, nostalgischen Blüten und Teerosenduft. Die Kronprinzessin Margaret of Connaught (1882-1920) war eine Enkelin der Queen Victoria und wurde in der Familie Daisy genannt. Sie heiratete 1905 den Prinzen Gustav Adolph von Schweden, eine Liebesheirat. König Oscar schenkte ihnen zur Hochzeit das Schloss Sofiero bei Hel0ingborg. Dort schufen Prinz und Prinzessin einen wunderschönen Garten. Der Prinz liebte Rhododendren, die Prinzessin alle Blumen und sie entwarf die Gartenanlage. Nicht umsonst wurde sie Blumenprinzessin genannt. Es heißt, selbst königliche Besucher forderte sie zum Unkrautjäten auf.

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'D'Arcet' (Robert 1851)
Foto: Hella Brumme

'D'Arcet', Moosrose von Robert 1851, Frankreich. „Blumen scharlachrot, geträufelt, schön flachförmig; Habitus ästig, Wuchs kräftig; die Belaubung merkwürdig.“ (Adolph Otto, 1858) „Jean Pierre Joseph D‘Arcet, französischer Chemiker, geb. 31. Aug. 1777 zu Paris, Sohn des ebenfalls als Chemiker bekannten Jean D’Arcet (geb. 7.Sept. 1725, gest. 13. Febr. 1801 als Direktor der Porzellanmanufaktur zu Sèvres) wurde 1801 Münzwardein und starb am 2. Aug. 1844. Man verdankt ihm namentlich Verbesserungen in der Pulverfabrikation, in Zusammensetzung von Bronzen und ähnlichen Legierungen, in der Fabrikation von Stahlwaren, Arbeiten über Darstellung der Knochengallerte, über Verwendung der Knochen als Dünger, über Seidenwürmerzucht und einer Reihe hygienischer Einrichtungen für Hospitäler und Waschanstalten, Blechhütten u.s.w., besonders aber die 1802 eingeführte Scheidung des Goldes vom Silber durch kochende Schwefelbrühe.“ (Brockhaus 1908)

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'Daphne'
Foto: Hella Brumme

'Daphne', Gallica von Vibert, Frankreich, 1819. Reiche Blüte, mittelgroß, gefüllt, einige Staubgefäße sichtbar. Karminrosa mit mauve gefleckt, bis lila, violett marmoriert. Starker Duft. Daphne war eine griechische Nymphe, wurde von Apollo aus Liebe verfolgt und durch Verwandlung in einen Lorbeerbaum vor ihm gerettet.

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'Delambre'
Foto: Hella Brumme - Italien

'Delambre', Portlandrose von Robert et Moreau, Frankreich, 1863, mit duftenden, karminroten bis karminrosa Blüten. Jean Joseph Delambre (1749-1822) war ein französischer Astronom.

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'Dentelle de Malines'
Foto: Eilike Vemmer

'Dentelle de Malines', Strauch- oder Kletterrose von Louis Lens, Belgien, 1986 mit kleinen, gefüllten, zartrosa Blüten in großen Büscheln. Die „Spitzen von Mechelen“ erinnern an die flämische Spitzenklöppelei, echte Brüsseler Spitze war in ganz Europa sehr beliebt.

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'Dinky'
Foto: Velle 2011

'Dinky', Moschatahybride von Ann Velle-Boudolf, Belgien, 2002, mit johannisbeerroten, dichten Blütenbüscheln. Die Rose wurde auf Schloß Hex zum 75. Geburtstag von Dinky Descamps getauft, einer Garten- und Rosenfreundin.

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'Duc de Fitzjames'
Foto: 'Duc de Fitzjames' - Hella Brumme - Italien

'Duc de Fitzjames', Gallica vor 1837, Frankreich. Blüte gefüllt, schüsselförmig; purpur-violett, schiefer schattiert, Petalen heller Rand. Édouard de Fitzjames (1776-1838) war ultraroyalistischer Führer während der Restauration und nach 1830 in der Opposition.

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'Duchesse de Montebello'
Foto: Dr. Peter Uter

'Duchesse de Montebello', Gallica von Laffay, Frankreich, 1825. Reichblühend, klein bis mittelgroß, gefüllte Rosette, kleines Auge, kurze Sepalen. Blassrosa, nach außen heller, verblassend. Starker Duft. Diese Rose wird als Bengalrose, als Alba, als Zentifolie und als Gallica eingeordnet. Duchesse de Montebello war die 2. Frau des Maréchal Lannes, der 1808 zum Duc de Montebello ernannt wurde. Er schlug 1800 in Italien die Österreicher.

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'Dupontii'
Foto: Carsten Raufuß

'Dupontii', historische Strauchrose, Frankreich vor 1817. Die Rose soll angeblich von dem Rosengärtner André Du Pont 1817 in einer Hecke bei Angers gefunden worden sein, ist aber wahrscheinlich wesentlich älter. Auch ihre Abstammung ist bisher unklar, nach einigen Autoren Rosa moschata x eine Gallica, nach anderen Rosa moschata x Alba oder eine Gallica und eine Damaszener. 'Dupontii', manchmal auch Rosa x dupontii genannt, ist eine wirkliche Schönheit mit großen, weißen Blüten mit einem rosa Hauch im Juni zu mattem, hellgraugrünem Laub, gesund und winterhart und ein dichtbuschiger, bis unten belaubter Strauch bis 2 m. André Du Pont (1756-1817) war ein nach Frankreich ausgewanderter Pfälzer, der Postbeamter war, gleichzeitig ein begeisterter Rosengärtner mit einer großen Rosensammlung. Er lieferte sehr viele Rosen nach Malmaison, züchtete auch selbst Rosen, von denen einige bis heute im Handel sind, und soll Kaiserin Joséphine beraten haben. 1813 war er aus Geldmangel gezwungen, seine Rosensammlung an den Jardin de Luxembourg gegen eine jährliche Rente zu verkaufen. Nach dem Tode der Kaiserin (1814) und dem endgültigen Sturz Napoléons 1815 wurde ihm in der Restauration 1817 diese Rente gestrichen, so dass er verarmt starb.

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'Eulalia Lebrun'
Foto: Sangerhausen

'Eulalie Lebrun', Gallica von Vibert, 1844, Frankreich. Starkwüchsig, aufrecht; wenige Hakenstacheln. Laub hell, reichlich, klein, gezähnt. Blüten bis zu 12 zusammen, klein, gefüllt, schüsselförmig, geviertelt, winziges Auge; leuchtend karminrosa und rosa gefleckt, wird rosalila. Mittlerer Duft. Kreuzung aus einer Gallica und einer Zentifolie. Vielleicht nach der Malerin Elisabeth Louise Lebrun, geb. Vigée (1755-1842), bekannt durch ihre Selbstbildnisse "Souvenirs", benannt. Oder Vibert, der große Napoleonfreund, ehrte jemand aus der Familie Lebrun, Herzog von Piacenza, der Napoleon große Dienste leistete und 1824 starb.

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ohne Bild

'Fanny Essler', Gallica von Vibert 1835. Dünne Zweige, einige Stacheln und Borsten. Wenig Laub, dunkel, klein. Blüten einzeln oder 3, mittel bis klein, gefüllt, schüsselförmig, Petalen rinnenartig, kleines Auge; purpurrosa oder violett, weißgepunktet, Ränder heller, schwacher Duft. Berühmteste Tänzerin ihrer Zeit (1810-1884), debütierte am 15.9.1834 in Paris mit einer purpurroten Rose im Haar.

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'Fantin Latour'
Foto: Sangerhausen

'Fantin Latour', Züchter und Entstehungszeit unbekannt. Der englische Experte für historische Rosen, Graham Thomas, fand diese Rose und nannte sie nach dem französischen Maler Fantin Latour (1836 – 1904), der ähnliche Rosen malte. Sie wird zu den Zentifolien gerechnet, obwohl das Laub eher an eine Bourbonrose denken lässt.

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'Feeling'
Foto: Velle-Buch 2011

'Feeling', Moschatahybride von Louis Lens, Belgien, 1992, mit gefüllten, buttergelben Blüten, die sich weiß färben. Benannt nach einer belgischen Monatszeitschrift. Getauft wurde sie von der belgischen Sängerin Elsje Helewaut.

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'Georges Vibert'
Foto: Dr.Peter Uter

'Georges Vibert' ist eine gestreifte Gallica von Robert, 1853, Frankreich. Für eine Gallica wächst sie sehr hoch. Die Blüte ist eine zartrosa und karmin gestreifte Rosette mit starkem Duft. Georges Vibert war ein Enkel des berühmten französischen Rosenzüchters Jean-Pierre Vibert. Er war Maler und Schauspieler, wurde in Malmaison im Krieg 1870/71 schwer verletzt und starb 1902.

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'Ghislaine de Féligonde'
Foto: Gerd Hartung

'Ghislaine de Féligonde' (E. Turbat, Frankreich, 1916) gehört zu den besten Multiflora-Kletterrosen. Ihre Blüten haben ein hübsches Farbspiel von apricot über gelb bis zu weiß, bei kühlem Wetter ist auch rosa dabei. Die Rose kann bis 3 m hoch wachsen und blüht bis zum Frost, wenn sie nicht zu trocken steht, was keine Multiflora mag. In den meisten Büchern steht über den Namen eine falsche, romantische Geschichte: Comtesse Ghislaine de Féligonde sei die Frau eines französischen Kavallerieoffiziers im ersten Weltkrieg gewesen, die ihren verwundeten Mann nachts aus dem Niemandsland zwischen den Schützengräben rettete. In Wirklichkeit war Ghislaine de Féligonde 1916 ein kleines Mädchen, das Patenkind des Direktors von Bagatelle in Paris. Im Rosengarten des Parks Bagatelle finden seit Beginn des 20. Jahrhunderts Rosenprüfungen statt. Der Züchter Turbat hatte diese noch namenlose Züchtung dorthin geliefert und sie fiel durch ihre Schönheit auf. Der Direktor schlug Turbat den Namen seines Patenkindes vor.

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'Grace Darling'
Foto: Hella Brumme

'Grace Darling' ist eine frühe Teehybride von Henry Bennett, 1884, GB, die nicht nur wegen ihrer großen, hübschen, duftenden, zartrosa Blüten sondern wohl auch wegen des Namens und der anrührenden Geschichte beliebt wurde. Grace Darling war die Tochter eines Leuchtturmwärters und rettete 1838 neun Schiffbrüchige aus einem Sturm.

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'Graham Thomas'
Foto: Hella Brumme

'Graham Thomas', Strauchrose von David Austin, 1983. Diese bekannte gelbe Strauchrose soll an den großen englischen Experten für historische Rosen Graham Stuart Thomas erinnern. 1909 geboren machte Graham Thomas eine Gärtnerausbildung am Botanischen Garten Cambridge, war dann technischer Leiter verschiedener Gärtnereien und wurde Gartenberater des National Trust. Er schuf den historischen Rosengarten in Mottisfound Abbey und schrieb mehrere bedeutende Rosenbücher. Graham Thomas fand auch z.B. die verlorene Rosa moschata in einem englischen Garten wieder und brachte Rosen wie 'Bobbie James' in den Handel. Graham Thomas hat sich diese Rose selbst bei David Austin ausgesucht. Er starb 2003.

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'Gravin Michel d'Ursel'
Foto: Velle-Buch 2011

'Gravin Michel d'Ursel', Moschatahybride von Louis Lens, Belgien, 1994, mit großen, halbgefüllten, pfirsichrosa bis gelblichen Blüten. Die Gräfin Nanda d'Ursel war eine große Rosenliebhaberin und Kennerin, die den historischen Rosengarten von Schloß Hex wieder erneuerte. Es gibt dort zwei unbekannte, chinesische Gartenrosen, die aus China Mitte des 19. Jahrhunderts nach Hex eingeführt wurden. Viele Lens-Rosen, besonders Wildrosenhybriden, stehen im Park von Schloß Hex in einmaliger Schönheit.

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'Henri Martin'
Foto: Sangerhausen 2015

'Henri Martin', Moosrose von Jean Laffay, Frankreich, 1863, mit mittelgroßen, leicht gefüllten Blüten. Im Herbst kleine, runde, rote Früchte. Henri Martin war ein französischer Historiker (1810-1883), der auch historische Romane schrieb.

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'Hippolyte'
Foto: Sangerhausen 2015

'Hippolyte', Gallica-Chinensishybride von Parmentier, Belgien, vor 1842. Die duftenden Blüten sind stark gefüllt und purpurviolett. Hippolyte war die Königin der Amazonen in der griechischen Sage. Besiegt wurde sie von dem Athener König Theseus, der sie mit nach Athen nahm, wo sie ihren Sohn Hippolytos gebar.

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'Jacques Cartier'
Foto: Hella Brumme 2012

'Jacques Cartier'. Portlandrose von Moreau-Robert, Frankreich, 1868, mit tiefrosa Blüten mit hellerer Rückseite und süßem Duft. Wahrscheinlich wurde die Rose nach dem Hobbyzüchter Dr. Jacques Cartier benannt, vielleicht aber auch nach dem Entdecker Kanadas 1534.

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'James Veitch'
Foto: Hella Brumme

'James Veitch', Moosrose von Eugène Verdier, Frankreich, 1864. Die Blüten sind samtig purpurn und färben sich schiefrig violett. Sie duftet würzig und blüht gut nach. James Veitch (1792-1863) war ein bedeutender englischer Baumschuler in Exeter. Die Familie Veitch in Exeter und Chelsea hatte die größte Baumschule in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis in die 20 er Jahre des 20. Jahrhunderts. Sie schickte viele Pflanzensammler in alle Welt wie z.B. E. H. Wilson oder die Brüder Lobb. Auch ein Veitch war Pflanzensammler in Ostasien.

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'Just Joey'
Foto: Gerd Hartung

'Just Joey' (Cant, GB, 1972) ist eine Edelrose mit einer besonderen Farbe und vollkommenen großen Blüten. Sie ist apricot cremeorange, verfärbt sich bis zu cremeweiß und duftet süß. Joey ist die Frau des Züchters Roger Pawsey bei Cant. Als der Züchter nach einem passenden Namen gefragt worden war, hatte er geantwortet: Just Joey!

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'K. of K.'
Foto: Sangerhausen

'K. of K.' brachte Dickson, GB, 1917 während des I. Weltkrieges heraus, eine leicht gefüllte, scharlachrote, stark duftende Edelrose. Die merkwürdige Abkürzung bedeutet "Kitchener of Khartum". Lord Kitchener (1850-1916) machte zunächst bei der englischen Besatzung Ägyptens Karriere, bei der Eroberung des Sudans (Khartum), war dann General im Burenkrieg, danach in Indien Generalkonsul und wurde 1914 englischer Kriegsminister.

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'Königin von Dänemark'
Foto: Carsten Raufuß

'Königin von Dänemark', Albarose von Booth 1816. Die stark gefüllten, duftenden, dunkelrosa Blüten sind schön geviertelt und verkleben nicht bei Regen. Wahrscheinlich ist die Rose eine Kreuzung zwischen einer Alba und einer Damaszenerrose. Sie blüht länger als andere Albarosen. Die Königin von Dänemark, Marie Sofie Frederike von Hessen-Kassel, war sehr beliebt und verdiente deshalb diese wunderschöne, problemlose Rose. Both, ein Schotte, hatte in Flottbeck bei Hamburg seine Baumschule. Ein Hamburger Botaniker behauptete, Booth habe nur eine schon bestehende Rose neu getauft. Es kam zu einem Prozess, den Booth gewann. Die Königin von Dänemark erlaubte ausdrücklich, dass die Rose nach ihr benannt wurde.

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'Lamarque'
Foto: Sangerhausen

'Lamarque', Noisette von Maréchal, 1830, Frankreich. Ein Schuhmacher und begeisterter Hobbygärtner züchtete diese Rose auf seiner Fensterbank. Die großen, in Büscheln wachsenden, gefüllten Blüten sind cremeweiß mit leichtem Gelb und duften zitronig. Um gut zu wachsen, braucht die Rose warmes Klima. Jean Maximilien Lamarque (1770-1832) war ein General Napoleons und wurde von ihm 1810 zum Baron geadelt. Nach Napoleons Rückkehr von Elba kämpfte er an Napoleons Seite. Nach der Schlacht von Waterloo 1815 wurde er durch König Charles X. verbannt. 1818 durfte er zurückkehren. Er wurde Parlamentsmitglied und 1828 zum Grafen ernannt. Seine scharfe Opposition zu der antidemokratischen Politik des Bürgerkönigs Louis-Philippe (seit 1830) machte Lamarque zu einer populären Figur. Bei einer Cholera-Epidemie starb er 1832. Die antikönigliche Partei nutze sein Staatsbegräbnis zu einem Aufstand, der nach zwei blutigen Tagen brutal niedergeschlagen wurde. Einige ängstliche Rosenschulen nannten deshalb die Rose nicht 'Lamarque' sondern 'Thé Maréchal'.

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'Leda'
Foto: Hella Brumme - Italien

'Leda', Damaszenerrose unbekannter Herkunft, vor 1827, Frankreich. Bis heute ist die niedrige Damaszener beliebt wegen ihrer duftenden, weißen Blüten mit rotfleckigem Rand. Christine Meile schreibt in ihrem Buch „Alte Rosen - Alte Zeiten“: „Es erinnert mich an eine weiße Wäsche, zu der in der Waschmaschine ein rotes Teil geraten war und nun - jedes Mal anders - interessante Effekte hervorruft.“ Leda war Königin von Sparta und wurde von dem recht menschlichen griechischen Göttervater Zeus in Gestalt eines Schwanes verführt. Das Motiv, Leda mit dem Schwan, wurde seit der Antike in der Kunst immer wieder dargestellt.

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'Long John Silver'
Foto: Hella Brumme - Italien

'Long John Silver', Setigera-Kletterrose von Horvath, USA, 1934, mit stark gefüllten, silberweißen, duftenden Blüten aus dickkugeligen Knospen. Michael Horvath brachte 1934 mehrere Setigera-Kletterrosen heraus, die er alle nach Figuren aus dem Roman „Schatzinsel“ von Robert Louis Stevenson benannte.

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'Maria Lisa'
Foto: Dr.Reinhard Witt

'Maria Liesa' oder 'Maria Lisa' (Bruder Alfons 1936). Der Augustinermönch Bruder Alfons (1874-1936) züchtete viele Kletterrosen, die fast nur noch im Europa-Rosarium Sangerhausen stehen. Nur 'Maria Liesa' ist noch häufig im Handel zu finden wegen ihrer Schönheit und langen Blütezeit im Juni/Juli. Bienen lieben ihre vielen, kleinen Blüten. Im Herbst hat sie zahlreiche, kleine Hagebutten. Zwei Frauen, Maria und Liesa, arbeiteten gelegentlich im Kloster Germershausen. wo auch Bruder Alfons einige Jahre war.

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'Marie Curie'
Foto: Gerd Hartung

'Marie Curie' (Meilland, Frankreich, 1997). Diese kupfergelbe bis goldbraune, duftende Beetrose wurde zu Ehren der Physikerin Marie Sklodowska Curie (1867-1934) benannt. Ursprünglich Polin arbeitete sie in Paris und entdeckte dort 1898 die Radioaktivität. Ihre Untersuchungen über die radioaktiven Substanzen erschienen ins Deutsche übersetzt 1904 in Braunschweig. 1903 erhielt sie zusammen mit ihrem Mann Pierre Curie gemeinsam mit Henri Becquerel (ebenfalls Physiker in Paris) den Nobelpreis für Chemie.

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'Marie van Houtte'
Foto: Rosenzeitung

'Marie van Houtte' (Ducher, Frankreich, 1871). Zu den besten Teerosen mit kräftigem Duft und immer wieder blühend gehört diese schöne Rose. Marie van Houtte war die Tochter eines berühmten belgischen Baumschulers und Botanikers Louis van Houtte. Er brachte in seiner großen Baumschule auch die Rosen des belgischen Züchters Louis Parmentier wie z.B. 'Belle Isis' oder 'Cardinal Richelieu' in den Handel. Louis van Houtte wurde 1810 in Ypern geboren, das zu napoleonischer Zeit zu Frankreich gehörte. Als junger Pflanzensammler ging er 4 Jahre nach Brasilien, später an die Westküste Afrikas. Er wurde Direktor des Bot. Gartens in Brüssel. Dann ließ er sich in Gent nieder und baute seine große Baumschule auf. Er veröffentlichte ein Buch: „Flora der Glashäuser und Gärten Europas“ mit über 2 000 Farbbildern. 1876 starb er in Gent.

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'Michèle Meilland'
Foto: Sangerhausen

'Michèle Meilland' (Meilland, Frankreich, 1945). Seit sechs Generationen züchtet die Familie Meilland Rosen. Die berühmteste ihrer Züchtungen ist die Edelrose 'Gloria Dei'. Aus ihr schuf Francis Meilland eine weitere Schönheit, die zwar ebenfalls sehr beliebt wurde, aber an den Ruhm ihrer Vatersorte nicht heranreicht, die "Mädchenrose": 'Michèle Meilland'. Meilland nannte sie nach seiner Tochter Michèle. Die schlanken, eleganten Knospen öffnen sich langsam zu einer ebenso eleganten, süß duftenden, rosa Blüte mit etwas lachs und beige gefärbtem Zentrum. Oskar Scheerer schrieb 1959/60: "... soll in jedem Garten stehen, eine reichblühende, liebenswerte Rose von edler Form und mit feinem Duft."

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'Mme Alfred Carrière'
Foto: Hella Brumme

'Mme Alfred Carrière', Noisette-Rose von Schwartz, Frankreich, 1879, mit großen, kräftig duftenden, blassrosa Blüten, die sich schnell weiß färben. Madame Alfred Carrière war eine Hobby-Rosenzüchterin.

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'Mme Boll'
Foto: Hella Brumme

'Mme Boll' (Boll, USA, 1843, durch Boyau, Frankreich, 1859 in den Handel gebracht), Portlandrose. Der Schweizer Daniel Boll war nach Amerika ausgewandert und nannte die Rose nach seiner Frau. Sie wurde lange zu den schönsten Rosen gerechnet. Die erst kugeligen Knospen öffnen sich langsam zu großen, gefüllten, stark duftenden, rosa Blüten. Wenn die verblühten oder bei Dauerregen verklebten Blumen regelmäßig ausgeputzt werden, blüht 'Mme Boll' sicher bis zum Frost. Leider wurde durch einen Irrtum des englischen Experten für historische Rosen, Graham Stuart Thomas, ihr Name mit 'Comte de Chambord' angegeben, eine Verwechslung mit einer anderen Portlandrose. Seitdem erscheinen in fast allen Katalogen beide Namen als zwei verschiedene Rosen, sind aber immer 'Mme Boll'.

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'Mme Caroline Testout'
Foto: Sangerhausen

'Mme Caroline Testout' (Pernet-Ducher, Frankreich, 1890) ist eine frühe und bis heute beliebte Teehybride. Eine Modistin aus Grenoble kaufte 1890 diese Rose, gab ihr ihren eigenen Namen und warb damit für ihr Geschäft. François Joyaux schreibt in seiner "Enzyklopädie der Alten Rosen" (Ulmer 2008), dass die Stadt Portland in Oregon/USA 50 000 Rosen dieser Sorte entlang der Straßen pflanzte. 'Mme Caroline Testout' wurde deshalb auch 'City of Portland' genannt. Bis heute stehen in Portland noch einige der ursprünglichen Exemplare seit über 100 Jahren!

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'Mme Edouard Herriot'
Foto: Sangerhausen>/span>

'Mme Edouard Herriot' (Pernet-Ducher, Frankreich, 1913). Diese Teehybride schickte Pernet-Ducher 1912 auf eine internationale Gartenschau in London und gewann dafür eine Goldmedaille und den Preis der Zeitung "Daily Mail". Die "korallenrote mit gelben und carthaminroten Lichtern, in Garnelenrot übergehende" Rose sollte deshalb 'Daily Mail Rose' heißen. Pernet-Ducher hatte sie aber bereits nach der Frau des Lyoner Bürgermeisters benannt und mit diesem Namen kam sie 1913 in den Handel. Schon mit ihrem Mädchennamen wurde eine Polyantha-Rose zu Ehren von Madame Edouard Herriot (1877-1962) benannt: 'Blanche Rebatel' (Bernaix, Frankreich, 1889). Sie war die erste Frau in Lyon, die mit einem Flugzeug mitflog.

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'Mme Grégoire Staechelin'
Foto: Hella Brumme

'Mme Grégoire Staechelin', kletternde Teehybride von Pedro Dot, 1927, Spanien. Die großen, etwas flattrigen, leicht gefüllten Blüten sind zartrosa und duften gut damaszenerartig. Auffallend sind im Herbst die großen, birnenförmigen Hagebutten. Pedro Dot soll diese Rose Madame Grégoire Staechelin zur Hochzeit geschenkt haben. Ihr Mann war Professor in Basel und soll ziemlich langweilige Vorlesungen gehalten haben. Aber die Studenten gingen hin in der Hoffnung, eine Einladung in sein Haus zu erhalten, um seine schöne spanische Frau zu sehen. So ist der amerikanische Name der Rose berechtigt 'Spanish Beauty'.

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'Mme Hardy'
Foto: Sangerhausen

'Félicité Hardy' oder 'Mme Hardy' (Hardy, Frankreich, 1831) ist eine der schönsten Damaszenerrosen mit ausgezeichnetem Duft. In der Mitte der reinweißen, dicht gefüllten Blüte sehen wir immer ein kleines, grünes Auge. Félicité Hardy war die Frau des Züchters Alexandre Hardy, der von 1817-1859 Obergärtner des Pariser Jardin du Luxembourg war und von dem einige besondere Rosen stammen.

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'Mme Isaak Pereire'
Foto: Sangerhausen

'Mme Isaak Pereire'. Jules Margottin brachte diese Bourbonrose 1881 in Frankreich heraus. Es war eine Züchtung eines Gartenarbeiters aus Rouen, Armand Garçon, der die Rose zu Ehren einer christlichen Kongregation 'Le Bienheureux de la Salle' benannte. Margottin nannte sie aber nach einer wahrscheinlich guten Kundin. 'Mme Isaac Pereire' ist ein großer Strauch mit karminroten, stark duftenden Blüten. Sie braucht sehr guten Boden, um gesund zu bleiben und zu remontieren. Emile und Isaac Pereire waren zwei Brüder aus Bordeaux, die aus einer portugiesischen, jüdischen Familie stammten. 1800 bzw. 1806 geboren, begannen sie in Paris als kleine Makler, waren auch in der Presse tätig und wurden zu berühmten Bankiers, gründeten die Compagnie transatlantic, eine bedeutende französische Schiffahrtsgesellschaft, finanzierten den Eisenbahnbau von Paris nach St. Germain, erfanden den Crédit mobilier, d.h. eine Kreditbank, die dann in ganz Europa nachgeahmt wurde, machten natürlich auch irgendwann Pleite, d.h. dann übernahm der Sohn von Isaac Pereire die Geschäfte. Sie starben 1875 und 1880. Isaac Pereire schrieb verschiedene Finanzbücher. Fanny Pereire war die älteste Tochter von Emile und wurde die zweite Frau ihres Onkels Isaak, hatte mit ihm drei Kinder und leitete nach dem Tode der Brüder Emile und Isaak beide Familien. Bis ins hohe Alter soll Madame Pereire eine schöne und bedeutende Frau gewesen sein.

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'Mrs. F. W. Flight'
Foto: Gerd Hartung

'Mrs. F. W. Flight' (F.W. Flight, GB, 1905). Diese schöne Kletterrose wurde von Frederick William Flight gezüchtet und nach seiner Frau benannt, aber in den Handel gebracht von Cutbush, USA 1906. Flight lebte von etwa 1834 bis 1910. Es ist die einzige von ihm bekannt gewordene Rose. Aus ihr entstand eine rein weiße Mutation 'White Flight' (Rochford, England, 1916 und später nochmals bei Koster, 1923.

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'Mrs. John Laing'
Foto: Hella Brumme

'Mrs. John Laing', Remontanthybride von Bennett 1887. Blüte rosa, silbrige Reflexe, groß, gefüllt, gut duftend. Mrs. John Laing war eine Gärtnerfrau aus London.

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'Mrs. Lovell Swisher'
Foto: Hella Brumme

'Mrs. Lovell Swisher', eine Teehybride von Howard & Smith, USA, 1926 mit duftenden, großen Blüten, hellrosa, kupfrigrosa schattiert. Über sie gibt es eine amüsante, falsche Geschichte: Mr. Swisher war ein kalifornischer Geschäftsmann und er mit seiner Ehefrau Lucy führende Mitglieder des „Garden Club of America“. Deshalb wurde diese Teehybride auf ihren Namen getauft. Aber direkt nach der Taufe sei Lucy mit dem Chauffeur durchgebrannt. Der wütende Ehemann forderte, den Rosennamen zu löschen, aber die Rose war schon registriert und der Name konnte nicht mehr geändert werden. Deshalb kaufte er für 20 000 $ jede erreichbare dieser Rosen auf. Nichts davon ist wahr! Lucy und Lovell Swisher waren Zeit ihres Lebens ein einiges Ehepaar nach Aussage der Familie. Für den Verkauf war diese Story sicher hilfreich.

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'Nuits de Young'
Foto: Carsten Raufuß 2012

'Nuits de Young', Moosrose von Laffay, Frankreich, 1845. Die dunkelste aller Moosrosen mit dunklem Purpurrot bis Purpurviolett und kastanienfarbenen Nuancen. Der ungewöhnliche Name geht auf den englischen Dichter Edward Young (1683-1765) zurück, dessen „Klagen oder Nachtgedanken über Leben, Tod und Unsterblichkeit“ in Europa populär waren. „The complaint or night thoughts“ erschienen 1742-1745 und wurden in viele Sprachen übersetzt.

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'Paul Noël'
Foto: Dr.Peter Uter

'Paul Noël' ist eine Wichurana-Kletterrose von Rémy Tanne, 1913, Frankreich. Die gefüllten Blüten sind rosa mit aprikotgelber Mitte. Sie ist eine beliebte Kaskadenrose und remontiert etwas. Paul Noël war ein Freund des Züchters und Direktor des Jardin des Plantes (des Botanischen Gartens) in Rouen, Normandie.

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'Pélisson'
Foto: Hella Brumme - Italien

'Pélisson', Moosrose von Vibert, Frankreich, 1848, mit großen, rosa Blüten aus dunkelrosa Knospen. Pélisson heißt im Französischen der Pelzrock, die Pelzjacke, vielleicht eine Lustspielfigur?

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'Pergolèse'
Foto: Hella Brumme

'Pergolèse', Portlandrose von Robert et Moreau, Frankreich, 1860 mit karminvioletten zu dunkelkirschrot sich färbenden Blüten. Giovanni Battista Pergolèse (1710-1736) war ein Opern- und Kirchenmusik-Komponist in Neapel.

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'Prinz Hirzeprinzchen'
Foto: Sangerhausen

'Prinz Hirzeprinzchen' (Rudolf Geschwind, eingeführt von Peter Lambert 1912) ist eine Multiflora-Kletterrose mit karmin bis purpurroten, gefüllten Blüten von etwa 5 cm ? mit weißen Reflexen, was auf eine rote Chinarose hindeutet. Langsam wachsend. Peter Lambert bot sie als Nordlandrose in seinem Katalog an. Der nette, auffallende Name stammt aus einem gereimten Märchen von Marie von Ebner-Eschenbach.

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Rosa filipes
Foto: Eberhard Hentschke

Rosa filipes Rehd. et Wils., Rose mit fadenartigem (= filipes) Blütenstiel, ist eine hoch kletternde Wildrose aus Westchina, die 1908 durch den Pflanzensammler Ernest H. Wilson (1876-1930) nach Großbritannien kam. Wilson wurde wegen seiner Reisen nach China "China-Wilson" genannt. Kein anderer hat so viele neue Pflanzen zu Anfang des 20. Jahrhunderts aus Asien in unsere Gärten gebracht wie Ernest H. Wilson, darunter zahlreiche Rosen. Er schrieb in einem Reisebericht: "Sie klettern oft auch in sehr hohe Bäume, und ein Baum, dessen Äste von Rosen übersponnen sind, bietet eine unvergeßliche Erinnerung. Ein Gang durch so eine Schlucht zu früher Morgenstunde oder nach einem leichten Schauerregen, wenn die Luft erfüllt ist mit dem süßen Duft von Myriaden von Rosenblüten, ist wirklich ein Wandeln durch ein Paradies auf Erden." Bei seiner dritten Chinareise, von der auch Rosa filipes stammt, geriet Wilson bei der Suche nach Lilien in einen Steinschlag, ein Felsbrocken brach ihm das rechte Bein. Als er hilflos auf dem Weg lag, kam ein Zug Maultiere. "Damals erkannte ich die Größe eines Maultierhufes", aber nicht ein Maultier berührte ihn. Drei Tage wurde er von seinen Chinesen nach Chengdu getragen, die Wunde entzündete sich und Wilson fürchtete eine Amputation seines Beines. Aber in einer Missionsstation wurde er mit viel Mühe operiert und konnte sein Bein behalten. Nach seiner Rückkehr nach Großbritannien im März 1911 wurde sein Bein nochmals operiert, ein Hinken blieb. "Mein Lilien-Hinkebein"(lily-limp). In vielen unserer Gärten stehen heute Pflanzen, die Wilson aus Asien mitbrachte. Unsere hohen Rambler sind ohne Wilsons Arbeit kaum vorstellbar. Aber wer denkt noch an diesen tapferen und tüchtigen Menschen, diesen großen Botaniker?

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'Rosalita'
Foto: Velle-Buch 2011

'Rosalita', Moschatahybride von Louis Lens, Belgien, 1997, mit einfachen, relativ großen, gelblich-weißen Blütenschalen. Königin Paola von Belgien suchte sich diese Rose aus. Rosalita war ihr Kosename als Kind.

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Marie Henriette Chotek
Foto: Ute Kordes

'Rosengräfin Marie Henriette' (W. Kordes' Söhne 2013) ist eine stark duftende, gesunde Beetrose mit nostalgischen rosa Blüten mit guter Haltbarkeit auch bei Regen. Sie wurde am 8. Juni 2013 in Dolna Krupá (Slowakei) getauft zu Ehren der Rosengräfin Marie Henriette Chotek zu ihrem 150. Geburtstag. Die "Rosengräfin" war eine leidenschaftliche Rosenliebhaberin, besaß eines der größten Rosarien in Europa, hatte eine Verkaufs-baumschule und engen Kontakt zu dem Rosarium in Sangerhausen (heute Europa-Rosarium Sangerhausen und weltweit größte und bedeutendste Rosensammlung), ebenso zu dem Rosenzüchter Wilhelm Kordes und zu den deutschen Rosenfreunden. Marie Henriette Gräfin Chotek war eine Cousine der österreichischen Erzherzogin Sophie, die 1914 zusammen mit dem Thronfolger in Sarajewo erschossen wurde. Dies Attentat löste den ersten Weltkrieg aus. Die "Rosengräfin" steckte ihr ganzes Vermögen in ihre Rosensammlung und ihre Rosenleidenschaft. Leider ging durch den zweiten Weltkrieg ihr berühmtes Rosarium zugrunde und Gräfin Marie Henriette verhungerte buchstäblich und starb am 13. Februar 1946 völlig verarmt. Es ist sehr erfreulich, dass die Rosenschule W. Kordes' Söhne nun diese schöne Rose nach der "Rosengräfin" nannte.

'Rosengraefin_Marie_Henriette'
Foto: Ute Kordes

'Rosengraefin_Marie_Henriette'
Foto: Ute Kordes

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'Rosengraefin_Marie_Henriette'
Foto: Ute Kordes

   

'Salet'
Foto: Hella Brumme

'Salet' (Lacharme, Frankreich, 1854) ist eine sehr gut immer wieder bis zum Frost blühende Moosrose oder bemooste Portlandrose, eine der empfehlenswertesten historischen Rosen. Sie duftet kräftig und süß mit gefüllten, rosa Blüten und bildet einen bis 1,5 m hohen, kugeligen Strauch mit hellem Laub. Melchior Salet war angeblich ein Anwalt in der Nähe Lyons, möglicherweise heißt die Rose nach ihm. Nach neueren Erkenntnissen war Melchior Salet ein Gartenplaner (compositeur de jardin). Vielleicht war der Vater der Anwalt

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'Schengen Rose'
Foto: Velle-Vortrag 2011

'Schengen Rose', Moschatahybride von Ann Velle-Boudolf, Belgien, 2010, mit einfachen Blüten von dunkelrosa bis blassrosa, gestreift, gefleckt, gepunktet und weißer Mitte. Jede Blüte ist anders. Die Rose wurde in Luxembourg zum 25 jährigen Bestehen des Schengen-Abkommens getauft.

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'Schoone Gezelle Blomme'
Foto: Velle-Buch 2011

'Schoone Gezelle Blomme', Moschatahybride von Louis Lens, Belgien, 1999. An der sehr gesunden Pflanze erscheinen von Juni bis zum Frost viele halbgefüllte, duftende, reinweiße Blüten. Der flämische Dichter Guido Gezelle (1830-1899) schrieb viele Blumengedichte. Zu seinem 100. Todestag wurde die Rose getauft.

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'Stanwell Perpetual'
Foto: Jos Rogiers 2014

'Stanwell Perpetual', Strauchrose von der Gärtnerei Lee in GB 1838 herausgebracht. Die Spinosissima-Hybride mit ihrer zartrosa gefüllten, süß duftenden Damaszenerblüte ist ein Dauerblüher von Mai bis November. Sie soll in dem Garten Stanwell gefunden worden sein. Mary Lawrence malte in ihrem Rosenbuch (1793-1796) bereits diese Rose mit dem Namen 'Stanwell'. Eigentlich müsste außer Rosa spinosissima und der Herbstdamaszener auch eine frühe Chinarose an ihr beteiligt sein, weil es bei den Herbstdamaszenern keine solche Dauerblüte gibt. Aber das wird erst eine spätere Genuntersuchung klären.

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'Sutter's Gold'
Foto: Rosen-Union-Katalog 2012

'Sutter's Gold' (Swim, 1950, USA) Wer erinnert sich nicht an den süßen, fruchtigen Duft dieser goldgelben Teehybride? Jack Harkness meinte: "One of the most charming roses I know." Der Name feierte den Goldfund durch den Schweizer Johann August Sutter in Sutter's Creek, Kalifornien 100 Jahre vorher, der den Goldrausch auslöste. Sutter fand auf seinem Grundstück 1848 Gold, hatte aber selbst nichts davon, weil Goldsucher und Räuber ihm alles wegnahmen und durch die Suche sein Grundstück zerstörten.

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'Tour de Malakoff'
Foto: Hella Brumme

'Tour de Malakoff', Zentifolie von Pastoret, von Soupert & Notting 1857 in den Handel gebracht. Die dunkelpurpur-violetten Blüten duften stark. Der Name „Turm von Malakoff“ erinnert an den Krimkrieg zwischen den Russen und Engländern und Franzosen. Ein Jahr wurde die russische Festung Sewastopol von Engländern und Franzosen belagert, bis im September 1855 die Franzosen den wichtigsten Zugang, den Tour de Malakoff, erstürmten und damit die Russen zur Kapitulation zwangen. Der Sieger war Maréchal Niel, nach dem auch eine Rose benannt wurde.

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'William Allen Richardson'
Foto: Hella Brumme - Italien

'William Allen Richardson', Noisette von Ducher, Frankreich, 1878, mit Blüten von apricot-orange bis zu cremeweißer Farbe. Die Rose war eine beliebte Knopflochrose. William Allen Richardson war ein reicher Rosenfreund aus Kentucky, der nach Lyon reiste, um sich dort eine Rose auszusuchen, die seinen Namen tragen sollte.

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'William Lobb'
Foto: Carsten Raufuß

'William Lobb', Moosrose von Laffay 1855 mit violetten Blüten, die sich bis zu mauve-grau färben. Die Rose kann als kleine Kletterrose bis 2,5 m hochgezogen werden. William Lobb (1809-1863) war ein englischer Pflanzensammler der Baumschule Veitch, der in Nord- und Südamerika Pflanzen sammelte, während sein Bruder Thomas ebenfalls für Veitch in Südostasien unterwegs war.

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'Yolande d' Aragon'
Foto: Hella Brumme - Italien

'Yolande d'Aragon', Portlandrose oder Remontantrose von Vibert, Frankreich, 1843, mit tiefrosa Blüten. Jolanthe von Aragon (1379-1442) war Königin von Sizilien, Neapel, Jerusalem und Aragon, Herzogin von Anjou und Gräfin der Provence und galt als weiseste und schönste Fürstin der Christenheit.

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'Zéphirine Drouhin'
Foto: Carsten Raufuß

'Zephirine Drouhin', Bourbon-Kletterrose von Bizot, Frankreich, 1868. Die stachellose Rose mit großen, locker gefüllten, duftenden, rosa Blüten spielt sogar in einem Krimi von Agatha Christie eine wichtige Rolle („Morphium“). Sie soll nach einer schönen Frau aus Dijon oder der Frau eines Gartenfreundes aus Semur benannt worden sein.

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'Zoe'
Foto: Hella Brumme - Italien

'Zoe', Moosrose vor 1829, Frankreich, vielleicht von einem Rosenfreund H. Barbet aus Rouen. Die angenehm duftenden, rosa Blüten sind stark gefüllt und nicht sehr groß. Auffallend ist das Moos, das sich sogar auf das Laub ausdehnen kann. Prévost schrieb 1829, er habe sie von Barbet bekommen, der sie nach einer Tochter benannt habe.

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