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'Kompass' - eine neue Rose zum 40. Geburtstag
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Irrtümer bei Rosen

Nicht zu früh roden - Geduld!

Wenn nach einem sehr frostigen Winter die Rosentriebe bis zum Erdboden abgestorben und schwarz sind, dann ist die Rose erfroren und muss gerodet werden.

Das ist nicht in jedem Fall richtig.

Wenn die Rose seinerzeit tief genug gepflanzt wurde, das heißt die Veredelungsstelle zirka 5 cm unter die Erdoberfläche, dann besteht die Möglichkeit, dass aus schlafenden Augen aus der Veredelung neue Triebe wachsen. Es ist deshalb ratsam, die erfrorenen Triebe zu entfernen und bis etwa Mitte Juni zu warten, ob sich neue Triebe zeigen. Ist das bis dahin nicht der Fall, dann ist die Rose wohl komplett erfroren und kann gerodet werden.

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Nicht nur Rosenerde ins Pflanzloch

Rosen- und Gartenfreunde, deren Gartenboden nicht optimal ist, neigen dazu, beim Pflanzen einer neuen Rose das Pflanzloch mit gekaufter spezieller Rosenerde zu füllen. Sie meinen, der Rose damit beste Bedingungen zu schaffen.

Das ist nicht richtig!

Wenn der Gartenboden sehr leicht und sandig oder auch sehr schwer und tonig ist, dann sollte der Aushub, das ist die Erde, die aus dem Pflanzloch kommt, mit guter Erde, das kann auch die gekaufte Rosenerde sein, vermischt werden. Füllt man nur gute Erde in das Pflanzloch, dann entsteht der sogenannte Blumentopf-Effekt. Das heißt, die Rose möchte mit ihren Wurzeln nur in der guten Erde bleiben und wächst nicht in die Tiefe. Sie soll aber in die Tiefe gehen, weil sie dort auch Feuchtigkeit findet und so bei längeren Trockenzeiten nicht leidet.

Die spezielle Rosenerde kann aber sehr gut für Kübelpflanzungen verwendet werden, weil Kübelrosen in ihrem begrenzten Wurzelraum andere Ansprüche haben.nach oben


Dünenrosen

Auf den Nordseeinseln wachsen an vielen Stellen Kartoffelrosen Rosa rugosa. Rugosa heißt runzelig, das Laub ist runzelig wie Kartoffellaub. Die roten Hagebutten sind groß und breit-rundlich. Sie blühen violettrötlich oder weiß. Auch an Autobahnen werden diese Rosen gern gepflanzt wegen ihrer Salzverträglichkeit. Sie kommen von den Küsten Nord-Ostasiens. Manche Leute nennen sie auch Dünenrosen. Das ist falsch!

Dünenrosen sind einheimische Wildrosen, Bibernellrosen Rosa spinosissima oder früher Rosa pimpinellifolia genannt. Weil das Laub an Bibernelle oder Pimpernell erinnert, hießen sie pimpinellifolia. 5 11, meist 7 9 Fiederblättchen bilden ein Blatt. Spinosissima bedeutet "sehr bestachelt", die Triebe sind mit vielen feinen Stacheln bedeckt. Die Hagebutten sind schwarz kugelig und deutlich kleiner als bei den Kartoffelrosen, die Blüten sind ebenfalls kleiner und weiß bis gelblich-weiß. Sie blühen wesentlich früher als die Kartoffelrosen. Auf Sylt und an wenigen Stellen in Mecklenburg kommt noch die echte einheimische Dünenrose vor. Sie wird nur 50 cm hoch und treibt sehr viele Ausläufer. Das Sylter Dünenröschen wird fast überall von zwei asiatischen Arten vertrieben, die beide höher wachsen: Rosa spinosissima var. altaica (aus dem Altai-Gebirge stammend) und Rosa spinosissima var. hispida, die schon vor über 200 Jahren aus Sibirien nach Deutschland kam. In den meisten Baumschulen bekommt man die Varietät Altaica, wenn man Rosa spinosissima bestellt. Für den Garten gibt es viele schöne Sorten des Dünenröschens mit roten oder gelben oder rosa Blüten, die selbst auf armen, trockenen Böden noch gut wachsen wie 'Red Nelly', 'Compactila', 'Early Red' und andere.

Eilike Vemmer

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Anhäufeln

Im Herbst oder im Frühjahr neugepflanzte Rosen müssen 15-20 cm hoch angehäufelt werden. Viele Rosenfreunde meinen, das Anhäufeln sei in erster Linie ein Frostschutz und deshalb bei Frühjahrspflanzung nicht notwendig.

Das ist ein großer Irrtum, der eventuell den Verlust der neugepflanzten Rose bedeutet!

Neugepflanzte Rosen müssen in der Erde erst neue Faserwurzeln bilden, mit denen sie Wasser aufnehmen können. Die oberirdischen grünen Triebe verdunsten Wasser. Wenn wir die Rosen nicht anhäufeln, so können sie vertrocknen. Gerade im Frühjahr können Sonne und Wind die nicht angehäufelten Rosen austrocknen. Im Herbst gepflanzte Rosen lassen wir im Frühjahr solange angehäufelt, bis die Rose kräftig austreibt, häufeln sie vorsichtig ab und schneiden sie immer kräftig zurück (auch Kletterrosen!).

Im Frühjahr gepflanzte Rosen werden gleich beim Pflanzen auf 15 cm zurückgeschnitten und für mindestens 6 Wochen soweit angehäufelt, daß die Rose ganz bedeckt ist. Die Rosen werden es Ihnen danken!

Eilike Vemmer

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Moschata-Hybriden

In den meisten Rosenbüchern und Katalogen findet man die Angabe, "Moschata-Hybriden" seien Strauchrosen aus der Wildrose Rosa moschata. Das ist so nicht richtig.

Moschata-Hybriden haben einen irreführenden Namen, ein Engländer nannte sie wegen ihres Duftes "Hybrid Musk". Es ist eine kleine Gruppe öfterblühender Strauchrosen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in England entstand. Es waren vor allem Züchtungen aus der öfterblühenden Strauch- oder Kletterrose 'Trier' (1904 von dem deutschen Züchter Peter Lambert), aber auch aus anderen Rosen. Bis heute werden noch Moschata-Hybriden gezüchtet, da sie zu den charmantesten Gartenrosen gehören.

Moschata-Hybriden sind meist duftend und haben fast alle einen elegant überhängenden Wuchs, eine reiche Blütenfülle und meist kleine bis mittelgroße Blüten in großen Blütenständen. Besonders auffallend ist ihre lange und schöne Herbstblüte. Typisch für Moschata-Hybriden ist, daß aus der Basis den ganzen Sommer über immer wieder neue Blütentriebe wachsen. Einige Sorten sind auch ideale öfterblühende Kletterrosen bis 2,50 m. Sie sind eher Multiflora-Strauchrosen, aber der Name Moschata-Hybriden hat sich weltweit eingebürgert.

Eilike Vemmer

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Geschichte der Rose Ghislaine de Féligonde

In vielen Rosenbüchern steht eine romantische Geschichte über den Namen der schönen Strauch- oder Kletterrose 'Ghislaine de Féligonde', die falsch ist. Eugène Turbat züchtete diese Multiflorahybride und brachte sie 1916 in den Handel, nachdem sie bei einem Neuheiten-Wettbewerb in Bagatelle, Paris, eine Auszeichnung bekam. Hier die Legende: Turbat wußte nicht, wie er diese Rose nennen sollte. Er las in der Zeitung von einer Ghislaine de Féligonde, die unter Lebensgefahr nachts von der Front ihren verletzten Bräutigam rettete. (Es war mitten im I. Weltkrieg). Von dieser Heldentat gerührt, habe Turbat seine Rose nach diesem jungen Mädchen genannt.

In der Wirklichkeit war Ghislaine de Féligonde 1916 zwei Jahre alt. Der Direktor der Pariser Gärten und Parks, Monsieur Jean Claude Nicolas Forestier, war für den Rosenneuheiten-Wettbewerb in Bagatelle zuständig und außerdem gut mit den Eltern der kleinen Ghislaine befreundet. Für die außergewöhnliche Rose schlug er Turbat den Namen des niedlichen Mädchens vor. Ghislaine de Féligonde lebte von 1914 bis 1994. An einem Turm ihres Schlosses Chantemesle klettert eine große 'Ghislaine de Féligonde' und auch auf ihrem Grab wächst ihre Rose.

Nach einem Bericht in der französischen Zeitschrift "Roses Anciennes en France", Bulletin numéro onze, von Madeleine Mathiot.

Bis heute ist 'Ghislaine de Féligonde' eine beliebte und sehr empfehlenswerte Rose. Gesund, Halbschatten vertragend, strauchig bis 2 m oder kletternd 3-4 m hoch, fast stachellos. Die kleinen, halbgefüllten Blüten in Büscheln gehen apricot-gelb auf und wandeln sich von goldgelb zu gelblich-weiß. Wenn sie nicht zu trocken steht, blüht sie bis zum Frost. Auf armen Böden ist sie eher sommerblühend. Erhältlich bei allen Rosenschulen für historische Rosen, bei Kordes und bei Rosarot-Pflanzenversand.
Zweiter Irrtum mit dieser Rose:
In einigen Büchern und Katalogen steht, die weiße Strauch- und Kletterrose 'Guirlande d'Amour' (Louis Lens, 1993) sei ein Sport der ´Ghislaine de Féligonde'. Die beiden Rosen haben nichts miteinander zu tun. Aber 'Guirlande d'Amour' ist ebenfalls eine gesunde, reichblühende Rose, die man als Strauch oder als dauerblühende Kletterrose pflanzen kann. Die reinweißen, kleinen Blüten duften dazu noch schön. 'Guirlande d'Amour' ist in Deutschland wenig bekannt, aber ebenso empfehlenswert wie 'Ghislaine de Féligonde'. Man bekommt sie in Belgien bei Lens-Roses oder in Deutschland bei einigen Rosenschulen für Historische Rosen und bei Rosarot-Pflanzenversand.

Eilike Vemmer

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Gartenrosen müssen im November um die Hälfte zurück geschnitten werden, damit in der Pflanze Ruhe eintritt.

Falsch!

Rosen schneiden im Herbst ist weder notwendig noch vorteilhaft. Bei milder Witterung im November/Dezember besteht die Gefahr, dass die Rosen nach dem Rückschnitt wieder austreiben das erhöht das Risiko von Frostschäden.

Dafür, dass in der Pflanze im Winter Ruhe eintritt, sorgt die Rose schon selbst. Lediglich alte Blütenstände und kranke oder abgestorbene Triebe sollten entfernt werden. Außerdem: Wer alle Rosen um die Hälfte einkürzt, nimmt ihnen falls sie Hagebutten tragen auch noch ihre Früchte; von denen leben aber gern unsere Gartenvögel. Das Beste ist, mit dem Schnitt zu warten, bis im Frühjahr wieder die Forsythien blühen.

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Edle Rosen haben 5 Blättchen, bei 7 Blättchen handelt es sich um einen Wildtrieb?

Falsch!

Das ist ein weit verbreiteter Irrtum! Jedes Rosenblatt besteht aus meist 5 Einzelblättchen, es können aber auch 3 oder 7 Einzelblättchen bei Kulturrosensorten vorkommen. Bei einigen Wildrosen gibt es sogar 13 bis 19 Blättchen an einem Blatt oder bei einer besonderen Art nur ein einziges Blättchen. Oft ist das Laub an frischen Trieben rötlich gefärbt, während älteres Laub dann grün ist. Auch die Bestachelung kann an jungen und älteren Trieben unterschiedlich sein.

Meist sind "Wildtriebe" hellgrün im Laub. Man muß nachsehen, wo der Trieb herkommt. Kommt er aus der Erde, so buddelt man vorsichtig, bis man seinen Ansatz gefunden hat. Alle Triebe oberhalb der Veredlungsstelle sind Edeltriebe, nur unterhalb der Veredlungsstelle aus den Wurzeln können Wildtriebe kommen, die an der Wurzel entfernt werden.

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Rosen im Container werden so gepflanzt, wie sie im Container stehen.

In den meisten Fällen stehen Rosen im Container (d. h. im Plastiktopf) zu hoch, die Veredelungsstelle ist über der Erde zu sehen. Das hat seinen Grund: Bei der Pflanzung der wurzelnackten Rosen in Container müssten die Wurzeln zu stark eingekürzt werden, damit die Veredelungsstelle unter die Erde kommt, wie es erforderlich ist. Aus diesem Grunde muss beim Auspflanzen von Container-Rosen in den Garten darauf geachtet werden, dass die Veredelungsstelle ca. 5 cm unter die Erde kommt. Nur so ist die empfindliche Veredelungsstelle vor Frostschäden und Austrocknung geschützt.

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Englische Rosen sind Alte Rosen.

Falsch!

Es handelt sich um eine neue Rosengruppe, die erstmals in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts aufkam. David Austin kreuzte Alte Rosen mit modernen Teehybriden und Floribundarosen. Englische Rosen vereinen den Charme und den Duft der Alten Rosen mit der Farbenvielfalt und der langen Blühdauer der modernen Rosen.

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Alle Rosen müssen im Herbst angehäufelt werden.

Falsch!

Nur die im Herbst frisch gepflanzten Rosen müssen angehäufelt werden.

Bei allen anderen Rosen, die tief genug gepflanzt wurden, ist das Anhäufeln nicht erforderlich. Tief pflanzen bedeutet: Die Veredelungsstelle muss ca. 5 cm unter der Erde sein.

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Wildtriebe muss man abschneiden.

Falsch!

Wildtriebe müssen an der Basis, also dort, wo sie aus dem Wurzelstock unter der Veredelungsstelle herauswachsen, abgerissen werden. Dazu legt man den Wildtrieb frei, entfernt auch die Erde unter dem Wildtrieb an der Basis, drückt mit dem Daumen den Wildtrieb nach unten, sodass er an der Basis abreißt. Nur so ist sichergestellt, dass auch die schlafenden Augen an der Basis des Wildtriebes abgerissen werden. Schneidet man die Wildtriebe oberirdisch ab, werden sie zu noch stärkerem Wachsen angeregt.

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Rosen muss man im Herbst schneiden.

Rosen sollten grundsätzlich im Frühjahr geschnitten werden. Im Herbst können die öfterblühenden Rosen geringfügig eingekürzt werden, d. h. abgeblühte Blütenstände, die von Pilzen befallen sind, werden entfernt. Überlange Triebe kann man auch einkürzen, damit sie bei starkem Schneefall nicht abbrechen.

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Rosen müssen grundsätzlich gespritzt werden.

Falsch!

In früheren Zeiten hat man viel gespritzt, weil die alten Edelrosen-Sorten sehr schnell krank wurden.

Wichtig sind optimale Bedingungen für die Rosen: Sonniger, luftiger Standort, nährstoffreiche und tiefgründige Böden, ausgewogene Düngung und der richtige Schnitt fördern ein gesundes Wachstum

Inzwischen werden in den Rosenbaumschulen ganz bewusst gesunde Rosen gezüchtet, die ein Spritzen mit Chemie nicht erforderlich machen. Gesunde Rosen erkennt man auch an dem ADR-Zeichen = Anerkannte Deutsche Rose. (Link) Rosen mit diesem Zeichen ab 1980 sind empfehlenswerte Rosen.

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Läuse müssen sofort chemisch bekämpft werden.

Falsch!

Viele Nützlinge lieben besonders die Blattläuse. Marienkäfer, Florfliege und Schwebfliege legen ihre Eier gezielt in Blattlauskolonien, denn die Larven ernähren sich ausschließlich von Blattläusen. Darüber hinaus füttern unsere Singvögel, insbesondere die Meisen, ihre Brut mit Blattläusen. Chemie ist gegen Blattläuse nicht erforderlich.

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'Kompass' - eine neue Rose zum 40. Geburtstag
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Irrtümer bei Rosen

Nicht zu früh roden - Geduld!

Wenn nach einem sehr frostigen Winter die Rosentriebe bis zum Erdboden abgestorben und schwarz sind, dann ist die Rose erfroren und muss gerodet werden.

Das ist nicht in jedem Fall richtig.

Wenn die Rose seinerzeit tief genug gepflanzt wurde, das heißt die Veredelungsstelle zirka 5 cm unter die Erdoberfläche, dann besteht die Möglichkeit, dass aus schlafenden Augen aus der Veredelung neue Triebe wachsen. Es ist deshalb ratsam, die erfrorenen Triebe zu entfernen und bis etwa Mitte Juni zu warten, ob sich neue Triebe zeigen. Ist das bis dahin nicht der Fall, dann ist die Rose wohl komplett erfroren und kann gerodet werden.

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Nicht nur Rosenerde ins Pflanzloch

Rosen- und Gartenfreunde, deren Gartenboden nicht optimal ist, neigen dazu, beim Pflanzen einer neuen Rose das Pflanzloch mit gekaufter spezieller Rosenerde zu füllen. Sie meinen, der Rose damit beste Bedingungen zu schaffen.

Das ist nicht richtig!

Wenn der Gartenboden sehr leicht und sandig oder auch sehr schwer und tonig ist, dann sollte der Aushub, das ist die Erde, die aus dem Pflanzloch kommt, mit guter Erde, das kann auch die gekaufte Rosenerde sein, vermischt werden. Füllt man nur gute Erde in das Pflanzloch, dann entsteht der sogenannte Blumentopf-Effekt. Das heißt, die Rose möchte mit ihren Wurzeln nur in der guten Erde bleiben und wächst nicht in die Tiefe. Sie soll aber in die Tiefe gehen, weil sie dort auch Feuchtigkeit findet und so bei längeren Trockenzeiten nicht leidet.

Die spezielle Rosenerde kann aber sehr gut für Kübelpflanzungen verwendet werden, weil Kübelrosen in ihrem begrenzten Wurzelraum andere Ansprüche haben.nach oben


Dünenrosen

Auf den Nordseeinseln wachsen an vielen Stellen Kartoffelrosen Rosa rugosa. Rugosa heißt runzelig, das Laub ist runzelig wie Kartoffellaub. Die roten Hagebutten sind groß und breit-rundlich. Sie blühen violettrötlich oder weiß. Auch an Autobahnen werden diese Rosen gern gepflanzt wegen ihrer Salzverträglichkeit. Sie kommen von den Küsten Nord-Ostasiens. Manche Leute nennen sie auch Dünenrosen. Das ist falsch!

Dünenrosen sind einheimische Wildrosen, Bibernellrosen Rosa spinosissima oder früher Rosa pimpinellifolia genannt. Weil das Laub an Bibernelle oder Pimpernell erinnert, hießen sie pimpinellifolia. 5 11, meist 7 9 Fiederblättchen bilden ein Blatt. Spinosissima bedeutet "sehr bestachelt", die Triebe sind mit vielen feinen Stacheln bedeckt. Die Hagebutten sind schwarz kugelig und deutlich kleiner als bei den Kartoffelrosen, die Blüten sind ebenfalls kleiner und weiß bis gelblich-weiß. Sie blühen wesentlich früher als die Kartoffelrosen. Auf Sylt und an wenigen Stellen in Mecklenburg kommt noch die echte einheimische Dünenrose vor. Sie wird nur 50 cm hoch und treibt sehr viele Ausläufer. Das Sylter Dünenröschen wird fast überall von zwei asiatischen Arten vertrieben, die beide höher wachsen: Rosa spinosissima var. altaica (aus dem Altai-Gebirge stammend) und Rosa spinosissima var. hispida, die schon vor über 200 Jahren aus Sibirien nach Deutschland kam. In den meisten Baumschulen bekommt man die Varietät Altaica, wenn man Rosa spinosissima bestellt. Für den Garten gibt es viele schöne Sorten des Dünenröschens mit roten oder gelben oder rosa Blüten, die selbst auf armen, trockenen Böden noch gut wachsen wie 'Red Nelly', 'Compactila', 'Early Red' und andere.

Eilike Vemmer

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Anhäufeln

Im Herbst oder im Frühjahr neugepflanzte Rosen müssen 15-20 cm hoch angehäufelt werden. Viele Rosenfreunde meinen, das Anhäufeln sei in erster Linie ein Frostschutz und deshalb bei Frühjahrspflanzung nicht notwendig.

Das ist ein großer Irrtum, der eventuell den Verlust der neugepflanzten Rose bedeutet!

Neugepflanzte Rosen müssen in der Erde erst neue Faserwurzeln bilden, mit denen sie Wasser aufnehmen können. Die oberirdischen grünen Triebe verdunsten Wasser. Wenn wir die Rosen nicht anhäufeln, so können sie vertrocknen. Gerade im Frühjahr können Sonne und Wind die nicht angehäufelten Rosen austrocknen. Im Herbst gepflanzte Rosen lassen wir im Frühjahr solange angehäufelt, bis die Rose kräftig austreibt, häufeln sie vorsichtig ab und schneiden sie immer kräftig zurück (auch Kletterrosen!).

Im Frühjahr gepflanzte Rosen werden gleich beim Pflanzen auf 15 cm zurückgeschnitten und für mindestens 6 Wochen soweit angehäufelt, daß die Rose ganz bedeckt ist. Die Rosen werden es Ihnen danken!

Eilike Vemmer

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Moschata-Hybriden

In den meisten Rosenbüchern und Katalogen findet man die Angabe, "Moschata-Hybriden" seien Strauchrosen aus der Wildrose Rosa moschata. Das ist so nicht richtig.

Moschata-Hybriden haben einen irreführenden Namen, ein Engländer nannte sie wegen ihres Duftes "Hybrid Musk". Es ist eine kleine Gruppe öfterblühender Strauchrosen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in England entstand. Es waren vor allem Züchtungen aus der öfterblühenden Strauch- oder Kletterrose 'Trier' (1904 von dem deutschen Züchter Peter Lambert), aber auch aus anderen Rosen. Bis heute werden noch Moschata-Hybriden gezüchtet, da sie zu den charmantesten Gartenrosen gehören.

Moschata-Hybriden sind meist duftend und haben fast alle einen elegant überhängenden Wuchs, eine reiche Blütenfülle und meist kleine bis mittelgroße Blüten in großen Blütenständen. Besonders auffallend ist ihre lange und schöne Herbstblüte. Typisch für Moschata-Hybriden ist, daß aus der Basis den ganzen Sommer über immer wieder neue Blütentriebe wachsen. Einige Sorten sind auch ideale öfterblühende Kletterrosen bis 2,50 m. Sie sind eher Multiflora-Strauchrosen, aber der Name Moschata-Hybriden hat sich weltweit eingebürgert.

Eilike Vemmer

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Geschichte der Rose Ghislaine de Féligonde

In vielen Rosenbüchern steht eine romantische Geschichte über den Namen der schönen Strauch- oder Kletterrose 'Ghislaine de Féligonde', die falsch ist. Eugène Turbat züchtete diese Multiflorahybride und brachte sie 1916 in den Handel, nachdem sie bei einem Neuheiten-Wettbewerb in Bagatelle, Paris, eine Auszeichnung bekam. Hier die Legende: Turbat wußte nicht, wie er diese Rose nennen sollte. Er las in der Zeitung von einer Ghislaine de Féligonde, die unter Lebensgefahr nachts von der Front ihren verletzten Bräutigam rettete. (Es war mitten im I. Weltkrieg). Von dieser Heldentat gerührt, habe Turbat seine Rose nach diesem jungen Mädchen genannt.

In der Wirklichkeit war Ghislaine de Féligonde 1916 zwei Jahre alt. Der Direktor der Pariser Gärten und Parks, Monsieur Jean Claude Nicolas Forestier, war für den Rosenneuheiten-Wettbewerb in Bagatelle zuständig und außerdem gut mit den Eltern der kleinen Ghislaine befreundet. Für die außergewöhnliche Rose schlug er Turbat den Namen des niedlichen Mädchens vor. Ghislaine de Féligonde lebte von 1914 bis 1994. An einem Turm ihres Schlosses Chantemesle klettert eine große 'Ghislaine de Féligonde' und auch auf ihrem Grab wächst ihre Rose.

Nach einem Bericht in der französischen Zeitschrift "Roses Anciennes en France", Bulletin numéro onze, von Madeleine Mathiot.

Bis heute ist 'Ghislaine de Féligonde' eine beliebte und sehr empfehlenswerte Rose. Gesund, Halbschatten vertragend, strauchig bis 2 m oder kletternd 3-4 m hoch, fast stachellos. Die kleinen, halbgefüllten Blüten in Büscheln gehen apricot-gelb auf und wandeln sich von goldgelb zu gelblich-weiß. Wenn sie nicht zu trocken steht, blüht sie bis zum Frost. Auf armen Böden ist sie eher sommerblühend. Erhältlich bei allen Rosenschulen für historische Rosen, bei Kordes und bei Rosarot-Pflanzenversand.
Zweiter Irrtum mit dieser Rose:
In einigen Büchern und Katalogen steht, die weiße Strauch- und Kletterrose 'Guirlande d'Amour' (Louis Lens, 1993) sei ein Sport der ´Ghislaine de Féligonde'. Die beiden Rosen haben nichts miteinander zu tun. Aber 'Guirlande d'Amour' ist ebenfalls eine gesunde, reichblühende Rose, die man als Strauch oder als dauerblühende Kletterrose pflanzen kann. Die reinweißen, kleinen Blüten duften dazu noch schön. 'Guirlande d'Amour' ist in Deutschland wenig bekannt, aber ebenso empfehlenswert wie 'Ghislaine de Féligonde'. Man bekommt sie in Belgien bei Lens-Roses oder in Deutschland bei einigen Rosenschulen für Historische Rosen und bei Rosarot-Pflanzenversand.

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Gartenrosen müssen im November um die Hälfte zurück geschnitten werden, damit in der Pflanze Ruhe eintritt.

Falsch!

Rosen schneiden im Herbst ist weder notwendig noch vorteilhaft. Bei milder Witterung im November/Dezember besteht die Gefahr, dass die Rosen nach dem Rückschnitt wieder austreiben das erhöht das Risiko von Frostschäden.

Dafür, dass in der Pflanze im Winter Ruhe eintritt, sorgt die Rose schon selbst. Lediglich alte Blütenstände und kranke oder abgestorbene Triebe sollten entfernt werden. Außerdem: Wer alle Rosen um die Hälfte einkürzt, nimmt ihnen falls sie Hagebutten tragen auch noch ihre Früchte; von denen leben aber gern unsere Gartenvögel. Das Beste ist, mit dem Schnitt zu warten, bis im Frühjahr wieder die Forsythien blühen.

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Edle Rosen haben 5 Blättchen, bei 7 Blättchen handelt es sich um einen Wildtrieb?

Falsch!

Das ist ein weit verbreiteter Irrtum! Jedes Rosenblatt besteht aus meist 5 Einzelblättchen, es können aber auch 3 oder 7 Einzelblättchen bei Kulturrosensorten vorkommen. Bei einigen Wildrosen gibt es sogar 13 bis 19 Blättchen an einem Blatt oder bei einer besonderen Art nur ein einziges Blättchen. Oft ist das Laub an frischen Trieben rötlich gefärbt, während älteres Laub dann grün ist. Auch die Bestachelung kann an jungen und älteren Trieben unterschiedlich sein.

Meist sind "Wildtriebe" hellgrün im Laub. Man muß nachsehen, wo der Trieb herkommt. Kommt er aus der Erde, so buddelt man vorsichtig, bis man seinen Ansatz gefunden hat. Alle Triebe oberhalb der Veredlungsstelle sind Edeltriebe, nur unterhalb der Veredlungsstelle aus den Wurzeln können Wildtriebe kommen, die an der Wurzel entfernt werden.

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Rosen im Container werden so gepflanzt, wie sie im Container stehen.

In den meisten Fällen stehen Rosen im Container (d. h. im Plastiktopf) zu hoch, die Veredelungsstelle ist über der Erde zu sehen. Das hat seinen Grund: Bei der Pflanzung der wurzelnackten Rosen in Container müssten die Wurzeln zu stark eingekürzt werden, damit die Veredelungsstelle unter die Erde kommt, wie es erforderlich ist. Aus diesem Grunde muss beim Auspflanzen von Container-Rosen in den Garten darauf geachtet werden, dass die Veredelungsstelle ca. 5 cm unter die Erde kommt. Nur so ist die empfindliche Veredelungsstelle vor Frostschäden und Austrocknung geschützt.

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Englische Rosen sind Alte Rosen.

Falsch!

Es handelt sich um eine neue Rosengruppe, die erstmals in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts aufkam. David Austin kreuzte Alte Rosen mit modernen Teehybriden und Floribundarosen. Englische Rosen vereinen den Charme und den Duft der Alten Rosen mit der Farbenvielfalt und der langen Blühdauer der modernen Rosen.

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Alle Rosen müssen im Herbst angehäufelt werden.

Falsch!

Nur die im Herbst frisch gepflanzten Rosen müssen angehäufelt werden.

Bei allen anderen Rosen, die tief genug gepflanzt wurden, ist das Anhäufeln nicht erforderlich. Tief pflanzen bedeutet: Die Veredelungsstelle muss ca. 5 cm unter der Erde sein.

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Wildtriebe muss man abschneiden.

Falsch!

Wildtriebe müssen an der Basis, also dort, wo sie aus dem Wurzelstock unter der Veredelungsstelle herauswachsen, abgerissen werden. Dazu legt man den Wildtrieb frei, entfernt auch die Erde unter dem Wildtrieb an der Basis, drückt mit dem Daumen den Wildtrieb nach unten, sodass er an der Basis abreißt. Nur so ist sichergestellt, dass auch die schlafenden Augen an der Basis des Wildtriebes abgerissen werden. Schneidet man die Wildtriebe oberirdisch ab, werden sie zu noch stärkerem Wachsen angeregt.

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Rosen muss man im Herbst schneiden.

Rosen sollten grundsätzlich im Frühjahr geschnitten werden. Im Herbst können die öfterblühenden Rosen geringfügig eingekürzt werden, d. h. abgeblühte Blütenstände, die von Pilzen befallen sind, werden entfernt. Überlange Triebe kann man auch einkürzen, damit sie bei starkem Schneefall nicht abbrechen.

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Rosen müssen grundsätzlich gespritzt werden.

Falsch!

In früheren Zeiten hat man viel gespritzt, weil die alten Edelrosen-Sorten sehr schnell krank wurden.

Wichtig sind optimale Bedingungen für die Rosen: Sonniger, luftiger Standort, nährstoffreiche und tiefgründige Böden, ausgewogene Düngung und der richtige Schnitt fördern ein gesundes Wachstum

Inzwischen werden in den Rosenbaumschulen ganz bewusst gesunde Rosen gezüchtet, die ein Spritzen mit Chemie nicht erforderlich machen. Gesunde Rosen erkennt man auch an dem ADR-Zeichen = Anerkannte Deutsche Rose. (Link) Rosen mit diesem Zeichen ab 1980 sind empfehlenswerte Rosen.

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Läuse müssen sofort chemisch bekämpft werden.

Falsch!

Viele Nützlinge lieben besonders die Blattläuse. Marienkäfer, Florfliege und Schwebfliege legen ihre Eier gezielt in Blattlauskolonien, denn die Larven ernähren sich ausschließlich von Blattläusen. Darüber hinaus füttern unsere Singvögel, insbesondere die Meisen, ihre Brut mit Blattläusen. Chemie ist gegen Blattläuse nicht erforderlich.

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