Rosenfreunde Hannover für gesunde Rosen mit Zukunft
Excelsa
Rosa pendulina ´Bourgogne´ Wir über uns  

Sehenswerte Rosengärten

Verzeichnis:
Europa-Rosarium
Sangerhausen
Rosarium
Wilhelmshaven
Der Garten
der Angélique
Rosarium Uetersen Kassel Wilhelmshöhe
Noacks Rosengarten
in Gütersloh
Der Burggarten Burg Hayn
in der Dreieich
     


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Das Europa-Rosarium ist eine naturkundliche Sammlung, ein lebendiges Museum, in dem sich die Entwicklungsgeschichte der heute in unseren Parkanlagen und Gärten wachsenden Rosen in anschaulicher Weise nachvollziehen läßt.

Das Europa-Rosarium ist gleichzeitig ein Ort der Bildung, der Kultur, der Erholung und der Forschung.


Europa-Rosarium Sangerhausen

Wer das Europa-Rosarium Sangerhausen nur aus der Zeit vor dem Jubiläumsjahr 2003 kennt, hat viele Gründe, so bald wie möglich wieder in die Rosenstadt zu reisen und nach den sehenswerten Veränderungen zu schauen. Der neue Eingang oben am Hang, gleich wenn man von der Autobahn kommt, gestattet einen weiten Blick über die moderne Erweiterung des historischen Geländes, hinüber zum Wahrzeichen der einstigen Bergbauregion, zur mächtigen Abraumpyramide, die den Horizont begrenzt.

Mein erster Gang führt von hier direkt zum Jubiläumsgarten. Den hat die gemeinnützige VDR-Stiftung Europa-Rosarium Sangerhausen der Rosenwelt geschenkt, zum 100. Geburtstag des Rosariums. Er stellt, mit lebenden Zeitzeugen, die Rosengeschichte der vier Vierteljahrhunderte seit 1903 dar und bietet einen Anblick von hohem ästhetischem Reiz. In den wenigen Jahren haben seine Ramblerrosen, begleitet von Clematis, die metallenen Rankbögen und Säulen gefüllt. Die ´Sangerhäuser Jubiläumsrose´, an dieser Stelle getauft, versinnbildlicht als pastellfarbenblühende Märchenrose aus dem Hause Kordes die vielen Rosenmärchen, die mit diesem Ort verbunden sind. Hier hat Josef Raff, Ehrenpräsident der Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde und Vorsitzender der Stiftung, dem Rosarium einen neuen Höhepunkt geschaffen. Die Bänke im Jubiläumsgarten sind Spenden von Persönlichkeiten und von Rosenfreundeskreisen.

Von hier aus erobere ich mir die Fortschritte im neuen Teil des Rosariums und wechsele dann hinüber in den historischen Park. Da ist viel Vertrautes für mich, aber die Anlage lebt und verändert sich unter den Händen der Rosengärtner, sodass ich nie müde werde, Neues zu entdecken. Auf dem Rückweg dann gehe ich über eine Wiese kurz vorm Ausgang in den ADR-Garten. Hier sind alle Anerkannten Deutschen Rosen in Reih und Glied aufgepflanzt und beschildert. Hier kann ich mir ansehen, wie gut ´Escimo´ und ´Flashlight´ wachsen, wie gesund das Laub der ´Roten Hannover´ ist, wie die Farbnuancen der Blüten von ´Sinea´ wirken. Ich kann mir Notizen machen für meine nächste Rosenbestellung. Ein Rosariumsbesuch ist für mich - neben dem Erlebnis von Schönheit, Harmonie und Lebensfreude - immer auch eine Angelegenheit, die mir und meinen Gärten Nutzen bringt. Der ADR-Garten zeigt mir Jahr für Jahr Neuigkeiten und ist ein weiterer Grund fürs Wiederkommen.

Text zitiert aus dem Buch "Der mit den Rosen spricht" von Hartmut Brinkmann

Link zum Rosarium: 
www.sangerhausen.de/rosarium


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´Sangerhäuser Jubiläumsrose´
(Foto: W. Kordes´ Söhne)






´Rote Hannover´
Rosarium Wilhelmshaven

Härtetest für neue und alte Sorten

Zehn gute Gründe, das Rosarium in Wilhelmshaven zu besuchen:

  • Für Nordsee-Urlauber eine willkommene Alternative zum Strandkorb.
  • Für Ausflügler ein lohnendes Tagesziel.
  • Mehr als 5.000 Rosen in über 500 Sorten.
  • Kostenloser Eintritt während der Saison (Mai bis Oktober).
  • Völliger Verzicht auf Spritzmittel.
  • Anschaulicher Überlebenstest für traditionelle Sorten.
  • Eignungstest für moderne Sorten im feuchten Nordseeklima.
  • Kombination mit Sommerblumen, Stauden, Gehölzen.
  • Die Wildrosenschlucht.
  • Das Gespräch mit aktiven Rosenfreunden (das Rosarium wird vollständig ehrenamtlich vom Förderverein erhalten und ausgebaut).

Link zum Rosarium: 
www.rosarium-wilhelmshaven.de

Hartmut Brinkmann


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Wildrosenschlucht


Blick auf den Rokoko-Garten
Der Garten der Angélique

Im Sommer 1999 habe ich mit meinen hannoverschen Rosenfreunden an einer Gartenreise durch die Normandie teilgenommen. Ich sah viele wunderschöne Gärten, u.a. den von Monet in Giverny, große Schlossparks und romantische Rosengärten. Einen dieser Gärten möchte ich jetzt beschreiben, der zwar nicht der größte oder schönste gewesen ist, aber bei mir – ja, ich glaube, bei allen Reiseteilnehmern - den nachhaltigsten Eindruck hinterlassen hat.

Es war ein größeres Anwesen mit einem Herrenhaus. Wir wurden von dem Besitzer persönlich herumgeführt und besichtigten zuerst die weitläufigen Anlagen vor dem Haus. Danach ging er mit uns in einen intimen, kleineren Garten, der sich hinter dem Haus befand und dort erzählte er uns auch dessen Geschichte.

Als vor 10 Jahren die Tochter Angélique ganz plötzlich im Alter von 18 Jahren verstarb, versanken die Eltern lange Zeit in tiefe Trauer. Doch dann beschlossen sie, zum Andenken an Angélique einen Garten anzulegen. Sie leisteten dabei im wahrsten Sinne des Wortes Trauerarbeit. Sie planten, gruben, pflanzten, jäteten und freuten sich dann auch über Wachsen und Gedeihen.

Auf diesem Fleckchen Erde standen Stauden, Büsche und Blumen mit überwiegend weißen oder pastellfarbenen Blüten. Hinter niedrigen Buchsbaumhecken blühten überschäumend weiße Hortensien und Astilben, Schleierkraut und Lilien, dazwischen weißblättrige Gräser und silbergraue Artemisien.

Und dann immer wieder Rosen, weiß und zartrosa, von der kleinsten Zwergrose über Strauchrosen, Hochstämmchen bis hin zu Kletterrosen an kunstvollen Spalieren und Ramblerrosen, die in Bäume wuchsen und ihre Blüten wie weiße Spitzenschleier wieder herabfallen ließen.

Die Eltern hatten mit diesem zauberhaften Garten ihrer toten Tochter Angélique ein lebendes Denkmal geschaffen und dabei ihren Seelenfrieden wiedergefunden.

Adelgunde Seidel


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Rosarium Uetersen

Im Rahmen des Kasseler Rundgesprächs besuchten wir auch das Rosarium Uetersen.

Die gepflegte Anlage hat eine Größe von 7 Hektar und ist damit Norddeutschlands größter Rosengarten mit über 35000 Rosen in ca. 1000 Sorten, darunter 200 Historische Rosen.

Gegründet wurde das Rosarium 1934 nach einer Idee von den Rosenzüchtern Wilhelm Kordes und Matthias Tantau in Zusammenarbeit mit der Stadt Uetersen, den Holsteiner Baumschulen und dem Verein deutscher Rosenfreunde. Der öffentliche Park ist wunderschön gelegen an einem alten Mühlenteich. Man umwandert den Teich vorbei an zahlreichen Kletterrosen und Rosenbeeten. Bei unserem Besuch Ende August gab es noch sehr viele Beet- und Strauchrosen in voller Blüte zu sehen. Im Juni wird sich der Besucher an den Historischen Rosen mit ihrem wunderbaren Duft erfreuen.

Es lohnt sich ein Besuch zu jeder Jahreszeit, denn der Park hat einen alten Baumbestand, der ebenso sehenswert ist.

Eine Caféterrasse lädt nach dem Spaziergang ein und bietet einen Überblick über den Teich und das Parkgelände.

Im Jahr 2009 feiert das Rosarium sein 75-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass finden bereits jetzt umfangreiche Umgestaltungs- und Verschönerungsarbeiten statt.

Anne Hentschke

   
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Kassel Wilhelmshöhe –
Der schönste Bergpark Europas mit historischer Rosensammlung


Für Liebhaber historischer Rosen, von Wildrosen aus vielen Teilen der Erde, Kletterrosen und vieler neuerer Strauchrosen ist der Bergpark in Kassel Wilhelmshöhe immer einen intensiv genussreicher Besuch wert.

Die 240 ha große Anlage, als fürstlicher Park angelegt, wechselte ihr Aussehen im Laufe der Jahrhunderte, Stil und Geschmack wandelten sich. Aus einer Klosteranlage (1143 – 1539) entstand unter Landgraf Moritz dem Gelehrten ein Jagdschloss mit barocker Anlage.

Sein Nachfahre Landgraf Friedrich II. heiratete 1760 eine englische Prinzessin und ließ den Barockgarten, dem Modetrend seiner Zeit entsprechend, in einen englischen Landschaftsgarten umgestalten. Seine Liebe galt auch, wie die seiner Vorfahren, den Rosen, und unter der Anleitung seines Gartenmeisters August Daniel Schwarzkopf wurde um 1766 der Grundstein für eine Rosensammlung gelegt. Viele Rosen, darunter Züchtungen aus England, fanden so ihren Weg nach Kassel. Schwarzkopf kommt das Verdienst zu, als erster Rosen aus Samen zu ziehen und so eine Sortenvielfalt zu erzielen. Im Laufe seiner gärtnerischen Experimente kreierte er 1773 die erste deutsche Rose, die 'Perle von Weißenstein' , eine R. gallica – R. damascena Hybride. Viele der von Schwarzkopf gezüchteten Rosen sind leider nicht mehr erhalten.

Bei seinen Nachforschungen in der Kasseler Schlossbibliothek entdeckte Dr. Wernt Grimm 1978 einen Aquarellband mit 133 abgebildeten Rosen, die von 1806 bis 1815 nach Vorlagen der noch vorhandenen Rosen von Salomon Pinhas, dem Miniaturmaler des Kurfürsten Wilhelm I., aufs Wunderbarste gezeichnet wurden.

Landgraf Wilhelm IX., der spätere Kurfürst, baute nach dem Tode seines Vaters, Landgraf Friedrich II., 1785 das Schloss Wilhelmshöhe und legte aus dem Bauschutt des alten Jagdschlosses die Roseninsel an, auf der die damalige Rosensammlung als Verkaufsbaumschule aufgepflanzt wurde.

1807, als Jérome Bonaparte als König von Westphalen in Kassel residierte, fand ein reger Rosenaustausch zwischen Malmaison und Kassel Wilhelmshöhe statt. In der Malmaisoner Rosenbestandsliste sind viele Rosen, die ebenfalls in Kassel vorhanden waren, so auch die 'Perle von Weißenstein', aufgeführt.

Um 1870 wurde die Rosenbaumschule aufgelöst, welches leider das Ende vieler Rosensorten bedeutete, nur wenige blieben erhalten.

Rosenfreunde aus Kassel nahmen unter Anleitung des Ehepaares Hedi und Dr. Wernt Grimm die Bundesgartenschau 1981 zum Anlass, erneut Rosen auf der Roseninsel und um den Lac aufzupflanzen. Dabei entdeckten sie, versteckt und fast unscheinbar, die 'Perle von Weißenstein', die sich über 200 Jahre in der Nähe des Fontainenteichs behauptet hatte und glücklicherweise erhalten blieb.

Rosenfreunde des Vereins Roseninsel Park Wilhelmshöhe e.V. pflegen seit 30 Jahren ehrenamtlich ca. 1.500 Rosen mannigfaltigster Arten und Sorten in 18 Quartieren und auf der Roseninsel. Hierbei ist die große Sammlung der Rosen des Liebhaberzüchters Rudolf Geschwind aus den Jahren 1895 – ca. 1920 besonders erwähnenswert.

Im Bergpark sind nicht nur Rosen zu sehen. Besucher treffen auf viele einheimische und exotische Sträucher und Pflanzen; darunter sind bis zu 150 Jahre alte Bäume zu sehen, deren Kronen sich in Wasserläufen und Teichen spiegeln.

Beim Streifzug durch den Park geht der Blick auf das Oktogon mit dem weithin sichtbaren barocken Herkules, zum Aquädukt, der romantisch gebauten Ruine der Löwenburg.

Zu den weiteren Attraktionen des Parks gehören die von April bis September jeden Sonntag- und Mittwochnachmittag, sowie an Feiertagen, stattfindenden Wasserspiele, die nach ihrem Lauf durch die barocke Berganlage ihren Höhepunkt in der 50 m hohen Fontaine finden.

Bei all dem Spektakulären sollte der Spaziergänger nicht die kleineren Kostbarkeiten versäumen, den Apollotempel, die Teufelsbrücke neben der Plutogrotte, die Pyramide, das Grab des Vergil, den Merkurtempel und viele meisterhaft in die Landschaft einbezogene Wasserläufe.

Das Gewächshaus aus dem Jahr 1820, herrlich restauriert, zeigt mit dem beginnenden Frühjahr eine Blütenpracht früh blühender Pflanzen und Kamelien in großer Vielfalt.

Jedes Frühjahr können sich die Besucher über die Fülle der blühenden Rhododendren erfreuen.

Wie auch all das zu Bestaunende viel Zeit und Ausdauer erfordert, lohnt dennoch ein Besuch des Schlosses mit seiner weltbekannten Sammlung alter Meister, zusammen getragen von Landgraf Wilhelm XIII., Anfang des 18. Jahrhunderts. Zur Ruhepause, zum Genießen dieses sich weit erstreckenden einzigartigen Geländes, laden lauschige Plätze ein, von denen man im Nachklang noch einmal die Blicke über Wiesen und Bäche streifen lassen kann. Man wird, wenn man genau hinsieht, auch seltene wild wachsende Orchideenarten entdecken können.

Literatur:
„Die Rosensammlung zu Wilhelmshöhe“ Verzeichnis zu Geschichte, Botanik, Pflege u. Bestandsverzeichnis Ausg. 1996

„Rosensammlung zu Wilhelmshöhe“ Verlag Schnell und Steiner 1. Auflage 2001 ISBN 3-7954-1379-6

Als Mitglied des Vereins Roseninsel Park Wilhelmshöhe e.V. gibt gern Auskunft bei Fragen oder zu Führungen:
Ruth Weiß, Kassel Tel.: 0561/65132 Email: weiss.ruth@gmx.de

   
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Herkules 


 

Noacks Rosengarten in Gütersloh

Im Jahre 1999 hat die Rosenschule Noack in Gütersloh ihren ca. 2000 qm großen Rosengarten angelegt. Er hat sich seither zu einem lohnenswerten Ziel für Rosenfreunde entwickelt. Mitte Juli 2008 konnte ich die Rosen in voller Blüte erleben. Ein großer Teil des Sortiments der Rosenschule Noack ist hier aufgepflanzt. Viele ausgezeichnete ADR-Rosen kann der Besucher begutachten. Hier wachsen Rosen in Kombination mit Stauden und Gehölzen. Das verschafft dem Rosenfreund wieder neue Anregungen für den eigenen Garten. Namenschilder verraten die Namen für eigene Notizen. Ganz in Ruhe kann man, auf einer der Bänke sitzend, die Blütenpracht genießen. An heißen Tagen sitzt man, vor der Sonne geschützt, im Pavillon mitten im Schaugarten. Kletterrosen, teilweise in Gesellschaft mit Clematis, zeigen sich an Obelisken und Rosenbögen.

Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall; denn es ist immer von Vorteil, die Rosen in natura zu sehen. In der nebenan gelegenen Verkaufsfläche hat man die Möglichkeit, die Rosen im Container zu erwerben.

Geöffnet ist der Schaugarten täglich vom 1. März bis zum 31. Oktober. Die Anschrift: Im Waterkamp 12, 33334 Gütersloh.

Link zur Rosenschule Noack: 
www.noack-rosen.de

Anne Hentschke

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Der Burggarten Burg Hayn in der Dreieich

Herzlich willkommen
allen Gartenfreunden und Rosenliebhabern zu einem Spaziergang durch den blühenden,
dem Mittelalter nachempfundenen Garten rund um die Hayner Burg


Die Burganlage
Der Kräutergarten
Entstehung und Gestaltung des Kräutergartens
Kombination Alte Rosen, Wildrosenhybriden, moderne Rosen
Zaunhecke
Rosenhag
Innenhof
Burggraben


Die Burganlage

Die mittelalterliche Hayner Burg, entstanden vor etwa 900 Jahren in einer kaum geformten, fast ebenen Landschaft, mitten in ehemaligen Sümpfen und Waldgebieten, hat noch immer und gerade heute als mächtige Burgruine ihre eigenen romantischen Reize. Die klimatisch und geographisch sehr günstige Lage im Rhein-Main-Gebiet, die langwierigen Restaurierungen und die seit einem Vierteljahrhundert rundum blühenden Park- und Gartenanlagen haben zusätzlich zu ihrer großen Beliebtheit beigetragen, ebenso die malerische Fachwerk-Altstadt mit den beiden Stadttoren.


Der Kräutergarten

Gab es bereits Nutz- oder Ziergärten in düsteren mittelalterlichen Burgen? Sehr wohl, wenn auch oft die dafür geeigneten Flächen sehr begrenzt waren. Kräuter für medizinische Zwecke wurden dringend benötigt; sie erhielten ihr sonniges Plätzchen sogar an der steilsten Felsenkante, die Ernte war daher oft schwierig. Später konnten sich in günstigerem Gelände größerer Burgen und Klöster die Frauen, die immer zuständig waren für Krankenpflege und Gartenarbeit, schöne regelmäßig gegliederte Kräutergärten leisten.

Die Hayner Burg diente als Hauptverwaltungssitz des Reichsforstes und war im Mittelalter - während Jahrhunderte andauernder Bauerweiterungen - gewiss nicht gedacht als romantischer Lustgarten. Das Leben war hart zwischen den dicken kalten Steinmauern. Sicher käme der Burggarten von heute den Bewohnern von damals vor wie der sagenhafte Paradiesgarten.

Die heutigen Gartenanlagen passen in ihrem informellen Stil - wie begeisterte Besucher oft feststellen - sehr gut zu den Resten der alten Burgmauern.


Entstehung und Gestaltung des Kräutergartens

„Ein wonniglicher Garten soll haben Violen und Rosen, Lilien, fruchttragende Bäume, grünes Gras und einen fließenden Brunnen“, heißt es in einer zeitgenössischen Schilderung. Sie lässt die Freude von Burgbewohnern an der warmen Sommerzeit nachempfinden. Und heute?

Es war ein Glücksfall, dass 1984 ein Unterrichtsprojekt einer benachbarten Dreieicher Gesamtschule gestartet wurde. Im Laufe von drei Jahren haben Schüler unter fachmännischer Führung aus der totalen Wildnis die Voraussetzungen für das traumhafte Paradiesgärtlein geschaffen. Die Aktion wurde damals sogar drei Jahre lang finanziell vom Land Hessen gefördert.
Aromatische Kräuter und duftende Blütenpflanzen wuchsen im Laufe eines Vierteljahrhunderts zu einer weithin bekannten Gartenschönheit heran. Besonders die Rosen haben sich im Laufe von Jahrzehnten ihren strahlenden Platz erobert.

Zur Gestaltung der einzelnen Bereiche in der Burg hat Lore Wirth als Inspirationsquelle schriftliche historische Dokumente des Mittelalters (Karl der Große und Hildegard v. Bingen) und auch Dichtung, Gemälde und Buchmalereien genutzt. Der Kräutergarten hat sich seit Beginn der Bepflanzung in den 80er Jahren beträchtlich gewandelt. Dennoch stehen dort noch heute viele der Rosenbegleiter, nämlich Heil- und Aromapflanzen mediterranen Ursprungs. Rosen, Lilien, Salbei, Gamander, Lavendel, Diptam, Rosmarin und Wilde Pfingstrose sind auch in der Landgüterverordnung Karls des Großen zu finden. Dieser soll nach der Legende eine enge Verbindung zur Hayner Burg gehabt haben.

Ein zweiter Grund für die gelungene, preisgekrönte Verwirklichung des mittelalterlich nachempfundenen Burggartens sind die besonderen Standortbedingungen bzw. das warme örtliche Kleinklima. Der Kalkmörtel, vermischt mit den Trümmern des alten Mauerwerks, hat für die Anhebung des Kalkgehaltes im Erdboden gesorgt, im Gegensatz zum sonst eher sauren Boden im übrigen Rhein-Maingebiet. Die Rosen und Kräuter zeigen jeden Sommer, wie wohl sie sich fühlen.


Kombination Alte Rosen, Wildrosenhybriden, moderne Strauchrosen

In den 1980er Jahren gab es bei den Rosenzüchtern aller Länder eine wahre Renaissance bei der Nachzüchtung sogenannter Alter Rosen. Sie haben, was Farben und Formen angeht, nach wie vor ihren großen Charme und Liebreiz. Leider blühen sie nur einmal. Für den Burggarten wurden sie sorgfältig ausgewählt, jedoch gruppiert mit guten, bewährten, farblich passenden Rosensorten des 20. Jahrhunderts mit sehr viel längeren und häufigeren Blühperioden. Das Ehepaar Dr. Wernt und Hedi Grimm (Kassel-Wilhelmshöhe) war damals an der gemischten Rosenauswahl maßgeblich beteiligt.

An wenigen Stellen, tief verwurzelt im Mauerwerk der Hayner Burg, blüht jährlich schon im Mai eine seltene weiße ungefüllte Wildrose. Sie hat wegen stark veränderten Umweltbedingungen hier wahrscheinlich eine Zufluchtstätte gefunden, ist aber leider durch Burg-Renovierungen in neuerer Zeit - wie auch durch Efeu - vielfach verdrängt worden. Ihr botanischer Name lautet Rosa corymbifera, sie ähnelt der Rosa canina (Hundsrose oder Heckenrose). Ein kostbares sehr altes Exemplar steht noch vor dem Viereckturm am Tordurchgang auf der Bühne. Prof. Georg Timmermann, der bekannte Spezialist für Wildrosen, identifizierte diese lange Zeit nicht beachtete Art bei einem Besuch des Burggartens.


Die Zaunhecke

Ein wichtiges Gestaltungselement der frühmittelalterlichen Burgen war die umgebende mächtige Befestigungsmauer zur Abwehr von feindlichen Angriffen. Dem gleichen Zweck dienten fast undurchdringliche dornige und stachelige Hecken (vgl. das Märchen Dornröschen!).

Ein Teil der Steinmauer verlief in der Hayner Burg einstmals entlang dem Burggraben. Dieser Linie folgt heute ein Jägerzaun mit einer dichten Bepflanzung aus Wildrosen und deren Hybriden aus moderneren Züchtungen. In voller Sonnenlage dienen sie mit längerer Blütezeit als Umrahmung der Schauseite unserer Burg mit Rundem Turm (Bergfried) und Palas. Von hier schweift der Blick zur Brücke und zu uralten Ahorn-Solitären. Durch die hohlen Fenster der Palasruine ist das Türmchen der kleinen Burgkirche aus dem 18.Jahrhundert zu sehen.

Vielleicht fällt manchem Rosenfreund auf, dass nur an einer Stelle, nämlich am Brückenzugang zur Burg, eine Rosensorte mit intensiv gelber Blütenfarbe zu entdecken ist. Die ´Golden Showers´, USA 1956, begrüßt die Besucher und spielt an auf die wehende rot-gelbe Flagge auf dem Runden Turm. Im Übrigen wurde ziemlich konsequent die Tatsache beachtet, dass im Mittelalter der gelbe Farbton bei Rosen noch unbekannt war.


Der Rosenhag

Den Abschluss rechts neben der Giebelmauer des Palas bildet der Rosenhag. Der aufmerksame Besucher bemerkt vielleicht eine gewisse Ähnlichkeit dieses Gartenmotivs mit berühmten Andachtsbildern des Spätmittelalters (z.B. „Madonna im Rosenhag“ des Kölner Malers Stefan Lochner,1450). Der Hayner Rosenhag ist keine genaue Kopie einer Vorlage; es wurden jedoch Stilelemente von zahlreichen ähnlichen Bildern mit verwendet: der Rosenbogen, die Spaliere an den drei Mauerwänden, geschmückt mit Kletterrosen, der Steintisch, eine dreiseitige U-förmige Bank. Für die Menschen vergangener Jahrhunderte war die symbolische religiöse Bedeutung eines solchen Ensembles ebenso ablesbar und begreifbar wie beim Betrachten eines romanischen Kirchenbaus. Nicht nur Maria und die Heiligen mit dem Jesuskind in der Mitte belebten den Rosenhag. Auch das Burgfräulein saß gerne mit den Rittern um den runden Tisch und genoss - musizierend - den Schatten und den kühlen Trunk.


Der Innenhof der Hayner Burg

Vieles hat sich in den Jahren seit Beginn der Gartenumgestaltung (1984) und nach den zahlreichen Restaurierungsarbeiten gewandelt und musste der neuen Nutzung als vergrößertes Festspielgelände weichen. Bestehen bleiben konnten die prächtigen Kletterrosen, der Bauerngarten vor dem Museum, der sogenannte Hexengarten und hinter dem Runden Turm noch mehrere Pflanzflächen mit schönen Rosenbeständen. Nach Abschluss der Restaurierungen 2007 hat sich der Garten sehr gut erholt. Ein jüngerer Nachfolger irischer Abstammung und begeisterter Rosenliebhaber hat Lore Wirth abgelöst.


Der Burggraben

Zur Hauptblütezeit der Rosen von Mitte Mai bis Mitte Juni, beim Duft der Kräuter und Heilpflanzen wird der Garten gern von Rosenfreunden und Liebhabern schöner Gärten besucht. Beim Blick von der Burgbrücke in den Graben ist kaum mehr der vor Jahrhunderten viel tiefer gelegene wassergefüllte Verteidigungsgraben vorstellbar.

Heute sind nahe der ehemaligen Zugbrücke zwei steile Hänge mit Rosen bepflanzt, die auf der Sonnenseite vom Zaun herabsinken wie ein schäumender Wasserfall.

Beim Abschied bedeutet dem Besucher der Blick auf die romantische Szenerie von Burgruine und Fachwerk-Altstadt vermutlich, gerne zum duftenden Garten zurückzukehren, auch im Herbst, wenn in unserem warmen Klima noch weiter viele Dauerblüher zu sehen sind.


Lore Wirth
Ahornweg 27
63303 Dreieich
Tel. 06103- 830290                              James Kelly der Nachfolger

   
   
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