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Rosendorf Steinfurth zur schönsten Blütezeit
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Rosen-Poesie

President de Seze.jpg

Alte Rose

Rosenduft
Wenn der Morgentau die Blüten samtig schimmernd nässt,
wenn der Wind die grünen Zweige leise zittern lässt,
weht durch die Luft ein zarter Rosenduft,
hält mich ein Weilchen fest.

Wenn ein Sonnenstrahl die Rose langsam wärmend grüßt,
ihr den kühlen Tau so zärtlich von den Blättern küsst,
zieht durch die Luft ein feiner Rosenduft,
den Augenblick versüßt.

Wenn die Hand den Blütenkelch schmeichelnd warm umschließt
und der starke Duft berauschend aus den Blüten fließt,
schwebt in der Luft ein zarter Rosenduft,
das Rosenherz genießt.

Wenn der Abendwind die Ranken still und sachte wiegt,
schon gedämpftes Sonnenleuchten auf den Büschen liegt,
steigt in die Luft ein feiner Rosenduft,
der mit dem Luftstrom fliegt.

Wenn des Nachts ein warmer Südwind weit nach Norden dringt,
und der Vogel im Baum nicht schläft sondern lauthals singt,
hängt in der Luft ein zarter Rosenduft,
der uns den Sommer bringt.

Marie L Späth Lyrikerin und Gärtnerin

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Gruß an Oldenburg


Novembergarten

Rose sulfurea
im Novembergarten gelb
mit schwachem Duft
und blattlosem Stiel.
Wir machen uns bekannt.
Schönes Wetter heute.
Gespräche über Bodenfrost,
Gartenschere, Schneeflocken
zögern laut zu werden.
So zählen wir lieber
die Hagebutten
und unsere Hoffnungen
auf sorglose Tage
im kommenden Jahr.

Wolfgang Weyrauch (1932 – 1981)

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Stanwell Perpetual

Oktoberrose
Oktoberrose, schöne
und letzte Künderin,
wo sind des Sommers Töne,
wo seine Lieder hin?

Ob ich an dich gedenke,
ob sich dein Duft bewahrt,
die herbstlichen Geschenke
sind all von deiner Art.

Es kommt ein Wind von Osten,
der weht dich aus der Zeit.
Die Gartentore rosten
Vor deiner Ewigkeit.

Georg von der Vring (1889 – 1968)

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Gertrud Fehrle

Des Sommers letzte Rose
Des Sommers letzte Rose
blüht hier noch, einsam rot.
All ihre schönen Schwestern
sind schon verwelkt und tot!
Nicht Freunde stehen bei ihr,
kein junger Rosenstrauch,
zu frohem Wiederglühen,
zu tauschen Hauch um Hauch.

Will dich nicht welken lassen,
dich, die ich einsam fand;
O sei zu deinen Schwestern
in ewigen Schlaf gesandt!
Ich streue deine Blätter
so gerne auf die Gruft,
wo deine Lieben welkend
nun liegen ohne Duft!

Thomas Moore Anglo-Irischer Schriftsteller (1779 – 1852)

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Heut ist der holde Tag
Nicht warm und kalt auch nicht,
die Wolke wäscht
der Welt ihr Blumenangesicht;
ich hör die Nachtigall
wie sie zur Rose spricht:
„Blüh auf und lieb und trink,
eh´ dich der Herbstwind bricht.“

Omar der Zeltmacher Aus dem „Rosenbogen“ 3/1967

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Bouquet Parfait

Uns hat ein Ros´ ergetzet
Im Garten mittenan.
Die hat sehr schön geblühet
Haben sie im März gesetzet
Und nicht umsonst gemühet.
Wohl denen, die ein Garten han.
Sie hat so schön geblühet.

Bertold Brecht, „Mutter Courage“

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Cent muscosa ´Pellisson´

Erste Rosen
Erste Rosen erwachen,
und ihr Duften ist zag
wie ein leisleises Lachen;
flüchtig mit schwalbenflachen
Flügeln streift es den Tag;
und wohin du langst,
da ist alles noch Angst.
Jeder Schimmer ist scheu,
und kein Klang ist noch zahm,
und die Nacht ist zu neu,
und die Schönheit ist Scham.

Theodor Storm

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Dr.Eckner

Mailied
Pflücket Rosen, um das Haar
Schön damit zu kränzen,
Reihe dich, o junge Schaar,
Dann zu frohen Tänzen!

Nehmt die Leier von der Wand,
Kränzet sie und gebet
Sie dem Sänger in die Hand,
Der sie uns belebet.

Freuet euch, so lang der Mai
Und der Sommer währet;
Nur zu bald sind sie vorbei,
Und der Winter kehret.

Lange müßt ihr dann auf's neu
Bei der Lampe sitzen,
Und bei ew'gem Einerlei
Saurer Arbeit schwitzen.

Elisabeth Kulmann (1808-1825)

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´Wildrose´

An die Rose

Rose, Frühling schwindet,
Veilchen haben dich verkündet,
Maienblumen starben hin;
Öffne dich beim LustDieser Fluren; komm o schöne!
An die Rose

Ewig trägt im Mutterschoße,
Süße Königin der Flur!
Dich und mich die stille, große,
Allbelebende Natur;
Röschen! unser Schmuck veraltet,
Stürm entblättern dich und mich,
Doch der ewge Kern entfaltet
Bald zu neuer Blüte sich.

Gedicht von Friedrich Hölderlin (1770-1843)

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´Hagebutten´

Rosen, ihr blendenden

Rosen, ihr blendenden,
Balsam versendenden!
Flatternde, schwebende,
Heimlich belebende,
Zweiglein beflügelte,
Knospen entsiegelt

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Dr.Eckner

Nun weiß man erst, was eine Rosenknospe sei,
jetzt, da die Rosenzeit vorbei;
Ein Spätling noch am Stocke glänzt
und ganz allein die Blumenwelt ergänzt.

Johann Wolfgang von Goethe

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´Werner von Blon´

Gesang des Laubenpiepers
´ne Wühlmaus tritt man gerne tot.
Mit Giersch hat man die liebe Not.
Doch mit den Rosen spricht man leise
Nach schöner alter Weise.

Ulla Sander

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Wenn der Sommer sich verkündet,
Rosenknospe sich entzündet,
wer mag solches Glück entbehren?

Joh. Wolfgang von Goethe

Die Rose ist etwas so Schönes,
dass auch der wahnsinnigste Züchter
sie nicht verderben kann.

Konrad Adenauer

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Old Port

Wo du eine Rose züchtest, mein Freund,
kann keine Distel wachsen.

Frances Hodgtson Burnett

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Wem Mutter Natur
ein Gärtchen gibt und Rosen,
dem gibt sie auch
Raupen und Blattläuse,
damit er´s verlernt,
sich über Kleinigkeiten zu entrüsten.

Wilhelm Busch


Der Rose süßer Duft genügt, man braucht sie nicht zu brechen.
Und wer sich mit dem Duft begnügt,
den wird ihr Dorn nicht stechen.

Friedrich von Bodenstedt

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Siehe, die Rosen im Garten
öffnen sich alle dem Licht.
Seele, meine Seele,
zögere du nicht.

Matthias Claudius


Wenn der Mensch keine anderen Fähigkeiten hätte,
ausser Rosen zu ziehen,
so wäre er dennoch vollkommen!

Wilkie Collins

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President de Seze.jpg


Alte Rose

Eine Rosenknospe war
sie, für die mein Herz erglühte;
Doch sie wuchs und wunderbar
schoß sie auf in voller Blüte.

Ward die schönste Ros im Land,
und ich wollt´ die Rose brechen,
doch sie wußte mich pikant
mit den Dornen fortzustechen.

Jetzt, wo sie verwelkt, zerfetzt
und verklatscht von Wind und Regen -
liebster Heinrich bin ich jetzt,
liebend kommt sie mir entgegen.

Heinrich hinten, Heinrich vorn,
klingt es jetzt mit süßen Tönen;
sticht mich jetzt etwa ein Dorn,
ist es an dem Kinn der Schönen.

Allzu hart die Borsten sind,
die des Kinnes Wärzchen zieren -
Geh ins Kloster, liebes Kind,
oder lasse dich rasieren.

Heinrich Heine

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Schneeglöckchen

Es scheint, als läge der Garten noch in starrer Winterruh.
Laub und Tannenreisig decken die Beete zu.
Aber schon lugt aus der schützenden Decke
das erste zarte Grün,
in leuchtendweißen Büscheln
Schneeglöckchen und Märzenbecher blühn.
Sie locken mich ins Freie,
es zuckt die Gärtnerhand,
endlich wieder aufs Neue
zu graben im schwarzen Sand.
Schon beginn ich hier und da zu zupfen,
abgestorbene Halme, dürre Blätter auszurupfen,
das Laub beiseite zu schieben
über den zarten, neuen Trieben,
die aus der harten Erde brechen,
wie Lanzen durch den Harnisch stechen,
gehorchend einer ewigen Macht
zu entfalten ihre Blütenpracht.
Dass nicht die trügerische Sonne
zu früh den Saftfluss weckt,
und später Frost die Pracht zerstört,
wird alles wieder zugedeckt.
Ein kleiner Seufzer entflieht meiner Brust:
Es hat noch keinen Sinn,
bezähme deine Lust,
es ist noch ein Weilchen hin.

Mariel Späth

(gefunden in der Zeitschrift „Rosenfaszination“ Ausgabe Frühjahr 2009)

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Red Rugostar im Winter

Was die Rose im Winter tut

Was tut wohl die Rose zur Winterszeit?
Sie träumt einen hellroten Traum.
Wenn der Schnee sie deckt um die Adventszeit,
träumt sie vom Holunderbaum.
Wenn Silberfrost in den Zweigen klirrt,
träumt sie vom Bienengesumm,
vom blauen Falter, und wie er flirrt......
Ein Traum, und der Winter ist um!

Macha Kaleko

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´Agnes´

Oktoberrose

Oktoberrose, schöne
und letzte Künderin,
wo sind des Sommers Töne,
wo seine Lieder hin?

Ob ich an dich gedenke,
ob sich dein Duft bewahrt,
die herbstlichen Geschenke
sind all von deiner Art.

Es kommt ein Wind von Osten,
der weht dich aus der Zeit.
Die Gartenrosen rosten
vor deiner Ewigkeit.

Georg von der Vring (1889-1968)

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Rose, du Spätling

Rose, du Spätling, noch aufgehalten von bittren
Nächten, von zuviel sternischer Klarheit,
ahnst du, Rose, das süße, das leichte Erfülltsein
deiner Sommer-Geschwister?

In deiner Knospe seh ich dich zögern, Tag für Tag,
du allzu fest verschlossene Rose.
Du ahmst das Langsame des Todes nach
Und wirst doch erst geboren.

Läßt dich dein zahlloser Zustand erfahren,
in einer alles verwirrenden Mischung,
wie der unsagbare Klang aus Sein und Nichtsein ist,
den wir kaum gewahren?

Rainer Maria Rilke (1875-1926)

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Nun lass den Sommer gehen,
lass Sturm und Winde wehen.
Bleibt diese Rose mein,
wie könnt ich traurig sein?

Joseph Freiherr von Eichendorff

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'Blanchefleur'


„Du glaubst nicht, süße Constanze,
wie sehr ich Rosen liebe,
aber nicht die blassen Dinger,
die man in Töpfe zieht –
die vollen glühenden Centifolien,
die aussehen, als brennten sie
in verzehrender Liebesglut,
als wären sie in Liebesglut verschönt.“

(Das schrieb Theodor Storm an Constanze Esmarch, seine künftige Ehefrau am 22. Juni 1844)

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´Agnes´

Rosenzauber

Ich will die Rosen sehn, die überall
In dem Gelände duften jetzt und blühn.
Ich lebe hinter einem Rosenwall
Und brauche ihre Namen nicht bemühn –

Nicht Sutters Gold, nicht Queen Elizabeth,
Dorothy Perkins. Namen sind ein Duft,
ein Glanz. Es ist mir manchmal so, als hätt
ich nie genug genannt die Zauberluft.

Ich denk an Laurins Rosengarten, den
Ein Seidenfaden magisch einst umschloss.
Ich kann ihn bei geschlossenen Augen sehn
Und wie der Zwergenkönig ihn genoß.

Karl Krolow

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´Lady Mary Fitzwilliam´  

Wir haben Rosen
Gepflanzt
Es wurden Dornen

Der Gärtner
Tröstet uns
Die Rosen schlafen
Man muss auch
Seine
Dornenzeit lieben

Rose Ausländer

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´Mme Sancy de Parabere´  

Sieben Rosen hat der Strauch
Sechs gehörn dem Wind
Aber eine bleibt, dass auch
Ich noch eine find.

Sieben Male ruf ich dich
Sechsmal bleibe fort
Doch beim siebten Mal, versprich
Komme auf ein Wort.

Bertold Brecht

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R. gallica ´Tuscany´


Die Rose

Als sich die Rose erhob, die Bürde
Ihres Blühens und Duftens zu tragen
Mit Lust;
Hat sie, dass es der letzte sein würde
Von ihren Tagen,
Noch nichts gewusst.

Nur, dass sie glühender noch werden müsste,
Reiner und seliger hingegeben
Dem Licht
Spürte sie – ach, dass zum Tode sich rüste
So wildes Leben,
Bedachte sie nicht...

Als dann am Abend mit Mühe der Stengel
Ihre hingeatmete Süße
Noch trug,
Hauchte sie, fallend dem kühlen Engel
Welk vor die Füße:
„War es genug?“

Eugen Roth

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´Victor Verdier´


Das traurige Röslein

Ein Röslein war gar nicht munter,
Weil es im Topfe stand,
sah immer traurig hinunter
Auf die Blumen im freien Land.

Die Blumen nicken und winken.
Wie ist es im Freien so schön
Zu tanzen und Tau zu trinken
Bei lustigem Windeswehn.
Von bunten Schmetterlingen
Umgaukelt, geschmeichelt, geküsst;
Dazwischen der Vöglein Singen
Anmutig zu hören ist.

Wir preisen dich und loben
Dich, fröhliche Sommerzeit;
Ach, Röslein am Fenster droben,
Du tust uns auch gar zu leid.

Da ist ins Land gekommen
Der Winter mit seiner Not.
In Schnee und Frost verklommen,
Die Blumen sind alle tot.
Ein Mägdlein hört es stürmen,
Macht fest das Fenster zu.
Jetzt will ich dich pflegen und schirmen Du liebes Röslein du.

Wilhelm Busch

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´Cosmea u.r.OldPort´


Sommerbild

Ich sah des Sommers letzte Rose stehn,
Sie war, als ob sie bluten könne, rot;
Da sprach in schauernd im Vorübergehn:
So weit im Leben, ist zu nah am Tod!

Es regte sich kein Hauch am heißen Tag,
Nur leise strich ein weißer Schmetterling;
Doch, ob auch kaum die Luft sein Flügelschlag
Bewegte, sie empfand es und verging.

Wenn die Rosen ewig blühten,
Die man nicht vom Stock gebrochen,
Würden sich die Mädchen hüten,
Wenn die Burschen nächtlich pochen.
Aber, da der Sturm vernichtet,
Was die Finger übrigließen,
Fühlen sie sich nicht verpflichtet,
Ihre Kammern zu verschließen.

Friedrich Hebbel

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´Cosmea u.r.OldPort´

Alte Rose

Eine Rosenknospe war
Sie für die mein Herze glühte;
Doch sie wuchs, und wunderbar
Schoß sie auf in voller Blüte.

Ward die schönste Ros im Land,
und ich wollt die Rose brechen,
Doch sie wusste mich pikant
Mit den Dornen fortzustechen.

Jetzt, wo sie verwelkt, zerfetzt
Und verklatscht von Wind und Regen –
Liebster Heinrich bin ich jetzt,
Liebend kommt sie mir entgegen.

Heinrich hinten, Heinrich vorn,
klingt es jetzt mit süßen Tönen;
Sticht mich jetzt etwa ein Dorn,
Ist es an dem Kinn der Schönen.

Allzu hart die Borsten sind,
Die des Kinnes Wärzchen zieren –
Geh ins Kloster, liebes Kind,
Oder lasse dich rasieren.

Heinrich Heine (1797 – 1856)

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Der Rose gewidmet

Tausend der schönsten Rosen
Blühten auf nach dunkler Nacht -
Welche Sprache muß ich sprechen,
Um zu schildern diese Pracht,
Dieses Duften, dieses Blühen,
Diese Schönheit ringsumher -
Rosen, euch gebührt die Krone,
Königinnen im Blumenheer !

Wunderfeine Blütenkelche
Lächeln still in Duft und Schimmer,
Träumen wie in tiefer Ruh.
Keusche zarte Rosenknospen
Öffnen sich ganz weich und sacht,
Ihre vollerblühten Schwestern
Prangen, daß der Himmel lacht.

Sel´ge Hoffnung trägt die feinen
Blumenseelen durch den Tag:
Heute ist das Fest der Freude,
Rosen feiern Rosentag!

Prof. Ewald Gnau
Mitbegründer und Förderer des Europa-Rosariums Sangerhausen

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´Cosmea u.r.OldPort´


´Single Red´


Rosengedicht von Brecht

Ach, wie sollen wir die kleine Rose buchen?
Plötzlich dunkelrot und jung und nah?
Ach, wir kamen nicht, sie zu besuchen
Aber als wir kamen, war sie da.

Eh sie da war, ward sie nicht erwartet.
Als sie da war, ward sie kaum geglaubt.
Ach, zum Ziele kam, was nie gestartet.
Aber war es so nicht überhaupt?

Berthold Brecht

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Das Rosenband

Im Frühlingsschatten fand ich sie;
Da band ich sie mit Rosenbändern;
Sie fühlt' es nicht, und schlummerte.

Ich sah sie an; mein Leben hing
Mit diesem Blick an ihrem Leben:
Ich fühlt' es wohl und wusst' es nicht.

Doch lispelt' ich ihr sprachlos zu,
Und rauschte mit den Rosenbändern:
Da wachte sie vom Schlummer auf.

Sie sah mich an; ihr Leben hing
Mit diesem Blick an meinem Leben,
Und um uns ward's Elysium.

Friedrich Gottlieb Klopstock

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´Wildrose´

Duldsam

Des morgens früh, sobald ich mir
Mein Pfeifchen angezündet,
Geh ich hinaus zur Hintertür,
Die in den Garten mündet.

Besonders gern betracht ich dann
Die Rosen, die so niedlich;
Die Blattlaus sitzt und saugt daran
So grün, so still, so friedlich.

Und doch wird sie, so still sie ist,
Der Grausamkeit zur Beute;
Der Schwebefliegen Larve frisst
Sie auf bis auf die Häute.

Schlupfwespchen flink und klimperklein,
So sehr die Laus sich sträube,
Sie legen doch ihr Ei hinein
Noch bei lebendgem Leibe.

Sie aber sorgt nicht nur mit Fleiß
Durch Eier für Vermehrung;
Sie kriegt auch Junge hundertweis
Als weitere Bescherung.

Sie nährt sich an dem jungen Schaft
Der Rosen, eh sie welken;
Ameisen kommen, ihr den Saft
Sanft streichelnd abzumelken.

So seh´ ich in Betriebsamkeit
Das hübsche Ungeziefer
Und rauche während dieser Zeit
Mein Pfeifchen tief und tiefer.

Dass keine Rose ohne Dorn,
Bringt mich nicht aus dem Häuschen.
Auch sag ich ohne jeden Zorn:
Kein Röslein ohne Läuschen.

Wilhelm Busch

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´Cosmea u.r.OldPort´


Der Frühling

Wie die Tage macht der Frühling
Auch die Nächte mir erklingen;
Als ein grünes Echo kann er
Bis in meine Träume dringen.

Nur noch märchensüßer flöten
Dann die Vögel, durch die Lüfte
Weht es sanfter, sehnsuchtmilder
Steigen auf die Veilchendüfte.

Auch die Rosen blühen röter,
Eine kindlich güldne Glorie
Tragen sie, wie Engelköpfchen
Auf Gemälden der Historie –

Und mir selbst ist dann als würd ich
Eine Nachtigall und sänge
Diesen Rosen meine Liebe,
Träumend sing ich Wunderklänge –

Bis mich weckt das Licht der Sonne
Oder auch das holde Lärmen
Jener andern Nachtigallen,
Die vor meinem Fenster schwärmen.

Heinrich Heine (1797 – 1856)

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´ ´


Rose und Schmetterling

Wenn das weiße Morgenlächeln
über meinem Kelche hängt,
und der Frühluft leises Fächeln
sich in meinem Haar verfängt,
dass mein grüner Körperstängel
sehnsuchtschwer sich überneigt,
kommt ein schöner Falterengel,
der mit mir zum Himmel steigt.

Meine duftige Gewandung
Wandelt sich zum Flügelkleid,
über Tag und Mittagsbrandung
schweben wir durch lose Zeit,
und wir schaukeln, und wir strahlen
unsre Seelen in die Luft,
füllen alle Blütenschalen:
er mit Farbe, ich mit Duft.

Rose Ausländer (1901 – 1988)

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´ ´


Das Mädchen an den Mai

Es ist doch im April fürwahr
Der Frühling weder halb noch gar;
Komm, Rosenbringer, süßer Mai,
Komm du herbei,
So weiß ich, was der Frühling sei!

-Wie aber? Soll die erste Gartenpracht,
Narzissen, Primeln, Hyazinthen,
Die kaum die hellen Augen aufgemacht,
Schon welken und verschwinden?
Und mit euch besonders, holde Veilchen,
Wär es dann fürs ganze Jahr vorbei?
Lieber, lieber Mai,
Ach, so warte noch ein kleines Weilchen!

Eduard Mörike (1804 – 1875)

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´Ilmenau´

Das Samenkorn

Ein Samenkorn lag auf dem Rücken,
Die Amsel wollte es zerpicken.

Aus Mitleid hat sie es verschont
Und wurde dafür reich belohnt.

Das Korn, das auf der Erde lag,
Das wuchs und wuchs von Tag zu Tag.

Jetzt ist es schon ein hoher Baum
Und trägt ein Nest aus weichem Flaum.

Die Amsel hat das Nest erbaut;
Dort sitzt sie nun und zwitschert laut.

Joachim Ringelnatz (1883 – 1934)

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´´

Zwei Rätsel

Zuerst ein fest verschlossen Päcklein,
dann grünes Jäcklein, rotes Röcklein,
zuletzt von Steinen ein Säcklein –
was ist das?

Ich bin der Erden Purpurrock,
prang rot und weiß wie eine Dock;
hoch auf der Holzburg tu ich schweben,
mit scharfen Spießen bin ich umgeben.
Wer bin ich?

Quelle: unbekannt

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´´

Erste Rosen

Erste Rosen erwachen,
Und ihr Duften ist zag
Wie ein leisleises Lachen;
Flüchtig mit schwalbenflachen
Flügeln streift es den Tag;

Und wohin du langst,
Da ist alles noch Angst.

Jeder Schimmer ist scheu,
Und kein Klang ist noch zahm,
Und die Nacht ist zu neu,
Und die Schönheit ist Scham.

Rainer Maria Rilke (1875 – 1926)

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´Hagebutten´

Amor und Rose

Als Amor in den goldnen Zeiten,
Verliebt in Schäferlustbarkeiten,
Auf bunten Blumenfeldern lief,
Da stach den kleinsten von den Göttern
Ein Bienchen, das in Rosenblättern,
Wo sonst es Honig holte, schlief.

Durch diesen Stich wird Amor klüger,
Der unerschöpfliche Betrüger
Sann einer neuen Kriegslist nach:
Er lauscht in Rosen und Violen;
Und kam ein Mädchen sie zu holen,
Flog er als Bien´ heraus und stach.

Gotthold Ephraim Lessing (1729 – 1781)

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´Ilmenau´

Die Familie der Rosen

Die Rose ist Rose,
War immer nur Rose.
Die These erbost mich,
Der Apfel sei Rose,
Die Birne, die bloße,
Selbst die Aprikose.
Nur mein Liebchen weiß,
Was ich noch als Rose preis´:
Du selbst bist eine Rose –
Und warst es allezeit.

Robert Frost (1874 – 1963)

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´Wildrose´

Februarschnee

Tut nicht mehr weh,
Denn der März ist in der Näh´!
Aber im März
Hüte das Herz,
dass es zu früh nicht knospen will.
Warte, warte und sei still!
Und wär´ der sonnigste Sonnenschein,
Und wär´ es noch so grün auf Erden,
Warte, warte und sei still:
Es muss erst April gewesen sein,
bevor es Mai kann werden!

Cäsar Flaischlen ( 1864 – 1920)

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Der Rosengarten

Ich weiß ein Garten hübsch und fein,
Da blüht ein rotes Röselein;
Und darum ist ein Heckenzaun,
Im Sommer grün, im Winter braun.

Und wer das Röslein brechen will,
Muss kommen stumm, muss kommen still;
Muss kommen bei der dustren Nacht,
Wenn weder Mond noch Sternlein wacht.

Ich wollte meinem Glück vertraun,
Stieg heimlich übern Gartenzaun;
Das rote Röslein war geknickt,
Ein andrer hatte es gepflückt.

Das Gärtchen ist nun kahl und leer,
Das rote Röslein blüht nicht mehr;
Betrübt muss ich von weitem stehn
Und nach dem Rosengarten sehn.

Hermann Löns (1866-1914)

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´Wildrose´

Herbst

Astern blühen schon im Garten,
Schwächer trifft der Sonnenpfeil.
Blumen, die den Tod erwarten
Durch des Frostes Henkerbeil.

Brauner dunkelt längst die Heide,
Blätter zittern durch die Luft.
Und es liegen Wald und Weide
Unbewegt im blauen Duft.

Pfirsich an der Gartenmauer,
Kranich auf der Winterflucht.
Herbstes Freuden, Herbstes Trauer,
Welke Rosen, reife Frucht.

Detlev von Liliencron (1844-1909)

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´Wildrose´

Es regnet sich langsam ein

So regnet es sich langsam ein,
Und immer kürzer wird der Tag
Und immer seltener der Sonnenschein.
Ich sah am Waldrand gestern ein paar Rosen stehn...
Gib mir die Hand und komm...
Wir wollen sie uns pflücken gehen.
Es werden wohl die letzten sein.

Cäsar Flaischlen (1864-1928)

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´Wildrose´

September

Der Garten trauert,
Kühl sinkt in die Blumen der Regen.
Der Sommer schauert
Still seinem Ende entgegen.

Golden tropft Blatt um Blatt
Nieder vom hohen Akazienbaum.
Sommer lächelt erstaunt und matt
In den sterbenden Gartentraum.

Lange noch bei den Rosen
Bleibt er stehn, seht sich nach Ruh.
Langsam tut er die großen,
Müdgewordenen Augen zu.

Hermann Hesse (1877-1962)

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´Hagebutten´

Herbst-Gefühl

Müder Glanz der Sonne!
Blasses Himmelsblau!
Von verklungner Wonne,
Träumet still die Au.

An der letzten Rose
Löset lebenssatt
Sich das letzte lose,
Bleiche Blumenblatt!

Goldenes Entfärben
Schleicht sich durch den Hain!
Auch Vergehn und Sterben
Däucht mir süß zu sein.

Karl von Gerock

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´Werner von Blon´

Aus dem Poesiealbum

Froh und heiter magst du ziehn
Schönem Glück entgegen.
Und von Rosen soll es blühn
Rings an deinen Wegen
---------
Rosen und Vergissmeinnicht
Mögen dich umgeben
Heiter wie ein Maientag
Wandle froh durch´s Leben.
---------
Nimm als ein Saatenfeld die Zeit,
Das Frucht trägt, Rosen und auch Leid.
---------
Ich liebe dich so lang ich weiß
Bis rote Rosen werden weiß
Bis weiße Rosen werden rot.
Ich liebe dich bis in den Tod.
---------
Welken muss die schönste Rose,
Auch wenn deine Hand sie bricht.
Doch die Blume wahrer Freundschaft
Welke ewig, ewig nicht!

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´Ilmenau´

Jahre
Die Jahre vergehen
Das Alter häuft sich,
doch der Anblick von Rosen
befreit mich von allen Sorgen.

Alt-Japanisch

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´Hermann Schmidt´

Rosenlied

Rose, du bist schön beblättert!
Bist der Blumen Königin!
Wer dich sieht und nicht vergöttert,
hat für Schönes keinen Sinn.

Rose, von den Blumen, welche
Gießt erquickend solchen Duft,
Gießt aus ihrem Nektarkelche
Solchen Balsam in die Luft?

Rose, von den Blumen keine
Zieht, wie du, die Sinne an!
Und von Mädchen ist nur Eine,
Meine Molly, die es kann.

Unbekannt

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´Cosmea u.r.OldPort´

Rosen
Blüht ihr des Duftes wegen
Und der Frucht im Stillen,
so wünschte ich, ihr blühet
um der Liebe willen;
denn um der Liebe willen
ist nur alles schön,
und wer hat Schöneres
als euch gesehen?

Richard Thöne

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´ ´

Der Duft der Rose

Nimmt dich in einen süßen Bann,
rührt dich liebkosend leise
wie eine Liederweise
mit Ahnung voller Schönheit an,
ist ohne Gleichnis rein und zart:
du kannst es nicht ermessen,
fühlst nur ein süß Vergessen
und eine süße Gegenwart.

Hermann Hesse

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´Carola´

„Wie könnt´ ich traurig sein?“

 „Nun lass den Sommer gehen,
lass Sturm und Winde wehen,
bleibt diese Rose mein,
wie könnt´ ich traurig sein?“

Joseph von Eichendorff

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´ ´

Spät am Abend im Garten

„Es haben meine wilden Rosen –
Erschauernd vor dem Hauch der Nacht –
Die windeleichten, lichten, losen
Blüten behutsam zugemacht.“

Hermann Claudius

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´Astrid Lindgren´

Noch einmal!

Noch einmal fällt in meinen Schoß
Die rote Rose Leidenschaft;
Noch einmal hab´ ich schwärmerisch
In Mädchenaugen mich vergafft;
Noch einmal legt ein junges Herz
An meines seinen starken Schlag;
Noch einmal weht an meine Stirn
Ein juniheißer Sommertag.

Theodor Storm (1817-1888)

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´Hagebutten´

Die Nachtigall

Das macht, es hat die Nachtigall
Die ganze Nacht gesungen:
Da sind von ihrem süßen Schall,
Da sind in Hall und Widerhall
Die Rosen aufgesprungen

Sie war doch sonst ein wildes Kind;
Nun geht sie tief in Sinnen,
Trägt in der Hand den Sommerhut
Und duldet still der Sonne Glut,
Und weiß nicht, was beginnen.

Das macht, es hat die Nachtigall
Die ganze Nacht gesungen;
Da sind von ihrem süßen Schall,
Da sind in Hall und Widerhall
Die Rosen aufgesprungen.

Theodor Storm (1817-1888)

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´ ´

An die Entfernte

Diese Rose pflück´ ich hier,
In der fremden Ferne;
Liebes Mädchen, dir, ach dir
Brächt´ ich sie so gerne

Doch bis ich zu dir mag ziehn
Viele weite Meilen,
ist die Rose längst dahin,
Denn die Rosen eilen.

Nie soll weiter sich ins Land
Lieb´ von Liebe wagen,
als sich blühend in der Hand
Läßt die Rose tragen;

Oder als die Nachtigall
Halme bringt zum Neste,
Oder als ihr süßer Schall
Wandert mit dem Weste.

Nikolaus Lenau (1802-1850)

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´´

Morgens

Nun gib ein Morgenküsschen!
Du hast genug der Ruh´;
Und setz´ dein zierlich Füßchen
Behende in den Schuh!

Nun schüttle von der Stirne
Der Träume blasse Spur!
Das goldene Gestirne
Erleuchtet längst die Flur.

Die Rosen in deinem Garten
Sprangen im Sonnenlicht;
Sie können kaum erwarten,
Dass deine Hand sie bricht.

Theodor Storm (1817-1888)

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´´

Abschied

Verblühte Malven stehen
Den Gartenweg entlang,
Rosenblätter verwehen;
In einer fernen Laube
Tönt Laute und Gesang.

„Wir wollen nimmer reden,
Die Worte sind so schwer.
Da nimm von den Reseden
Noch einen Strauß zur Reise,
Bald gibt es keine mehr.“

Nun ist sie weggegangen
Mit ihrem leichten Schritt
Und nimmt auf ihren Wangen
Mir alle meine Rosen
Und meinen Sommer mit.

Hermann Hesse (1877-1962)

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Der Garten

Der Garten öffnet seine Rosen

Sie duften sich Sonnenworte zu

Nur Liebespaare
fangen sie auf
und grüßen zurück
in der Rosensprache

Rosen antworten rot
mit herzlichem Duft

Duftworte die sich liebkosen

Rose Ausländer (1901-1988)

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„Es entweicht das Fieber…“

Wenn die Rosen blühen,
Hoffe, liebes Herz.
Still und kühl verglühen
Wird dann heißer Schmerz.
Was den Winter über
Oft unheilbar schien:
Es entweicht das Fieber,
Wenn die Rosen blühen.

Kalenderzeilen, 19. Jahrhundert

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„Mach es wie die Schöppenstedter…“

Dauerhaftem schlechten Wetter
Musst du mit Geduld begegnen.
Mach es wie die Schöppenstedter -:
Regnet es, so lass es regnen.

Wilhelm Busch

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Gedanken beim Stachelbeerenpflücken

Bei Rosen kann ich jenen tiefen Sinn verstehn,
dass sie mit Dornen ihre Blüten wehren.
Mir will´s nur absolut nicht in den Schädel gehen,
wozu die Stacheln bei den Stachelbeeren.
Der Dorn an einer Rose macht sie zum Idol,
doch eine Stachelbeere ist uns kein Symbol.
Beim Pflücken leuchtet mir der Sinn und Zweck nicht ein.
Beim Essen denk ich mir: Es wird schon richtig sein.

Fred Endrikat

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Rosendorf Steinfurth zur schönsten Blütezeit
Mehr unter Rosenreisen (Klick hier)

Rosen-Poesie

President de Seze.jpg

Alte Rose

Rosenduft
Wenn der Morgentau die Blüten samtig schimmernd nässt,
wenn der Wind die grünen Zweige leise zittern lässt,
weht durch die Luft ein zarter Rosenduft,
hält mich ein Weilchen fest.

Wenn ein Sonnenstrahl die Rose langsam wärmend grüßt,
ihr den kühlen Tau so zärtlich von den Blättern küsst,
zieht durch die Luft ein feiner Rosenduft,
den Augenblick versüßt.

Wenn die Hand den Blütenkelch schmeichelnd warm umschließt
und der starke Duft berauschend aus den Blüten fließt,
schwebt in der Luft ein zarter Rosenduft,
das Rosenherz genießt.

Wenn der Abendwind die Ranken still und sachte wiegt,
schon gedämpftes Sonnenleuchten auf den Büschen liegt,
steigt in die Luft ein feiner Rosenduft,
der mit dem Luftstrom fliegt.

Wenn des Nachts ein warmer Südwind weit nach Norden dringt,
und der Vogel im Baum nicht schläft sondern lauthals singt,
hängt in der Luft ein zarter Rosenduft,
der uns den Sommer bringt.

Marie L Späth Lyrikerin und Gärtnerin

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Gruß an Oldenburg


Novembergarten

Rose sulfurea
im Novembergarten gelb
mit schwachem Duft
und blattlosem Stiel.
Wir machen uns bekannt.
Schönes Wetter heute.
Gespräche über Bodenfrost,
Gartenschere, Schneeflocken
zögern laut zu werden.
So zählen wir lieber
die Hagebutten
und unsere Hoffnungen
auf sorglose Tage
im kommenden Jahr.

Wolfgang Weyrauch (1932 – 1981)

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Stanwell Perpetual

Oktoberrose
Oktoberrose, schöne
und letzte Künderin,
wo sind des Sommers Töne,
wo seine Lieder hin?

Ob ich an dich gedenke,
ob sich dein Duft bewahrt,
die herbstlichen Geschenke
sind all von deiner Art.

Es kommt ein Wind von Osten,
der weht dich aus der Zeit.
Die Gartentore rosten
Vor deiner Ewigkeit.

Georg von der Vring (1889 – 1968)

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Gertrud Fehrle

Des Sommers letzte Rose
Des Sommers letzte Rose
blüht hier noch, einsam rot.
All ihre schönen Schwestern
sind schon verwelkt und tot!
Nicht Freunde stehen bei ihr,
kein junger Rosenstrauch,
zu frohem Wiederglühen,
zu tauschen Hauch um Hauch.

Will dich nicht welken lassen,
dich, die ich einsam fand;
O sei zu deinen Schwestern
in ewigen Schlaf gesandt!
Ich streue deine Blätter
so gerne auf die Gruft,
wo deine Lieben welkend
nun liegen ohne Duft!

Thomas Moore Anglo-Irischer Schriftsteller (1779 – 1852)

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Heut ist der holde Tag
Nicht warm und kalt auch nicht,
die Wolke wäscht
der Welt ihr Blumenangesicht;
ich hör die Nachtigall
wie sie zur Rose spricht:
„Blüh auf und lieb und trink,
eh´ dich der Herbstwind bricht.“

Omar der Zeltmacher Aus dem „Rosenbogen“ 3/1967

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Bouquet Parfait

Uns hat ein Ros´ ergetzet
Im Garten mittenan.
Die hat sehr schön geblühet
Haben sie im März gesetzet
Und nicht umsonst gemühet.
Wohl denen, die ein Garten han.
Sie hat so schön geblühet.

Bertold Brecht, „Mutter Courage“

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Cent muscosa ´Pellisson´

Erste Rosen
Erste Rosen erwachen,
und ihr Duften ist zag
wie ein leisleises Lachen;
flüchtig mit schwalbenflachen
Flügeln streift es den Tag;
und wohin du langst,
da ist alles noch Angst.
Jeder Schimmer ist scheu,
und kein Klang ist noch zahm,
und die Nacht ist zu neu,
und die Schönheit ist Scham.

Theodor Storm

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Dr.Eckner

Mailied
Pflücket Rosen, um das Haar
Schön damit zu kränzen,
Reihe dich, o junge Schaar,
Dann zu frohen Tänzen!

Nehmt die Leier von der Wand,
Kränzet sie und gebet
Sie dem Sänger in die Hand,
Der sie uns belebet.

Freuet euch, so lang der Mai
Und der Sommer währet;
Nur zu bald sind sie vorbei,
Und der Winter kehret.

Lange müßt ihr dann auf's neu
Bei der Lampe sitzen,
Und bei ew'gem Einerlei
Saurer Arbeit schwitzen.

Elisabeth Kulmann (1808-1825)

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´Wildrose´

An die Rose

Rose, Frühling schwindet,
Veilchen haben dich verkündet,
Maienblumen starben hin;
Öffne dich beim LustDieser Fluren; komm o schöne!
An die Rose

Ewig trägt im Mutterschoße,
Süße Königin der Flur!
Dich und mich die stille, große,
Allbelebende Natur;
Röschen! unser Schmuck veraltet,
Stürm entblättern dich und mich,
Doch der ewge Kern entfaltet
Bald zu neuer Blüte sich.

Gedicht von Friedrich Hölderlin (1770-1843)

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´Hagebutten´

Rosen, ihr blendenden

Rosen, ihr blendenden,
Balsam versendenden!
Flatternde, schwebende,
Heimlich belebende,
Zweiglein beflügelte,
Knospen entsiegelt

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Dr.Eckner

Nun weiß man erst, was eine Rosenknospe sei,
jetzt, da die Rosenzeit vorbei;
Ein Spätling noch am Stocke glänzt
und ganz allein die Blumenwelt ergänzt.

Johann Wolfgang von Goethe

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´Werner von Blon´

Gesang des Laubenpiepers
´ne Wühlmaus tritt man gerne tot.
Mit Giersch hat man die liebe Not.
Doch mit den Rosen spricht man leise
Nach schöner alter Weise.

Ulla Sander

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Wenn der Sommer sich verkündet,
Rosenknospe sich entzündet,
wer mag solches Glück entbehren?

Joh. Wolfgang von Goethe

Die Rose ist etwas so Schönes,
dass auch der wahnsinnigste Züchter
sie nicht verderben kann.

Konrad Adenauer

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Old Port

Wo du eine Rose züchtest, mein Freund,
kann keine Distel wachsen.

Frances Hodgtson Burnett

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Wem Mutter Natur
ein Gärtchen gibt und Rosen,
dem gibt sie auch
Raupen und Blattläuse,
damit er´s verlernt,
sich über Kleinigkeiten zu entrüsten.

Wilhelm Busch


Der Rose süßer Duft genügt, man braucht sie nicht zu brechen.
Und wer sich mit dem Duft begnügt,
den wird ihr Dorn nicht stechen.

Friedrich von Bodenstedt

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Siehe, die Rosen im Garten
öffnen sich alle dem Licht.
Seele, meine Seele,
zögere du nicht.

Matthias Claudius


Wenn der Mensch keine anderen Fähigkeiten hätte,
ausser Rosen zu ziehen,
so wäre er dennoch vollkommen!

Wilkie Collins

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President de Seze.jpg


Alte Rose

Eine Rosenknospe war
sie, für die mein Herz erglühte;
Doch sie wuchs und wunderbar
schoß sie auf in voller Blüte.

Ward die schönste Ros im Land,
und ich wollt´ die Rose brechen,
doch sie wußte mich pikant
mit den Dornen fortzustechen.

Jetzt, wo sie verwelkt, zerfetzt
und verklatscht von Wind und Regen -
liebster Heinrich bin ich jetzt,
liebend kommt sie mir entgegen.

Heinrich hinten, Heinrich vorn,
klingt es jetzt mit süßen Tönen;
sticht mich jetzt etwa ein Dorn,
ist es an dem Kinn der Schönen.

Allzu hart die Borsten sind,
die des Kinnes Wärzchen zieren -
Geh ins Kloster, liebes Kind,
oder lasse dich rasieren.

Heinrich Heine

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Schneeglöckchen

Es scheint, als läge der Garten noch in starrer Winterruh.
Laub und Tannenreisig decken die Beete zu.
Aber schon lugt aus der schützenden Decke
das erste zarte Grün,
in leuchtendweißen Büscheln
Schneeglöckchen und Märzenbecher blühn.
Sie locken mich ins Freie,
es zuckt die Gärtnerhand,
endlich wieder aufs Neue
zu graben im schwarzen Sand.
Schon beginn ich hier und da zu zupfen,
abgestorbene Halme, dürre Blätter auszurupfen,
das Laub beiseite zu schieben
über den zarten, neuen Trieben,
die aus der harten Erde brechen,
wie Lanzen durch den Harnisch stechen,
gehorchend einer ewigen Macht
zu entfalten ihre Blütenpracht.
Dass nicht die trügerische Sonne
zu früh den Saftfluss weckt,
und später Frost die Pracht zerstört,
wird alles wieder zugedeckt.
Ein kleiner Seufzer entflieht meiner Brust:
Es hat noch keinen Sinn,
bezähme deine Lust,
es ist noch ein Weilchen hin.

Mariel Späth

(gefunden in der Zeitschrift „Rosenfaszination“ Ausgabe Frühjahr 2009)

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Red Rugostar im Winter

Was die Rose im Winter tut

Was tut wohl die Rose zur Winterszeit?
Sie träumt einen hellroten Traum.
Wenn der Schnee sie deckt um die Adventszeit,
träumt sie vom Holunderbaum.
Wenn Silberfrost in den Zweigen klirrt,
träumt sie vom Bienengesumm,
vom blauen Falter, und wie er flirrt......
Ein Traum, und der Winter ist um!

Macha Kaleko

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´Agnes´

Oktoberrose

Oktoberrose, schöne
und letzte Künderin,
wo sind des Sommers Töne,
wo seine Lieder hin?

Ob ich an dich gedenke,
ob sich dein Duft bewahrt,
die herbstlichen Geschenke
sind all von deiner Art.

Es kommt ein Wind von Osten,
der weht dich aus der Zeit.
Die Gartenrosen rosten
vor deiner Ewigkeit.

Georg von der Vring (1889-1968)

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Rose, du Spätling

Rose, du Spätling, noch aufgehalten von bittren
Nächten, von zuviel sternischer Klarheit,
ahnst du, Rose, das süße, das leichte Erfülltsein
deiner Sommer-Geschwister?

In deiner Knospe seh ich dich zögern, Tag für Tag,
du allzu fest verschlossene Rose.
Du ahmst das Langsame des Todes nach
Und wirst doch erst geboren.

Läßt dich dein zahlloser Zustand erfahren,
in einer alles verwirrenden Mischung,
wie der unsagbare Klang aus Sein und Nichtsein ist,
den wir kaum gewahren?

Rainer Maria Rilke (1875-1926)

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Nun lass den Sommer gehen,
lass Sturm und Winde wehen.
Bleibt diese Rose mein,
wie könnt ich traurig sein?

Joseph Freiherr von Eichendorff

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'Blanchefleur'


„Du glaubst nicht, süße Constanze,
wie sehr ich Rosen liebe,
aber nicht die blassen Dinger,
die man in Töpfe zieht –
die vollen glühenden Centifolien,
die aussehen, als brennten sie
in verzehrender Liebesglut,
als wären sie in Liebesglut verschönt.“

(Das schrieb Theodor Storm an Constanze Esmarch, seine künftige Ehefrau am 22. Juni 1844)

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´Agnes´

Rosenzauber

Ich will die Rosen sehn, die überall
In dem Gelände duften jetzt und blühn.
Ich lebe hinter einem Rosenwall
Und brauche ihre Namen nicht bemühn –

Nicht Sutters Gold, nicht Queen Elizabeth,
Dorothy Perkins. Namen sind ein Duft,
ein Glanz. Es ist mir manchmal so, als hätt
ich nie genug genannt die Zauberluft.

Ich denk an Laurins Rosengarten, den
Ein Seidenfaden magisch einst umschloss.
Ich kann ihn bei geschlossenen Augen sehn
Und wie der Zwergenkönig ihn genoß.

Karl Krolow

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´Lady Mary Fitzwilliam´  

Wir haben Rosen
Gepflanzt
Es wurden Dornen

Der Gärtner
Tröstet uns
Die Rosen schlafen
Man muss auch
Seine
Dornenzeit lieben

Rose Ausländer

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´Mme Sancy de Parabere´  

Sieben Rosen hat der Strauch
Sechs gehörn dem Wind
Aber eine bleibt, dass auch
Ich noch eine find.

Sieben Male ruf ich dich
Sechsmal bleibe fort
Doch beim siebten Mal, versprich
Komme auf ein Wort.

Bertold Brecht

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R. gallica ´Tuscany´


Die Rose

Als sich die Rose erhob, die Bürde
Ihres Blühens und Duftens zu tragen
Mit Lust;
Hat sie, dass es der letzte sein würde
Von ihren Tagen,
Noch nichts gewusst.

Nur, dass sie glühender noch werden müsste,
Reiner und seliger hingegeben
Dem Licht
Spürte sie – ach, dass zum Tode sich rüste
So wildes Leben,
Bedachte sie nicht...

Als dann am Abend mit Mühe der Stengel
Ihre hingeatmete Süße
Noch trug,
Hauchte sie, fallend dem kühlen Engel
Welk vor die Füße:
„War es genug?“

Eugen Roth

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´Victor Verdier´


Das traurige Röslein

Ein Röslein war gar nicht munter,
Weil es im Topfe stand,
sah immer traurig hinunter
Auf die Blumen im freien Land.

Die Blumen nicken und winken.
Wie ist es im Freien so schön
Zu tanzen und Tau zu trinken
Bei lustigem Windeswehn.
Von bunten Schmetterlingen
Umgaukelt, geschmeichelt, geküsst;
Dazwischen der Vöglein Singen
Anmutig zu hören ist.

Wir preisen dich und loben
Dich, fröhliche Sommerzeit;
Ach, Röslein am Fenster droben,
Du tust uns auch gar zu leid.

Da ist ins Land gekommen
Der Winter mit seiner Not.
In Schnee und Frost verklommen,
Die Blumen sind alle tot.
Ein Mägdlein hört es stürmen,
Macht fest das Fenster zu.
Jetzt will ich dich pflegen und schirmen Du liebes Röslein du.

Wilhelm Busch

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´Cosmea u.r.OldPort´


Sommerbild

Ich sah des Sommers letzte Rose stehn,
Sie war, als ob sie bluten könne, rot;
Da sprach in schauernd im Vorübergehn:
So weit im Leben, ist zu nah am Tod!

Es regte sich kein Hauch am heißen Tag,
Nur leise strich ein weißer Schmetterling;
Doch, ob auch kaum die Luft sein Flügelschlag
Bewegte, sie empfand es und verging.

Wenn die Rosen ewig blühten,
Die man nicht vom Stock gebrochen,
Würden sich die Mädchen hüten,
Wenn die Burschen nächtlich pochen.
Aber, da der Sturm vernichtet,
Was die Finger übrigließen,
Fühlen sie sich nicht verpflichtet,
Ihre Kammern zu verschließen.

Friedrich Hebbel

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´Cosmea u.r.OldPort´

Alte Rose

Eine Rosenknospe war
Sie für die mein Herze glühte;
Doch sie wuchs, und wunderbar
Schoß sie auf in voller Blüte.

Ward die schönste Ros im Land,
und ich wollt die Rose brechen,
Doch sie wusste mich pikant
Mit den Dornen fortzustechen.

Jetzt, wo sie verwelkt, zerfetzt
Und verklatscht von Wind und Regen –
Liebster Heinrich bin ich jetzt,
Liebend kommt sie mir entgegen.

Heinrich hinten, Heinrich vorn,
klingt es jetzt mit süßen Tönen;
Sticht mich jetzt etwa ein Dorn,
Ist es an dem Kinn der Schönen.

Allzu hart die Borsten sind,
Die des Kinnes Wärzchen zieren –
Geh ins Kloster, liebes Kind,
Oder lasse dich rasieren.

Heinrich Heine (1797 – 1856)

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Der Rose gewidmet

Tausend der schönsten Rosen
Blühten auf nach dunkler Nacht -
Welche Sprache muß ich sprechen,
Um zu schildern diese Pracht,
Dieses Duften, dieses Blühen,
Diese Schönheit ringsumher -
Rosen, euch gebührt die Krone,
Königinnen im Blumenheer !

Wunderfeine Blütenkelche
Lächeln still in Duft und Schimmer,
Träumen wie in tiefer Ruh.
Keusche zarte Rosenknospen
Öffnen sich ganz weich und sacht,
Ihre vollerblühten Schwestern
Prangen, daß der Himmel lacht.

Sel´ge Hoffnung trägt die feinen
Blumenseelen durch den Tag:
Heute ist das Fest der Freude,
Rosen feiern Rosentag!

Prof. Ewald Gnau
Mitbegründer und Förderer des Europa-Rosariums Sangerhausen

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´Cosmea u.r.OldPort´


´Single Red´


Rosengedicht von Brecht

Ach, wie sollen wir die kleine Rose buchen?
Plötzlich dunkelrot und jung und nah?
Ach, wir kamen nicht, sie zu besuchen
Aber als wir kamen, war sie da.

Eh sie da war, ward sie nicht erwartet.
Als sie da war, ward sie kaum geglaubt.
Ach, zum Ziele kam, was nie gestartet.
Aber war es so nicht überhaupt?

Berthold Brecht

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Das Rosenband

Im Frühlingsschatten fand ich sie;
Da band ich sie mit Rosenbändern;
Sie fühlt' es nicht, und schlummerte.

Ich sah sie an; mein Leben hing
Mit diesem Blick an ihrem Leben:
Ich fühlt' es wohl und wusst' es nicht.

Doch lispelt' ich ihr sprachlos zu,
Und rauschte mit den Rosenbändern:
Da wachte sie vom Schlummer auf.

Sie sah mich an; ihr Leben hing
Mit diesem Blick an meinem Leben,
Und um uns ward's Elysium.

Friedrich Gottlieb Klopstock

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´Wildrose´

Duldsam

Des morgens früh, sobald ich mir
Mein Pfeifchen angezündet,
Geh ich hinaus zur Hintertür,
Die in den Garten mündet.

Besonders gern betracht ich dann
Die Rosen, die so niedlich;
Die Blattlaus sitzt und saugt daran
So grün, so still, so friedlich.

Und doch wird sie, so still sie ist,
Der Grausamkeit zur Beute;
Der Schwebefliegen Larve frisst
Sie auf bis auf die Häute.

Schlupfwespchen flink und klimperklein,
So sehr die Laus sich sträube,
Sie legen doch ihr Ei hinein
Noch bei lebendgem Leibe.

Sie aber sorgt nicht nur mit Fleiß
Durch Eier für Vermehrung;
Sie kriegt auch Junge hundertweis
Als weitere Bescherung.

Sie nährt sich an dem jungen Schaft
Der Rosen, eh sie welken;
Ameisen kommen, ihr den Saft
Sanft streichelnd abzumelken.

So seh´ ich in Betriebsamkeit
Das hübsche Ungeziefer
Und rauche während dieser Zeit
Mein Pfeifchen tief und tiefer.

Dass keine Rose ohne Dorn,
Bringt mich nicht aus dem Häuschen.
Auch sag ich ohne jeden Zorn:
Kein Röslein ohne Läuschen.

Wilhelm Busch

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´Cosmea u.r.OldPort´


Der Frühling

Wie die Tage macht der Frühling
Auch die Nächte mir erklingen;
Als ein grünes Echo kann er
Bis in meine Träume dringen.

Nur noch märchensüßer flöten
Dann die Vögel, durch die Lüfte
Weht es sanfter, sehnsuchtmilder
Steigen auf die Veilchendüfte.

Auch die Rosen blühen röter,
Eine kindlich güldne Glorie
Tragen sie, wie Engelköpfchen
Auf Gemälden der Historie –

Und mir selbst ist dann als würd ich
Eine Nachtigall und sänge
Diesen Rosen meine Liebe,
Träumend sing ich Wunderklänge –

Bis mich weckt das Licht der Sonne
Oder auch das holde Lärmen
Jener andern Nachtigallen,
Die vor meinem Fenster schwärmen.

Heinrich Heine (1797 – 1856)

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´ ´


Rose und Schmetterling

Wenn das weiße Morgenlächeln
über meinem Kelche hängt,
und der Frühluft leises Fächeln
sich in meinem Haar verfängt,
dass mein grüner Körperstängel
sehnsuchtschwer sich überneigt,
kommt ein schöner Falterengel,
der mit mir zum Himmel steigt.

Meine duftige Gewandung
Wandelt sich zum Flügelkleid,
über Tag und Mittagsbrandung
schweben wir durch lose Zeit,
und wir schaukeln, und wir strahlen
unsre Seelen in die Luft,
füllen alle Blütenschalen:
er mit Farbe, ich mit Duft.

Rose Ausländer (1901 – 1988)

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´ ´


Das Mädchen an den Mai

Es ist doch im April fürwahr
Der Frühling weder halb noch gar;
Komm, Rosenbringer, süßer Mai,
Komm du herbei,
So weiß ich, was der Frühling sei!

-Wie aber? Soll die erste Gartenpracht,
Narzissen, Primeln, Hyazinthen,
Die kaum die hellen Augen aufgemacht,
Schon welken und verschwinden?
Und mit euch besonders, holde Veilchen,
Wär es dann fürs ganze Jahr vorbei?
Lieber, lieber Mai,
Ach, so warte noch ein kleines Weilchen!

Eduard Mörike (1804 – 1875)

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´Ilmenau´

Das Samenkorn

Ein Samenkorn lag auf dem Rücken,
Die Amsel wollte es zerpicken.

Aus Mitleid hat sie es verschont
Und wurde dafür reich belohnt.

Das Korn, das auf der Erde lag,
Das wuchs und wuchs von Tag zu Tag.

Jetzt ist es schon ein hoher Baum
Und trägt ein Nest aus weichem Flaum.

Die Amsel hat das Nest erbaut;
Dort sitzt sie nun und zwitschert laut.

Joachim Ringelnatz (1883 – 1934)

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´´

Zwei Rätsel

Zuerst ein fest verschlossen Päcklein,
dann grünes Jäcklein, rotes Röcklein,
zuletzt von Steinen ein Säcklein –
was ist das?

Ich bin der Erden Purpurrock,
prang rot und weiß wie eine Dock;
hoch auf der Holzburg tu ich schweben,
mit scharfen Spießen bin ich umgeben.
Wer bin ich?

Quelle: unbekannt

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´´

Erste Rosen

Erste Rosen erwachen,
Und ihr Duften ist zag
Wie ein leisleises Lachen;
Flüchtig mit schwalbenflachen
Flügeln streift es den Tag;

Und wohin du langst,
Da ist alles noch Angst.

Jeder Schimmer ist scheu,
Und kein Klang ist noch zahm,
Und die Nacht ist zu neu,
Und die Schönheit ist Scham.

Rainer Maria Rilke (1875 – 1926)

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´Hagebutten´

Amor und Rose

Als Amor in den goldnen Zeiten,
Verliebt in Schäferlustbarkeiten,
Auf bunten Blumenfeldern lief,
Da stach den kleinsten von den Göttern
Ein Bienchen, das in Rosenblättern,
Wo sonst es Honig holte, schlief.

Durch diesen Stich wird Amor klüger,
Der unerschöpfliche Betrüger
Sann einer neuen Kriegslist nach:
Er lauscht in Rosen und Violen;
Und kam ein Mädchen sie zu holen,
Flog er als Bien´ heraus und stach.

Gotthold Ephraim Lessing (1729 – 1781)

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´Ilmenau´

Die Familie der Rosen

Die Rose ist Rose,
War immer nur Rose.
Die These erbost mich,
Der Apfel sei Rose,
Die Birne, die bloße,
Selbst die Aprikose.
Nur mein Liebchen weiß,
Was ich noch als Rose preis´:
Du selbst bist eine Rose –
Und warst es allezeit.

Robert Frost (1874 – 1963)

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´Wildrose´

Februarschnee

Tut nicht mehr weh,
Denn der März ist in der Näh´!
Aber im März
Hüte das Herz,
dass es zu früh nicht knospen will.
Warte, warte und sei still!
Und wär´ der sonnigste Sonnenschein,
Und wär´ es noch so grün auf Erden,
Warte, warte und sei still:
Es muss erst April gewesen sein,
bevor es Mai kann werden!

Cäsar Flaischlen ( 1864 – 1920)

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Der Rosengarten

Ich weiß ein Garten hübsch und fein,
Da blüht ein rotes Röselein;
Und darum ist ein Heckenzaun,
Im Sommer grün, im Winter braun.

Und wer das Röslein brechen will,
Muss kommen stumm, muss kommen still;
Muss kommen bei der dustren Nacht,
Wenn weder Mond noch Sternlein wacht.

Ich wollte meinem Glück vertraun,
Stieg heimlich übern Gartenzaun;
Das rote Röslein war geknickt,
Ein andrer hatte es gepflückt.

Das Gärtchen ist nun kahl und leer,
Das rote Röslein blüht nicht mehr;
Betrübt muss ich von weitem stehn
Und nach dem Rosengarten sehn.

Hermann Löns (1866-1914)

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´Wildrose´

Herbst

Astern blühen schon im Garten,
Schwächer trifft der Sonnenpfeil.
Blumen, die den Tod erwarten
Durch des Frostes Henkerbeil.

Brauner dunkelt längst die Heide,
Blätter zittern durch die Luft.
Und es liegen Wald und Weide
Unbewegt im blauen Duft.

Pfirsich an der Gartenmauer,
Kranich auf der Winterflucht.
Herbstes Freuden, Herbstes Trauer,
Welke Rosen, reife Frucht.

Detlev von Liliencron (1844-1909)

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´Wildrose´

Es regnet sich langsam ein

So regnet es sich langsam ein,
Und immer kürzer wird der Tag
Und immer seltener der Sonnenschein.
Ich sah am Waldrand gestern ein paar Rosen stehn...
Gib mir die Hand und komm...
Wir wollen sie uns pflücken gehen.
Es werden wohl die letzten sein.

Cäsar Flaischlen (1864-1928)

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´Wildrose´

September

Der Garten trauert,
Kühl sinkt in die Blumen der Regen.
Der Sommer schauert
Still seinem Ende entgegen.

Golden tropft Blatt um Blatt
Nieder vom hohen Akazienbaum.
Sommer lächelt erstaunt und matt
In den sterbenden Gartentraum.

Lange noch bei den Rosen
Bleibt er stehn, seht sich nach Ruh.
Langsam tut er die großen,
Müdgewordenen Augen zu.

Hermann Hesse (1877-1962)

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´Hagebutten´

Herbst-Gefühl

Müder Glanz der Sonne!
Blasses Himmelsblau!
Von verklungner Wonne,
Träumet still die Au.

An der letzten Rose
Löset lebenssatt
Sich das letzte lose,
Bleiche Blumenblatt!

Goldenes Entfärben
Schleicht sich durch den Hain!
Auch Vergehn und Sterben
Däucht mir süß zu sein.

Karl von Gerock

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´Werner von Blon´

Aus dem Poesiealbum

Froh und heiter magst du ziehn
Schönem Glück entgegen.
Und von Rosen soll es blühn
Rings an deinen Wegen
---------
Rosen und Vergissmeinnicht
Mögen dich umgeben
Heiter wie ein Maientag
Wandle froh durch´s Leben.
---------
Nimm als ein Saatenfeld die Zeit,
Das Frucht trägt, Rosen und auch Leid.
---------
Ich liebe dich so lang ich weiß
Bis rote Rosen werden weiß
Bis weiße Rosen werden rot.
Ich liebe dich bis in den Tod.
---------
Welken muss die schönste Rose,
Auch wenn deine Hand sie bricht.
Doch die Blume wahrer Freundschaft
Welke ewig, ewig nicht!

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´Ilmenau´

Jahre
Die Jahre vergehen
Das Alter häuft sich,
doch der Anblick von Rosen
befreit mich von allen Sorgen.

Alt-Japanisch

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´Hermann Schmidt´

Rosenlied

Rose, du bist schön beblättert!
Bist der Blumen Königin!
Wer dich sieht und nicht vergöttert,
hat für Schönes keinen Sinn.

Rose, von den Blumen, welche
Gießt erquickend solchen Duft,
Gießt aus ihrem Nektarkelche
Solchen Balsam in die Luft?

Rose, von den Blumen keine
Zieht, wie du, die Sinne an!
Und von Mädchen ist nur Eine,
Meine Molly, die es kann.

Unbekannt

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´Cosmea u.r.OldPort´

Rosen
Blüht ihr des Duftes wegen
Und der Frucht im Stillen,
so wünschte ich, ihr blühet
um der Liebe willen;
denn um der Liebe willen
ist nur alles schön,
und wer hat Schöneres
als euch gesehen?

Richard Thöne

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Der Duft der Rose

Nimmt dich in einen süßen Bann,
rührt dich liebkosend leise
wie eine Liederweise
mit Ahnung voller Schönheit an,
ist ohne Gleichnis rein und zart:
du kannst es nicht ermessen,
fühlst nur ein süß Vergessen
und eine süße Gegenwart.

Hermann Hesse

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´Carola´

„Wie könnt´ ich traurig sein?“

 „Nun lass den Sommer gehen,
lass Sturm und Winde wehen,
bleibt diese Rose mein,
wie könnt´ ich traurig sein?“

Joseph von Eichendorff

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Spät am Abend im Garten

„Es haben meine wilden Rosen –
Erschauernd vor dem Hauch der Nacht –
Die windeleichten, lichten, losen
Blüten behutsam zugemacht.“

Hermann Claudius

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´Astrid Lindgren´

Noch einmal!

Noch einmal fällt in meinen Schoß
Die rote Rose Leidenschaft;
Noch einmal hab´ ich schwärmerisch
In Mädchenaugen mich vergafft;
Noch einmal legt ein junges Herz
An meines seinen starken Schlag;
Noch einmal weht an meine Stirn
Ein juniheißer Sommertag.

Theodor Storm (1817-1888)

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´Hagebutten´

Die Nachtigall

Das macht, es hat die Nachtigall
Die ganze Nacht gesungen:
Da sind von ihrem süßen Schall,
Da sind in Hall und Widerhall
Die Rosen aufgesprungen

Sie war doch sonst ein wildes Kind;
Nun geht sie tief in Sinnen,
Trägt in der Hand den Sommerhut
Und duldet still der Sonne Glut,
Und weiß nicht, was beginnen.

Das macht, es hat die Nachtigall
Die ganze Nacht gesungen;
Da sind von ihrem süßen Schall,
Da sind in Hall und Widerhall
Die Rosen aufgesprungen.

Theodor Storm (1817-1888)

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An die Entfernte

Diese Rose pflück´ ich hier,
In der fremden Ferne;
Liebes Mädchen, dir, ach dir
Brächt´ ich sie so gerne

Doch bis ich zu dir mag ziehn
Viele weite Meilen,
ist die Rose längst dahin,
Denn die Rosen eilen.

Nie soll weiter sich ins Land
Lieb´ von Liebe wagen,
als sich blühend in der Hand
Läßt die Rose tragen;

Oder als die Nachtigall
Halme bringt zum Neste,
Oder als ihr süßer Schall
Wandert mit dem Weste.

Nikolaus Lenau (1802-1850)

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´´

Morgens

Nun gib ein Morgenküsschen!
Du hast genug der Ruh´;
Und setz´ dein zierlich Füßchen
Behende in den Schuh!

Nun schüttle von der Stirne
Der Träume blasse Spur!
Das goldene Gestirne
Erleuchtet längst die Flur.

Die Rosen in deinem Garten
Sprangen im Sonnenlicht;
Sie können kaum erwarten,
Dass deine Hand sie bricht.

Theodor Storm (1817-1888)

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´´

Abschied

Verblühte Malven stehen
Den Gartenweg entlang,
Rosenblätter verwehen;
In einer fernen Laube
Tönt Laute und Gesang.

„Wir wollen nimmer reden,
Die Worte sind so schwer.
Da nimm von den Reseden
Noch einen Strauß zur Reise,
Bald gibt es keine mehr.“

Nun ist sie weggegangen
Mit ihrem leichten Schritt
Und nimmt auf ihren Wangen
Mir alle meine Rosen
Und meinen Sommer mit.

Hermann Hesse (1877-1962)

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Der Garten

Der Garten öffnet seine Rosen

Sie duften sich Sonnenworte zu

Nur Liebespaare
fangen sie auf
und grüßen zurück
in der Rosensprache

Rosen antworten rot
mit herzlichem Duft

Duftworte die sich liebkosen

Rose Ausländer (1901-1988)

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„Es entweicht das Fieber…“

Wenn die Rosen blühen,
Hoffe, liebes Herz.
Still und kühl verglühen
Wird dann heißer Schmerz.
Was den Winter über
Oft unheilbar schien:
Es entweicht das Fieber,
Wenn die Rosen blühen.

Kalenderzeilen, 19. Jahrhundert

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„Mach es wie die Schöppenstedter…“

Dauerhaftem schlechten Wetter
Musst du mit Geduld begegnen.
Mach es wie die Schöppenstedter -:
Regnet es, so lass es regnen.

Wilhelm Busch

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Gedanken beim Stachelbeerenpflücken

Bei Rosen kann ich jenen tiefen Sinn verstehn,
dass sie mit Dornen ihre Blüten wehren.
Mir will´s nur absolut nicht in den Schädel gehen,
wozu die Stacheln bei den Stachelbeeren.
Der Dorn an einer Rose macht sie zum Idol,
doch eine Stachelbeere ist uns kein Symbol.
Beim Pflücken leuchtet mir der Sinn und Zweck nicht ein.
Beim Essen denk ich mir: Es wird schon richtig sein.

Fred Endrikat

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